HOME

Stern Logo Tatort

Einschaltquoten: Luzern-"Tatort" fällt auf historisches Tief

Die meisten Kritiken waren schlecht, auch die Zuschauer senkten ihre Daumen: Der Luzern-"Tatort" fuhr die schlechteste Quote des Jahres ein. Der Vergleich mit den anderen "Tatorten" fällt bitter aus.

Zuerst die gute Nachricht: Die aktuelle Folge des Luzern-"Tatorts" holte am Ostermontagabend den Quotensieg und versetzte die übrigen Sender auf die hinteren Plätze. Die schlechte Nachricht: Mit 7,28 Millionen Zuschauer hatte das Team um Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) und seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) die wenigsten Zuschauer dieses "Tatort"-Jahres. Und das, obwohl die Kölner Folge "Franziska" am 5. Januar aus Jugendschutz-Gründen erst um 22 Uhr ausgestrahlt wurde. Dennoch lockte dieser Fall zu später Stunde immer noch 7,32 Millionen Zuschauer - 40.000 mehr als am Montagabend die Folge "Zwischen zwei Welten" aus Luzern sehen wollten.

Gegenüber dem Münster-"Tatort" vom vergangenen Sonntag verlor der Film sogar satte fünfeinhalb Millionen Zuschauer. Was insofern wenig überraschend ist, als dass die westfälischen Ermittler Thiel und Boerne absolute Publikumslieblinge sind. Aber im Jahresvergleich fällt auch der große Abstand zu den übrigend Krimi-Folgen auf. Mit Ausnahme des Dortmund-"Tatorts", der auf 8,77 Millionen Zuschauer kam, knackten alle um 20.15 Uhr gesendeten Fälle mühelos die Neun-Millionen-Marke. Fünf von 15 Folgen kamen auf eine zweistellige Zuschauerzahl, drei weitere "Tatorte" verpassten die zehn Millionen nur haarscharf.

Die Zahlen zeigen: Die Krimireihe ist beim Publikum nach wie vor ein Renner und ein sicherer Quotengarant. Selbst der notorisch unpopuläre Saarbrücker "Tatort" hat sich gefangen und mit 9,50 Millionen Zuschauern einen mehr als achtbaren Wert eingefahren. Umso deutlicher fällt der Wert der Schweizer Folge aus dem Rahmen. Dabei schien sich das Team Luzern nach dem holprigen und viel kritisierten Start gerade berappelt zu haben. Der eidgenössische "Tatort" bleibt wohl weiterhin unter Beobachtung.

Carsten Heidböhmer