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"Tatort"-Kritik: Totenstille mit lauten Klischees

Ein Kommissar lernt die Gebärdensprache: Der "Tatort" aus Saarbrücken lässt Devid Striesow in die Welt der Gehörlosen eintauchen. Das ist zwar spannend, der Rest ist es aber leider nicht.

Tatort Saarbrücken

Devid Striesow alias Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink und die gehörlose Tänzerin Kassandra Wedel als Kassandra kommen sich im "Tatort"näher.

Es ist fast so etwas wie eine geheime Superhelden-Fähigkeit: Wenn Joachim Löw am Rand des Fußballfelds schimpft, weiß Julia Probst genau, was er sagt. Die gehörlose Bloggerin kann von den Lippen ablesen und tat das während der WM 2010. Über 32.000 Follower sammelte sie so mit ihrem "Ableseservice" auf Twitter, übersetzte regelmäßig, was sonst geheim bliebe. Für den neuen "Tatort" aus Saarbrücken hat sie nun erstmals an einem Drehbuch als Beraterin mitgearbeitet.

Die Idee zum Fall in "Totenstille" ist originell: Der gehörlose Ben Lehner (Benjamin Piwko) beobachtet zufällig den aufgebrachten Familienvater Georg Weilhammer (Martin Geuer) am Telefon und liest von seinen Lippen ab, dass dieser gerade seine Affäre beim Sex getötet hat und nun die Leiche wegschaffen will. Lehner nutzt eiskalt die Gelegenheit und erpresst Weilhammer mit seinem Wissen. Das Schweigegeld will er seiner ebenfalls tauben Freundin Ambra (Jessica Jaksa) schenken, damit diese sich den Traum vom Auslandsstudium erfüllen kann. Doch plötzlich ist auch Ambra tot.

Ein "Tatort", der aufklären will

"Gehörlose sind nicht behindert, Gehörlose werden behindert", heißt es im Krimi. Dieser "Tatort" will aufklären, dem Zuschauer das Leben von gehörlosen Menschen näher bringen, und das gelingt ihm auf eine sehr natürliche, entspannte Weise. Spannend sind vor allem die kleinen Einblicke in den Alltag, etwa, dass bei Gehörlosen die Türklingel Blinkzeichen abgibt oder dass eine Hip-Hop-Choreografie auch nur auf den vibrierenden Bass getanzt werden kann. 

Leider scheint es sich der Krimi sonst zur Aufgabe gemacht zu haben, kein Klischee auszulassen. Devid Striesows Kommissar Stellbrink gilt bereits als unbeliebtester "Tatort"-Ermittler, seine nervigen sexistischen Kommentare bringen in dieser Folge keine Sympathiewerte. Da hilft es auch nicht, dass er überraschenderweise knutschen darf und sich sogar bemüht, die Gebärdensprache zu lernen. Auch im restlichen Saarbrücken sind offenbar Altherrenwitze wie "Wir Männer gucken Filme immer ohne Frauen, höhöhö" noch aktuell.

Der Bruder der toten Ambra wird außerdem von Franz Hartwig so überspitzt als Bösewicht dargestellt, dass es fast schon komisch wirkt. Hinzu kommt, dass sich die Verhöre mit Gebärdensprach-Dolmetscherin unnötig in die Länge ziehen und die Macher andererseits die Gebärdensprache nicht immer übersetzen. So geht viel an Spannung verloren. Schade, denn der "Tatort" gibt sonst einen interessanten Blick in eine für die meisten Zuschauer sicherlich neue Welt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.