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Netflix-Serie Faszination "The Crown" – warum die vierte Staffel besser als alle anderen ist

Original und Filmszene: links Charles und Diana 1981 kurz nach der Bekanntgabe ihrer Verlobung. Rechts die Schauspieler Josh O'Connor und Emma Corrin in "The Crown".
Original und Filmszene: links Charles und Diana 1981 kurz nach der Bekanntgabe ihrer Verlobung. Rechts die Schauspieler Josh O'Connor und Emma Corrin in "The Crown".
© Picture-Alliance/Des Willie/Netflix
Jetzt kommt Diana: Die vierte Staffel von "The Crown" dreht sich um die Jahre 1979 bis 1990 - eine Zeit, an die sich die meisten Zuschauer noch erinnern können. Das macht die Serie noch faszinierender.

Die Queen kennt jeder. Auch die junge Königin Elizabeth II. ruft in unserem Gedächtnis sofort Bilder hervor. Egal ob bei ihrer Krönung oder bei ihrem ersten Deutschlandbesuch: Assoziationen werden sofort geweckt. Dabei haben die wenigstens die Aufnahmen der Queen von damals live gesehen. Zum einen, weil noch nicht alle ein Fernsehgerät hatten. Zum anderen, weil die meisten noch nicht geboren waren. Viele Szenen der ersten drei Staffeln von "The Crown" sind höchstens als Videomaterial oder Bilddokument bekannt. Die Netflix-Serie war bislang ein unterhaltsamer Geschichtsunterricht. Doch das wird jetzt anders.

Die vierte Staffel der erfolgreichen Serie um Königin Elizabeth II. und die Royal Family behandelt die Jahre 1979 bis 1990. Ein Zeitraum, der den meisten Zuschauern noch in Erinnerung sein dürfte. IRA-Terror, der Falklandkrieg oder Margaret Thatcher - selbst wer damals noch Kind war, dem dürfte die ein oder andere Szene bekannt vorkommen. Vor allem, weil der vierte Teil sich besonders um eine Frau dreht: Prinzessin Diana.

Bei "The Crown" verschwimmen Realität und Fiktion

Ihr scheuer Augenaufschlag, ihr verdrehter Kopf, ihr unverwechselbarer Rüschenstyle der Anfangsjahre. Emma Corrin verkörpert die junge Lady Diana Spencer in Perfektion. Ihr Spiel ist so gut, dass Realität und Fiktion verschwimmen. Ob die berühmte Szene, in der Diana auf der Straße von Fotografen abgefangen wird oder die Bilder der Australien-Reise mit Charles – die Produzenten der Serie haben größten Wert darauf gelegt, Schlüsselszenen detailgetreu nachzustellen. Das fängt bei der originalgetreu nachgeschneiderten Garderobe an und hört bei der Gestik der Hauptdarsteller auf.

Margaret Thatcher und die Queen in "The Crown"

Das Ergebnis ist faszinierend. Die Zuschauer finden sich in einem Drama wieder, das sie einst selbst mitverfolgt haben, dessen Hintergründe sie aber nicht kannten. Der vierte Teil von "The Crown" zeigt Prinz Charles (Josh O'Connor), der zwischen seiner wahren Liebe Camilla und Diana hin und hergerissen ist. Er wird von seinem Dienst an der Krone aufgerieben. Und eine Prinzessin, die zwischen Verzweiflung und Selbstinszenierung schwankt. Auch die Essstörungen von Diana sparen die Macher nicht aus.

Kein abschließendes Urteil über Diana

Während die vier Kinder von Elizabeth II. - Charles, Anne, Andrew und Edward - als degenerierte Ekelpakete abgekanzelt werden - vor allem die Szene mit Andrew, die auf seine heutige Verstrickung im Epstein Skandal anspielt ("Wenn er sich nicht ändert, wird es ein schlimmes Ende nehmen") wirkt wie eine Erleuchtung - steigen Mitleid und Sympathien für die junge Prinzessin. Ein abschließendes Urteil über Diana fällt "The Crown" in dieser Staffel aber nicht. Ist sie ein Opfer? Oder am Ende doch intrigante Taktiererin? Das bleibt offen.

Staunend schaut man zu, wie das Unheil und Unglück dieser Familie ihren Lauf nehmen. Die Realität als tragisches Drehbuch. Obwohl die Zuschauer wissen, wie es am Ende ausgeht, animiert der vierte Teil zum Binge-Watching. Noch nie war "The Crown" so gut.


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