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TV-Film "Nach all den Jahren": Thomalla, Martinek und der Ex-Reiz

Die Fernsehstars Simone Thomalla und Sven Martinek waren einmal ein Paar - im echten Leben. In der ARD-Komödie "Nach all den Jahren" mimen sie zwei Ex, die sich nach 15 Jahren wiedertreffen.

Wenn ein Ex-Paar ein Ex-Paar spielt, ist das für so manchen Zuschauer schon mal von einigem Reiz. Die Fans von Simone Thomalla (48, "Tatort" Leipzig) und Sven Martinek (49, "Morden im Norden"), von 1995 bis 1999 ein Paar und bis heute gut befreundet, hätten also Grund genug, bei "Nach all den Jahren" einzuschalten. Auch Darsteller wie Jutta Wachowiak, in der DDR einst sehr populär, sowie die pfiffigen Kinder Alea Sophia Boudodimos und Lukas Schust geben der Komödie ein sympathisches Profil. Ansonsten kreist Michael Rowitz' harmlos-freundlich inszenierter ARD-Film um die stets relevanten Themen Beziehung und Familie. Der ARD-Film, der am Freitag um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, gerät zur eher biederen Hausmannskost.

"Mein Leben funktioniert perfekt ohne dich und ich lass' mir das nicht kaputt machen", zischt Sofie (Thomalla) ihrem einstigen Lover Vincent (Martinek) entgegen, der nach 15 Jahren wieder vor der Tür ihrer hübschen Villa in Leipzig steht. Der will angeblich nur seine Mutter besuchen, die als Ersatz-Omi Rosa (Wachowiak) in der oberen Etage krank im Bett liegt. Sofie, überaus patent und schlagfertig, verdient längst ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Herz-Schmerz-Romanen, hat ein Verhältnis mit ihrem smarten Verleger (Bruno Eyron) und erzählt ihren Kindern, dass deren jeweilige Väter tot beziehungsweise in Alaska verschollen seien. Ein Boxerhund namens "Klitschko" rundet das Teilfamilienidyll ab.

Vorhersehbare Pointen

Natürlich ahnt das Fernsehpublikum, dass hinter Sofies burschikosem Auftreten in Wirklichkeit ein verletztes und verletzliches Herz schlägt - und tatsächlich erlebt die Autorin alsbald eine Schreibblockade, die sie nachdenklich werden lässt. Ihre mühsam aufgebauten Strukturen geraten schon deshalb ins Wanken, weil Sohn Phillip in die Pubertät kommt und Töchterchen Jenny sich nach einem Vater sehnt. Die Urkraft der genetischen Verbundenheit soll sich eher erweisen, als Sofie ahnt - und auch in der Alleinerziehenden beginnen sich alte Gefühle zu regen und ein Verzeihen zu ermöglichen.

Wie ein modernes Alltagskonzept mit so etwas Archaischem wie Familie und großer Liebe kollidiert, das erzählt - mal kernig-humorvoll, meist aber eher vorhersehbar und seicht - diese Geschichte nach dem Buch von Rainer Berg und Thomas Schwank. In Zeiten sich auflösender Bande dürften vor allem weibliche Zuschauer darin wohl Identifikationspunkte entdecken. Gedreht wurde die Produktion im Sommer 2011 in Leipzig. Sonnendurchflutete Bilder von stilvollen alten Häusern, Parks und Seen sorgen mit dafür, dass die im Kern ernste Thematik leicht verdaulich wird.

Und die Zusammenarbeit von Thomalla und Martinek? "Es war unheimlich angenehm und der Sache dienlich - wir kennen uns eben so gut, dass wir beim Drehen regelrecht aufeinander aufgepasst haben", erklärte die Schauspielerin, die seit 2009 mit Handballer #link;http://www.stern.de/sport/sportwelt/silvio-heinevetter-90479301t.html;Silvio Heinevetter#, 28, zusammen ist.

Ulrike Cordes, DPA / DPA
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