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TV-Kritik "Schlag den Raab": Spannende Duelle mit Förster Maximilian

Erneut hat sich ein Herausforderer an Stefan Raab die Zähne ausgebissen. Förster Maximilian musste sich zwar am Ende geschlagen geben, sorgte aber für einige spannende Momente.

Von Dominik Brück

Ein letztes Mal vor der Sommerpause hat sich der scheinbar unbesiegbare Stefan Raab einem Herausforderer gestellt. Da der Titelverteidiger seine Gegner in den vergangenen Sendungen von "Schlag den Raab" ohne Probleme in die Schranken gewiesen hat, ging es am Samstag um einen Jackpot von 1,5 Millionen Euro. Die Zuschauer entschieden, Förster Maximilian die Gelegenheit zu geben, sein Glück gegen Raab zu versuchen. Für alle, die nicht bis zum Ende aufbleiben wollten, um zu sehen, ob der Herausforderer den Jackpot knacken konnte, haben wir ein "Best of" der Show zusammengestellt.

Sympathiefaktor des Herausforderers

Sehr hoch! Förster Maximilian kommt von Anfang an sehr sympathisch rüber. Wenn er sich nicht um das Wohl der Wälder kümmert, ist Maximilian sportlich aktiv und verbringt Zeit mit seiner Familie. Für diese will er auch einen Großteil des Geldes verwenden, da er zum ersten Mal Vater wird. Der erste Eindruck hält sich die Sendung hindurch. Maximilian ist klug, witzig und schafft es, Raab gleich zu Beginn unter Druck zu setzten. Dabei wirkt der Förster aber nicht überheblich, sondern bleibt weiter konzentriert, ohne seine lockere Art zu verlieren.

Das beste Mitmachspiel

Ist "Musik rückwärts". Es geht darum, Songs zu erkennen, die rückwärts abgespielt werden. Das ist gar nicht so einfach und perfekt zum Mitraten auf dem Sofa. Auch Raab und sein Herausforderer tun sich schwer mit einigen der Lieder, zeigen aber ein erstaunlich gutes Gehör. Am Ende setzt sich Maximilian gegen den Titelverteidiger durch.

Erster Umschaltimpuls

Kommt, als die Neugier siegt: Auf RTL läuft das Finale von "Deutschland sucht den Superstar", was mich zum umschalten bewegt. Hier gibt es viele dramatische Momente und Tränen – ein bisschen zu viel für meinen Geschmack, also zurück zu Raab.

Die größte Enttäuschung

Ist das Spiel "Sandburgen bauen", bei dem es darum geht, die schönste Sandburg zu errichten. Leider bekommt man Raab und Maximilian nur nach der Entscheidung im Zeitraffer beim buddeln im Sandkasten zu sehen, da die Zuschauer nicht wissen sollen, wer welche Burg gebaut hat. Das ist notwendig, weil das Publikum den Sieger per Abstimmung bestimmen soll. Schade ist es trotzdem: Zu gerne hätte ich den Kommentar von Frank "Buschi" Buschmann über die beiden Burgherren gehört. Das Publikum entscheidet sich schließlich für die Burg von Maximilian, was vielleicht daran liegt, dass Raabs Werk nicht einmal einen Burggraben hatte.

Das spannendste Duell

Beim "Stand-Up-Paddling" muss die Entscheidung im Sudden Death gefällt werden. Nachdem Maximilian bereits eine gute Zeit vorgegeben hatte, zeigt Raab wieder einmal was für ein Kämpfer er ist. Schnaufend und prustend taucht er das Paddel ins Wasser und schafft es tatsächlich, die Zeit seines Herausforderers zu unterbieten. Das ist am Ende so knapp, dass man tatsächlich einen Moment lang die Luft anhält.

Die ungewöhnlichste Taktik

Zeigt Raab beim Spiel "Radarfalle". Es kommt darauf an, ein Auto mit abgeklebtem Tacho auf eine vorgegebene Geschwindigkeit zu beschleunigen, ohne diese jedoch zu überschreiten. Raab hält dabei die ganze Zeit seinen Kopf aus dem Fenster, um anhand des Fahrwindes zu erfühlen, wie schnell er fährt. Tatsächlich gewinnt er knapp: In der finalen Runde entscheidet ein Unterschied von einem Kilometer pro Stunde über Sieg und Niederlage.

Das Spiel mit dem höchsten Kultfaktor

Definitiv der Klassiker aus Jugendtagen "Tipp-Kick". Für alle, die es nicht kennen: Es handelt sich um ein Tischfußballspiel, bei dem die Figuren den Ball kicken, wenn man mit dem Finger auf ihren Kopf tippt. Mit einem Torwart muss der Gegenspieler das verhindern. Am Ende kann Raab dieses Spiel knapp für sich entscheiden.

Buschis bester Spruch

"It ain't over before the fat lady sings" (Es ist nicht vorbei bevor die fette Dame gesungen hat), ruft Kommentator Buschmann beim Spiel "Headis". Dabei handelt es sich im Prinzip um Tischtennis, das mit dem Kopf gespielt wird. Raab scheint dieses Spiel zügig für sich zu entscheiden, als Buschi seinen Spruch bringt. Tatsächlich kämpft sich Maximilian wieder an den Titelverteidiger heran, muss sich dann aber doch geschlagen geben.

Gefühlte Dauer

Ganz erträglich. Maximilian ist ein guter Kandidat, der Raab ein um das andere Mal Paroli bietet und die Show so spannend hält. Auch die Auswahl der Spiele ist dieses Mal sehr gut, so dass die vier Stunden bis zum Ende der Sendung schnell vergehen.

Die Größte Panne des Abends

Beim Matchballspiel für Raab sieht alles nach einem weiteren Sieg für den Titelverteidiger aus. Es regnet bereits Konfetti von der Decke, als Moderator Steven Gätjen darauf hinweist, dass in der letzten Runde des Spiels etwas nicht in Ordnung gewesen sein könnte. Der Notar entscheidet, dass die Runde aufgrund eines Fehlers wiederholt werden muss. Das Ergebnis ändert sich aber dadurch nicht: Maximilian verliert das Spiel und Raab gewinnt somit die Sendung. Ein bisschen Konfetti ist auch noch übrig geblieben, so dass der neue alte Titelverteidiger seinen Sieg gebührend feiern kann. In der nächsten Show im September geht es dann um einen Jackpot von zwei Millionen Euro.