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"Günther Jauch": Solidarität: Ja! Hilfe: Ja! Schmarotzertum: Nein!

Grexit - ja oder nein? Für die einen würde er das Ende im Griechenland-Drama bedeuten. Für die anderen personelle Konsequenzen. In einem Punkt waren sich die Gäste aber fast einig: Das Geld ist weg.

Von Andrea Zschocher

Martin Schulz in der ARD-Talkshow "Günther Jauch"

Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in der ARD-Talkrunde bei Günther Jauch. Von der griechischen Regierung hat er "die Faxen dicke".

Kommt der "Grexit", der Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone, oder wird bis zum kommenden Donnerstag doch noch ein Kompromiss gefunden? Dieser Frage ging Günther Jauch in seiner Talkshow nach. Bei der Wirtschaftskorrespondentin der "taz", Ulrike Herrmann, dem Wirtschaftsprofessor Max Otte, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz und dem Vorsitzenden des Bundestags-Innenausschusses Wolfgang Bosbach gingen die Meinungen dabei sehr auseinander. So positionieren Schulz und Herrmann sich ganz klar für eine Kompromisslösung, während Otte und Bosbach den Grexit favorisieren.

Bosbach ließ bereits verlauten, dass er im Falle eines Kompromisses durchaus bereit ist, die entsprechenden Schlüsse zu ziehen und sein Amt niederzulegen. "Man muss", so sagte der Politiker, "auch mal Konsequenzen ziehen." Schulz würde sich im Fall eines Grexit prinzipiell auch "gegen mein Parlamentsmandat und für mein Gewissen entscheiden". Der EU-Parlamentspräsident hatte für das Rückgrat seines Kollegen großen Respekt. Er machte in der Sendung mehrfach deutlich, dass er und Bosbach sich sehr schätzen. "Heute Abend aber war er mir zu glatt". Bosbachs Meinung, nur der Grexit wäre eine Lösung, um die Steuerlast der Deutschen zu lindern, wird von Schulz mit den Worten "das ist Populismus was du da machst" quittiert. Zum "Du" war Schulz im Eifer der Erregung über den CDU-Politiker übergegangen.

Genug Hilfe für Griechenland

Durch seine Tätigkeit im europäischen Parlament steht Schulz auch mit Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras im Kontakt. Auf den hält er momentan keine großen Stücke, warf ihm im Gegenteil vor, nicht an einer Lösung interessiert zu sein. "Ich habe die Faxen dicke" mit der jetzigen Regierung, so der Politiker. Aber man dürfe aber auch nicht vergessen, so Schulz weiter, dass die Krise bereits in den Vorgängerregierungen begründet wurde. 

"Ich verstehe alle, die sagen, es ist jetzt genug", sagte Schulz. Auch er hätte ab und zu diesen Gedanken. Gleichzeitig sei es aber wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass Griechenland bereits auf dem Weg in die Verarmung sei. Das beträfe nicht die Reichen, die ihre Millionen ins Ausland schafften, sondern die Menschen, die kaum Geld zum Leben hätten. Dazu lieferte Studiogast Kalliopi Brandstäter viele Beispiele. Die Griechin, die in Hamburg lebt und arbeitet, besuchte ihre alte Heimat und berichtete über ihre Erlebnisse bei Jauch. Auf die Frage, ob sie für oder gegen den Grexit sei, antwortete sie zweigeteilt. Ihre "Gefühlsentscheidung sagt 'raus aus dem Euro'.  Meine Verstandsentscheidung: 'Ich habe Angst vor Unruhen, kein Grieche mit dem ich gesprochen habe, will aus dem Euro raus'".

Hermann, Wirtschaftskorrespondentin der Zeitung "taz" versuchte mehrfach zu erklären, wieso das bereits gezahlte Geld für die Rettung Griechenlands einfach weg ist. Es wird nie wieder auftauchen, da es in Griechenland in Eigentum gesteckt wurde und so keine Erträge erzielte. Sofort rief Bosbach dazwischen, dass es eben nicht weg sei, "es hat nur den Besitzer gewechselt". Die Journalistin beharrte auf ihrer Meinung und erklärte, dass durch den Grexit der Euro "von innen gesprengt" würde.

Deutlich besser als vergangene Woche

Wirtschaftsprofessor Otte sah im Grexit die Lösung des Problems. Zusätzlich plädierte er aber für Hilfskredite, die Griechenland bewilligt werden müssen. Bosbach sprang auf diesen Zug auf. "Solidarität: Ja! Hilfe in der Not: Ja! Leben auf Kosten anderer Staaten hat mit Solidarität nichts zu tun". Er befürchtete auch, dass die Hilfe, die Griechenland bei einer Kompromisslösung angeboten werden würde, dann von anderen Ländern ebenfalls eingefordert werden könnte. Diesem Vorwurf setzte keiner der Anwesenden etwas entgegen.

Am Ende des Abends war, wie so oft, klar, dass eigentlich nichts geklärt wurde. Dabei war diese Jauch-Sendung dennoch um Längen besser als die vergangener Wochen. Denn es gab eine lebendige Diskussion, es gab Talkgäste, die sich scharf angingen und dabei dennoch nicht den Respekt voreinander verloren. Die einzige Frau der Runde, Ulrike Herrmann, wusste gekonnt die Herren der Runde in die Schranken zu verweisen, Günther Jauch stellte kritische Nachfragen, die einen Mehrwert für die Sendung bildeten. 

Die Zuschauer wissen nun, dass Schulz und Bosbach sich außerhalb von Talkshows duzen und der Grexit personelle Konsequenzen haben könnte. Bis zum Donnerstag laufen die Verhandlungen noch, im Anschluss wird es auch dazu sicher wieder eine Talkrunde gebe. 

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.