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TV-Rechte der Bundesliga: Sky zahlt fast zwei Milliarden für Fußball-Rechte

Die Bundesliga wird bis 2017 live bei Sky zu sehen sein. Dafür hat der Konzern wesentlich mehr hingeblättert als erwartet. Die Telekom ist der große Verlierer des Wettbietens.

Der Bezahlsender Sky Deutschland hat im Ringen um die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga einen überraschend klaren Erfolg gegen die Deutsche Telekom errungen. Die Münchner bekamen am Dienstag von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erneut die Übertragungsrechte für die Bundesliga zugesprochen und nahmen der Telekom unerwartet auch die Rechte für die Übertragung im Internet und auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tabletcomputer ab.

"Die DFL ist ein wichtiger Partner für Sky und wir freuen uns, die langjährige Partnerschaft auszubauen", teilte Vorstandschef Brian Sullivan nach der Entscheidung mit. Sky könne seinen Kunden damit weiter alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga präsentieren. Der Vertrag läuft ab der Saison 2013/14 für vier Spielzeiten. Die Entscheidung war mit großer Spannung erwartet worden.

Sky muss für den überraschend klaren Erfolg tief in die Kasse greifen. Pro Saison zahlt der Konzern im Schnitt knapp 486 Millionen Euro und damit für die vier Spielzeiten ab 2013/14 fast 2 Milliarden Euro. Das ist fast doppelt so viel wie zwischen 2009 und 2013. Damals waren es 250 Millionen Euro pro Spielzeit.

Erst zu Beginn des Jahres hatte Großaktionär und Medienmogul Rupert Murdoch Hunderte Millionen in den Sender gepumpt, um ihn für das Bieterrennen fit zu machen.

Sky kommt nicht richtig auf die Beine

"Darüber hinaus geben uns die verlängerten und erweiterten Rechte Sicherheit für die nächsten fünf Jahre und eröffnen uns großartige neue Möglichkeiten für Wachstum und Innovation", sagte Sullivan, der den nach wie vor verlustreichen Sender im kommenden Jahr zumindest operativ wieder in die Gewinnzone führen will. Fußball ist dabei ein wichtiger Baustein, der viele Kunden lockt.

Sky, früher Premiere, kommt seit der Gründung vor mehr als 20 Jahren nicht richtig auf die Beine. Seit der Amtsübernahme von Sullivan erholt sich der Konzern aber Schritt für Schritt. Vergangenes Jahr schaffte Sky den Sprung über die wichtige Marke von drei Millionen Abo-Kunden und kündigte an, ab 2013 zumindest operativ schwarzen Zahlen schreiben zu wollen.

Sullivan hatte dank großer Finanzspritzen Murdochs das Programm des Senders kräftig ausgebaut, unter anderem mit einem eigenen Live-Sportnachrichtensender und deutlich mehr Angeboten bei hochauflösenden Programmen (HD). Zusätzlich steckte der Sender viel Geld in Werbung und konnte im vergangenen Jahr deutlich zulegen und die Verluste erheblich eindämmen. Dennoch sind die Zahlen weiter rot.

Höhepunkte aller Spiele auch im Internet

Von der Spielzeit 2013/14 an sind die Höhepunkte aller Spiele auch im Internet zu sehen. Unter www.bild.de werden bis zu sechs Minuten lange Zusammenfassungen der Begegnungen aus der ersten und zweiten Liga gezeigt, teilte das Medienhaus Axel Springer ("Bild, "Die Welt") am Dienstag nach dem Kauf der Rechte von der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit.

Der Abruf soll eine Stunde nach Spielende als Pay-Angebot und ab 0 Uhr des Folgetages frei empfangbar möglich sein. Das Angebot für WEB-TV und Smartphones ist kostenpflichtig, ein konkreter Preis stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin. Bei den Spielen am Freitag und Sonntag werden bereits 60 Minuten nach Abpfiff die Höhepunkte gezeigt, am Samstag laufen die Zusammenfassungen der 15.30-Spiele um 18.30 Uhr, ab 21.15 Uhr folgt das Top-Spiel. Das gleiche gelte für die 2. Liga.

Axel Springer hatte erstmals Verwertungsrechte des Ligaverbandes erhalten. Was das Zeitungshaus für das sogenannte Paket M bezahlt, wollte die Sprecherin nicht sagen. Die Rechtepakete seien "wie gemacht" für die Bezahlstrategie von "Bild", erklärte Donata Hopfen, Geschäftsführerin von Bild digital. Der Erwerb sei ein wichtiger Schritt, um auf allen digitalen Endgeräten ein attraktives Bezahlangebot etablieren zu können.

jar/DPA / DPA