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Neue TV-Serie "Versailles": Wenn der Sonnenkönig zum Pornokönig wird: Zu viel Sex vertreibt die Briten

Sex sells. Denkt man, stimmt aber nicht. Bei der Ausstrahlung der Erotik-gesättigten Serie "Versailles" liefen der BBC die Zuschauer immer dann weg, wenn die königlichen Bettspiele begannen.

In der Serie "Versailles" errichtet Ludwig XIV seine Herrschaft im Reich der Erotik.

In der Serie "Versailles" errichtet Ludwig XIV seine Herrschaft im Reich der Erotik.

Die europäische Serie "Versailles" folgt den Spuren Ludwigs XIV. - aber die Schlachten des TV-Monarchen werden hauptsächlich in der Horizontalen und unter Röcken geschlagen. Schon die erste Folge startete mit einem Feuerwerk von Erotikszenen. Nur zwei Minuten nach Beginn gab es bereits die erste heftige Sexszene. Überspitzt könnte man sagen, zwischen die Hardcore-Shots hat sich etwas Handlung eingeschlichen. Doch der erotische Funke sprang nicht über. Von 2,4 Millionen Zuschauern flüchteten 650.000 vor dem Sexspektakel. 25 Prozent Schwund während einer Episode ist ein Debakel. Die Serie fiel also mit Pauken und Trompeten durch. Besonders delikat: Eine detaillierte Statistik beweist, dass die Sex-Szenen die Zuschauer in Wellen vom Bildschirm weg trieben.

Französische Produktion für 30 Millionen

Das Experimentm, von den freizügigen Franzosen eine 30-Millionen-Euro-Serie für die zugeknöpften BBC-Briten herstellen zu lassen, hat sich nicht bewährt. Nach Angaben der "Sun" zappten 300.000 nach zwei Minuten weg, als der König erstmals über die Schauspielerin Alexia Giordano herfiel, den nächsten 300.000 reichte es, als es der Monarch mit Noémie Schmidt trieb, die seine Schwägerin spielte. Eine schwule Kussszene vertrieb nur 50.000 User. Ein Zeichen der Toleranz. Als der lockige Ludwig, die Frau seines Bruders Philippe vergewaltigte, drückten weitere 500.000 den Ausknopf.

Beim Sonnenkönig geht es heftig zu-

Beim Sonnenkönig geht es heftig zu-


Wenig Lob im Netz

Zusammengenommen sind diese Zahlen so groß, dass die Serie mit einer Zuschauerzahl nahe Null hätte enden müssen. Aber offenbar erholten sich viele Zuschauer nach einigen Minuten von dem Schock und schalteten dann doch wieder ein. In den Online-Kommentaren fiel die Kritik harsch aus. Gelobt wurden Kamera und Ausstattung, aber das war es auch schon. Ein typischer Tweet lautete: "Die Schuhe sind ein Wunder, das Drehbuch eine Schande". Mit Abstand am meisten wurden die Frisuren gelobt. Die Handlung wurde als unwichtig eingestuft und die schauspielerischen Leistungen "hölzern" genannt - abgesehen von der Bett-Akrobatik.

In Deutschland läuft die Serie bislang nur bei Sky Sollte sie irgendwann im Free TV starten, bleibt den deutschen Zuschauern vermutlich ein Sex-Schock erspart, weil für den deutschen Markt meist heftig geschnitten und entschärft wird.


Kra
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