HOME

Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipp 9.10.: "Notting Hill": Als Hugh Grant noch knackig war

Hugh Grant gibt den liebenswerten Tollpatsch mit Wuschel-Frisur, Julia Roberts den perfekten Hollywoodstar und London sieht großartig aus: "Notting Hill" ist unser TV-Tipp des Tages.

William Thatcher (Hugh Grant) ist geschieden und betreibt einen Reisebuchlanden in Notting Hill

William Thatcher (Hugh Grant) ist geschieden und betreibt einen Reisebuchlanden in Notting Hill

"Notting Hill"
20.15 Uhr, ZDF Neo
ROMANTISCHE KOMÖDIE Mit 15 war ich zum ersten Mal in London und habe mich sofort in die Stadt verliebt. Ich schlenderte über den Camden Market, probierte begeistert das fettige Pub-Essen und ließ mich an der Themse vom britischen Flair einlullen. Ein weiteres Highlight war ein Kinobesuch. Gerade war eine romantische Komödie angelaufen, die in London spielt: Auf dem Filmplakat tapste Hugh Grant mit wuscheligem Haar an einem Poster von Julia Roberts vorbei - natürlich wollte ich unbedingt rein.

"Notting Hill" gilt heute als einer der bekanntesten romantischen Komödien im Filmkanon. Dabei ist die Story simpel und wie im Genre üblich vorhersehbar: Normalo William (Grant) verliebt sich in Hollywoodstar Anna (Roberts), bis zum Happy-End gibt's niedliche Komplikationen. Trotzdem lohnt sich der Film immer wieder. Drehbuchautor Richard Curtis, der auch "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" oder "Love Actually" schrieb, hat nämlich ein Händchen für das Genre.

Das fängt bei den top besetzten Nebenfiguren an: Rhys Ifans als Williams chaotischer Mitbewohner oder Emma Chambers als seine leicht durchgeknallte Schwester Honey stehlen den Stars oft die Show. Meine Lieblings-Sequenz ist deshalb auch das Geburtstagsdinner für Honey, in der wir gemeinsam mit Anna erstmals auf Williams Freundeskreis treffen. Sehr treffend ist auch die Handlung rund um den Paparazzi-Wahnsinn, den Promi Anna aushalten muss - und das vor den Zeiten von Blogs, Twitter und Co. Außerdem sieht London im Film einfach so verdammt hübsch britisch aus.

Bei meinem nächsten London-Besuch habe ich natürlich auf einen Ausflug nach Notting Hill bestanden, um die berühmte blaue Tür zu suchen, hinter der sich Hugh Grant in Julia Roberts verliebt hat. Die gab's aber schon nicht mehr - der Touristenansturm war den Anwohnern nach dem Erfolg des Films einfach zu groß geworden.
Ein TV-Tipp von Kultur-Redakteurin Sarah Stendel


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

Der Feind in meinem Bauch

, 3Sat, 20:15 Uhr
DOKU Wir wollen Latte ohne Laktose und Milchschaum ohne Blähbauch-Effekt. Und das alles zum Mitnehmen. Verrennt sich die To-go-Gesellschaft in Hypochondrien - oder wird unsere Nahrung wirklich immer unverträglicher? Antwort liefern hier u. a. Forscher der Uniklinik Mainz. (bis 21.00)

The Voice of Germany

Pro7, 20:15 Uhr
CASTINGSHOW Die RTL-Kopie "Rising Star" ging baden, das Original läuft mittlerweile in mehr als 70 Ländern. Um die 30 Prozent der jungen Zuschauer schalten in Deutschland ein. Obwohl - oder weil? - bei "The Voice" musikalisch nicht alles Mainstream ist. "Ich hoffe, wir kriegen diese Rihanna-Scheiße mit ein bisschen Übung weg", briefte Samu Haber zu Beginn der letzten Staffel sein Team. Auch in Runde vier gibt der Finne von Sunrise Avenue den Schnuffel der Jury. Dazu kehrt Ray Garvey mit neuen Wortschöpfungen zurück. Premiere als Juroren feiern Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier und Stefanie Kloß von Silbermond als Nena-Nachfolgerin. Los geht es mit den Blind Auditions. (bis 22.30)

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo