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TV-Tipp 23.8.: "Rango": Echse im Westerntaschenformat

Wer sagt denn, dass nur Bud Spencer und Terrence Hill Western spielen dürfen? Chamäleon Rango steht der Sheriffhut auch nicht schlecht. Kaltblütig gut.

Es ist schon ein härteres Pflaster, das Leben außerhalb des Terrariums: Chamäleon Rango (gesprochen von Johnny Depp / David Nathan) muss sich im Wild, Wild West noch etwas eingewöhnen.

Es ist schon ein härteres Pflaster, das Leben außerhalb des Terrariums: Chamäleon Rango (gesprochen von Johnny Depp / David Nathan) muss sich im Wild, Wild West noch etwas eingewöhnen.

"Rango"
20.15 Uhr, Sat.1
WESTERNPERSIFLAGE Ich gebe zu, dieser Film ist mir damals durchgerutscht. Der Trailer war so lala und auf einen weiteren, ach-so-lustigen Animationsfilm mit sprechenden Tieren hatte ich wenig Lust. Ein Fehler. Denn "Rango" ist tatsächlich das, was immer alle Filmemacher und Werbefritzen von ihren Produkten behaupten - anders.

Dabei hätte ich schon bei der Besetzung hellhörig werden müssen. Johnny Depp spricht (zumindest im Original) in seiner bekannt schloddrigen Art Rango, ein Haus-Chamäleon mit großer Klappe, das nach einigen Irrungen und Wirrungen in der Westernstadt "Dreck" landelt, sich dort als Westernheld ausgibt und zum Sheriff ernannt wird. Ihm gegenüber steht Bill Nighy, der als Texas-Klapperschlange, einer von Rangos zahlreichen Widersachern mit dabei ist.

Dass damit gleich zwei Hauptdarsteller aus der "Fluch der Karibik"-Riege bei "Rango" mitmischen, ist kein Zufall. Denn kein geringerer als Gore Verbinski führte bei dieser Westernpersiflage, die gleichzeitig Hommage an die alten Klassiker von Eastwood bis Leone ist, Regie. So am Herzen lag ihm das Projekt, dass Verbinski dafür sogar den Stuhl beim vierten "Fluch der Karibik"-Teil links liegen ließ.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Blur/Oasis"
21.45 Uhr, Arte


MUSIK Im August 1995 brachten Blur und Oasis am selben Tag ihre Singles "Country House" und "Roll With It" heraus. Längst kämpften die Londoner Blur- Jungs ( Damon Albarn) ebenso wie die Oasis- Rotzlöffel aus Manchester nicht mehr nur um Verkaufszahlen. Sie wollten das musikalische Sprachrohr ihrer Zeit sein. Gab es die Rivalität wirklich, oder diente sie nur der Imagepflege? Dank genialer Songs war das den meisten Fans egal. Am Ende erlagen ihre Götter ohnehin einem ganz banalen Musikerschicksal. Teaminterne Fehden sorgten für die Auflösung der Bands. Die "Battle of Britpop": Pflicht im Arte- Schwerpunkt über die Musik der 90er. Mit „Oasis live from Manchester 2005“ folgt die Kür. (bis 22.40)

"Roland Klick – The Heart is a Hungry Hunter"
23.15 Uhr, ZDF Kultur


PORTRÄT "Wenn dein Dope Film ist, dann wirst du filmabhängig..." Szenen und Statements vom Kultregisseur (u. a. "Deadlock" und "White Star", 3sat, 24.8.), der am 4. Juli 75 wurde. (bis 23.25)

"Elizabeth"
20.15 Uhr, RTL 2


HISTORIENDRAMA Was die Leugnung alles Mensch lichen zugunsten politischer Triumphe an Tragik birgt, zeigt das Leben von Elisabeth I., die von 1558 bis 1601 England regierte. In der Titelrolle wandelt sich Cate Blanchett von der lebensfrohen Frau zur bleichen Monarchin. (bis 22.40)