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TV-Tipp des Tages für den 19.3.: Die unglaubliche Flucht des Monsieur Papillon

Als Mörder in eine französische Strafkolonie verbannt drängt es "Papillon" in die Freiheit. Überbordende Fantasie oder reale Fluchtbeschreibung? Auf jeden Fall unser TV-Tipp des Tages.

Traum von Freiheit: Ohne "Papillon" wäre der Fälscher Louis Dega (Dustin Hoffman) erst gar nicht auf der Todesinsel angekommen

Traum von Freiheit: Ohne "Papillon" wäre der Fälscher Louis Dega (Dustin Hoffman) erst gar nicht auf der Todesinsel angekommen

"Papillon" 23:30 Uhr, Hessischer Rundfunk
Frankreichs literarischer Überflieger des Jahres 1969 war ein Ex-Sträfling. Henri Charrière, unter Ganovenkumpels nur "Papillon" (Schmetterling) genannt, verzückte mit der Niederschrift seiner Zeit auf der Teufelsinsel die Kritiker wie die Herzen der Damen. Die Teufelsinsel, das war Frankreichs berüchtigte Strafkolonie. Was hatte dieser verwegene Mann nicht alles erlebt! Unschuldig (sagte er) wegen Mordes verurteilt, Deportation auf die berüchtigte Insel, jahrelange Einzelhaft ("Wir zerbrechen Sie physisch und seelisch und da oben!") und Fluchtversuche, die ihn auf eine Lepra-Kolonie und in die Arme einer Indio-Dame trieben.

Kein Wunder, dass die Verfilmung nicht lange auf sich warten ließ: Vier Jahre nach Veröffentlichung von Charrières Autobiografie kam "Papillon" in die Kinos. In den Hauptrollen: Steve McQueen als Charrière und Dustin Hoffman als Louis Dega, verurteilter Fälscher und Papillons Leidensgenosse. Der Film heroisiert "Papillon" als einen unbedingten Verfechter der Freiheit. Auch, wenn er immer wieder scheitert und schließlich völlig verwahrlost, gibt McQueens Charakter niemals auf und würde lieber sterben, als den Rest seines Lebens in Gefangenschaft zu verbringen.

Ist diese Geschichte zu schön um wahr zu sein? Wahrscheinlich. Viele der im Buch beschreibenen Erlebnisse hat Charrière wohl nicht selbst erlebt, sondern kannte sie nur vom Hörensagen der Mitgefangenen. Was dem Film aber nichts von seiner Stärke nimmt. Als Plädoyer an den Freiheitsdrang des Menschen ist "Papillon" so aktuell wie eh und je. Seine Darstellung des brutalen Haftalltags auf Französisch-Guayana hat die Zeiten allerdings nicht schadlos überdauert: In einer Zeit, in der drastische Folterdarstellungen auf der Leinwand längst Usus geworden sind, muten die Gewaltszenen in diesem Streifen fast schon harmlos an. Was einem irgendwie zu denken gibt.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo