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TV-Tipps des Tages für den 31.3.: Vorsicht, bissiger Graf!

"Twilight" und all die blutleeren Beißschmonzetten können einpacken: "Bram Stoker's Dracula" ist der ultimative Film zum ultimativen Vampirroman. Unser TV-Tipp des Tages mit Biss.

"Bram Stoker's Dracula"
21.00 Uhr, Arte
GOTHIC-HORROR Vampire faszinieren mich. Als Kind habe ich keine Folge von "Graf Duckula" und "Anton, der kleine Vampir" verpasst. Für meine Magisterzwischenprüfung bettelte ich meinen Prof so lange an, bis ich Murnaus Stummfilmklassiker "Nosferatu" zum Thema machen durfte. Und wenn ich in einer dunklen Nacht wieder einmal Bram Stokers "Dracula" zur Hand nehme, schließe ich auch heute noch die Fenster. Man weiß ja nie.

Genauso wie "Dracula" der ultimative Vampirroman ist, ist Coppolas "Bram Stoker's Dracula" von 1992 die wohl ultimative Verfilmung des Stoffes. Zumindest ist es die Version, die der Buchvorlage am nächsten kommt. Und ein bisschen Werktreue war durchaus angebracht, nachdem der Graf zuletzt in immer absurderen (wenn auch amüsanten) Trash-Filmen verheizt wurde.

Die Geschichte ist bekannt: Jonathan Harker reist ins ferne Transsilvanien, um einen exzentrischen neuen Kunden zu betüddeln. Ein Graf namens Dracula erwägt, ganz groß ins Londoner Immobiliengeschäft einzusteigen. Doch als Harker im abgelegenen Schloss seines Kunden ankommt, beschleicht ihn ein beklemmendes Gefühl. Warum zeigt sich sein Auftraggeber nur nachts - und was hat es mit den seltsamen Stimmen auf sich, die ihn zu rufen scheinen? Als Dracula dann auch noch ein Bild von Harkers Verlobter Mina erblickt, muss der junge Mann erkennen: Der Graf will ihn nie wieder gehen lassen.

Zugegeben - Gary Oldmans Outfit als alternder Dracula ist extrem gewöhnungsbedürftig und erinnert eher an eine japanische Geisha als an einen rumänischen Fürsten. Ob auf dem Schloss wohl gerade Cosplay-Themenabend angesagt war? Aber die beeindruckenden Bilder, mit denen der deutsche Kameramann Michael Ballhaus das viktorianische Zeitalter wieder auferstehen lässt, versöhnen uns doppelt. Vor allem, wenn man bedenkt, welch blutarme Zeiten das Vampirgenre in den 2000ern durchmachen musste. Heute Abend wird es endlich wieder blutig. Und zum Snacken gibt es Knobibrot. Man weiß ja nie.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Ein Mann, drei Leben – Mr. Nobody"
20.15 Uhr, Einsfestival
SCI-FI Anno 2092 hat die Menschheit den Tod besiegt. Der letzte Sterbliche stellt sich vor, wie sein Leben verlaufen wäre, hätte er als junger Mann (Jared Leto) andere Entscheidungen getroffen. Drei Frauen hat Nemo geliebt. Mit welcher hat er sein Leben gelebt? Ist er in England geblieben, um seinen Vater zu pflegen, oder hat er sich in Kanada in die Tochter seines Stiefvaters verliebt? - Jaco van Dormael ("Toto, der Held") stellt die Optionen gleichberechtigt nebeneinander und entführt den Zuschauer in eine Vorstellungswelt, in der kleine Ereignisse große Veränderungen aus lösen. Ein virtuoses Spiel mit den Zufällen des Lebens. (bis 22.25)

"Zwischen Hoffnung und Verzweiflung"
20.15 Uhr, 3Sat

DOKU Jörg Armbruster und Richard C. Schneider befragen Menschen zwischen den Fronten. Ihre Doku liefert eine sorgsame historische Bestandsaufnahme der Konflikte und Vermittlungsversuche im Nahen Osten nach dem Arabischen Frühling. (bis 0.15)

"Homevideo"
20.15 Uhr, 3Sat

DRAMA Weil Jakobs Mutter seine Kamera verleiht, gerät ein Video in Umlauf, das dem schüchternen Jungen (Jonas Nay) ein normales Leben unmöglich macht... Das Drama eröffnet die Filmreihe "Ausgezeichnet" zur 50. Verleihung des Grimme-Preises am 4.4. (bis 21.45)

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