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Momente der TV-Geschichte Der erste Millionengewinner bei Jauch: "Das Geld war nach einem Jahr weg"

Eckhard Freise
Der erste "Wer wird Millionär?"-Millionär Eckhard Freise
© DB RTL/ / Picture Alliance
Noch nie hat ein Kandidat alle Fragen richtig beantwortet: Am 2. Dezember 2000 stellt Günther Jauch bei "Wer wird Millionär?" die Millionenfrage. Geschichtsprofessor Eckhard Freise zögert - doch dann passiert das Unglaubliche.

Die Anspannung an diesem Abend im Kölner Studio ist riesig. Kandidat Eckhard Freise steht bei "Wer wird Millionär?" vor der Millionenfrage. Eine letzte richtig beantwortete Frage fehlt ihm zum Sieg. Noch nie zuvor in der Geschichte der Spielshow mit Günther Jauch hatte ein Kandidat den Hauptgewinn mit nach Hause genommen. Doch dieser 2. Dezember 2000 geht in die Geschichte deutscher Rateshows ein.

"Mit wem stand Edmund Hillary 1953 auf dem Gipfel des Mount Everest?", will Moderator Jauch von seinem Kandidaten wissen. Die Antwortmöglichkeiten: A: Nasreddin Hodscha; B: Nursay Pimsorn; C: Tenzing Norgay; D: Abrindranath Singh. Freise, der keinen Joker mehr hat, muss überlegen. Nach einem Moment ist er sicher: Es kann nur Norgay sein. Er loggt C ein – und gewinnt als erster eine Million D-Mark bei "Wer wird Millionär?".

Nach Feiern ist dem damals 56-jährigen Geschichtsprofessor allerdings nicht zumute. Ruhig bleibt er auf seinem Stuhl sitzen, während um ihn herum alle jubeln. "Ich habe erst gar nicht begriffen, was los ist", wird er später sagen. Wie er es zur Million geschafft hat, beantwortet er ganz einfach: "Es reicht nicht, viel zu wissen. Es müssen auch die richtigen Fragen kommen."

Freise verheimlicht seinen "Wer wird Millionär?"-Erfolg

Der Mann mit dem Kinnbart verdankt seine Teilnahme in der Quiz-Show seinem Sohn. Er habe eine Wette gegen ihn verloren, habe sich dann bei "Wer wird Millionär?" angemeldet. Einen Tag nach der Aufzeichnung der Millionenshow geht Freise ganz normal zur Arbeit. "Ich war ein bisschen müde, habe aber dicht gehalten", sagt er später. Seine Kollegen von der Universität Wuppertal erfahren erst bei der Ausstrahlung, dass Freise zum Millionär geworden ist.

Den Gewinn, der damals noch in D-Mark ausbezahlt wird, ist schnell weg. Freise bezahlt davon seine Doppelhaushälfte ab, den Rest der Summe spendet er. Bis heute ist er gern gesehener Gast in Rateshows und gilt als Koryphäe für Wissensfragen aller Art. Besonders gerne wird er von WWM-Kandidaten als Telefonjoker gebucht. Das macht dem 75-Jährigen allerdings nur mäßig Spaß.

"Nun ja - die Telefonjoker sind die ärmsten Säue. Die sitzen drei Stunden rum und dann kommt kein Anruf, weil die Kandidaten einen ihrer anderen drei Experten nehmen. Ich könnte ein Buch darüber schreiben: Mein Warten als Telefonjoker."

mai

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