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Trend gefärbte Achselhaare: Der Punk unter den Armen

Ein neuer Schönheits-Trend breitet sich aus - in den Achselhöhlen der Frauen: Statt sie zu rasieren, lassen sie ihre Haare wachsen und färben sie dann bunt. Entsteht ein neues Frauenbild?

Die Friseurin Roxie Hunt aus Seattle färbte die Achselhaare ihrer Kollegin blau - und löste damit einen Trend aus

Die Friseurin Roxie Hunt aus Seattle färbte die Achselhaare ihrer Kollegin blau - und löste damit einen Trend aus

Jetzt wird es nicht nur haarig, sondern auch noch bunt: Immer mehr Frauen lassen sich ihre Achselhaare wachsen und färben sie zudem bunt. Weltweit bekennt sich das weibliche Geschlecht immer öfter zu dem Trend. Entsteht ein neues Frauenbild?

Der Ursprung soll bei der Friseurin Roxie Hunt in der US-Stadt Seattle liegen. Sie wollte einen Akzent zum blauen Kopfhaar ihrer Kollegin setzen und bot ihr an, auch die Achselhaare zu färben, berichtet die "Washington Post". "Es war ein Experiment", sagte Hunt. Die Friseurinnen machten Fotos, posteten sie und – "die Leute haben sie geliebt."

Daraufhin entstand ein How-to-Blog, mit Tipps für interessierte Frauen. Der wurde bereits mehr als 36.000 mal geteilt. Zahlreiche andere Frauen posteten plötzlich Bilder mit gefärbten Achselhaaren und die Bewegung "free your pits" (Befreie deine Achselhöhlen) war geboren, die Hashtags freeyourpits und #dyedpits verbreiteten sich.


Bisher sollte körperweite Haarlosigkeit Jugend symbolisieren, viele unterwarfen sich diesem streng beobachteten Schönheitsideal. Hunt schrieb sogar ein Manifest gegen diesen Wahn. "Ob man sich rasiert oder nicht, Frauen sollten Entscheidungen über ihren Körper treffen können, ohne von anderen beurteilt zu werden." Sie sieht die Bewegung als Chance zu diskutieren, wie wichtig es sei "sich selbst treu zu sein und seinen Körper zu lieben".

Ganz neu ist der Trend natürlich nicht. Schon 1972 argumentierte Alex Comfort in "The Joy of Sex", dass die weiblichen Achseln "auf keinen Fall rasiert werden sollten".

Auch die 17 Jahre alte Schülerin Destiny Moreno aus Seattle schloss sich dem Trend an und postete YouTube-Videos, in denen sie zeigt, wie sie ihre Achseln färbt. Ihre Familie war zunächst entsetzt, Freunde hingegen unterstützen sie und manche machten sogar mit. Die Mehrheit der Reaktionen sei negativ gewesen, sagt Moreno. Sie sei unbeeindruckt, aber mache sich Sorgen um andere Teenager, die den Trend möglicherweise ausprobieren wollten.

Die lebhafte Diskussion im Internet über das festgefahrene Ideal von Schönheit ist begrüßenswert. Nachahmer gibt es aber auch schon aus Brasilien. Ob der Trend auch nach Deutschland schwappen wird?

mka
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