"Abgewatscht" - Promis der Woche Knasterfahrung und Liebesentzug


Während Verona Pooth mit Steuerfahndern Kaffee trinkt, lernt Ben Tewaag alles über Knasthierarchien. Madonna wartet auf den Papst, und Peter Maffay rettet Deutschland, ach was, die ganze Welt.
Von Stefan Mielchen

Geld verdirbt den Charakter, heißt es. Doch der Volksmund sollte besser mal die Klappe halten. Zumindest im Fall der grundehrlichen Verona Pooth. Die hat sich ihr auf 20 Millionen Euro geschätztes Vermögen schließlich nicht erzumwinkelt, sondern hart erarbeitet! "Ich habe alle meine Gelder immer ordnungsgemäß in Deutschland versteuert", beteuert Verona. Die Jungs, die in dieser Woche die Poothsche Villa heimsuchten, waren sicher nichts anderes als getarnte Autogrammjäger. Zumindest erhält die Öffentlichkeit jetzt interessante Einblicke in die Arbeitsweise der Finanzbeamten: "Die Steuerfahnder waren sehr höflich und haben bis zum Eintreffen meines Anwalts mit uns eine Tasse Kaffee getrunken", erzählte Verona. "Dann wurde kurz in meinen Schreibtisch geschaut." Ansonsten machte Frau Pooth das, was sie bis zur Perfektion beherrscht. Sie stellte sich dumm: "Wer versteht in Deutschland schon seine Steuererklärung?", fragte das bolivianische Unschuldslamm. Mensch, Verona: 11880 - da werden sie geholfen!

"Wir sind ja keine kriminelle Familie": Diesen Verona-Satz würde wohl auch Uschi Glas gerne in die Fernsehkameras sprechen. Statt dessen gibt "Schätzchen"-Sohn Ben Tewaag mittlerweile die Interviews - aus dem Knast heraus! In der JVA Frankfurt scheint es der 32-Jährige wenig kommod angetroffen zu haben: "Ben gehört im Bau zur Unterschicht", zitiert die "Bild"-Zeitung einen Mithäftling. Nur im Bau? Der verurteilte Prügelknabe selbst durfte der "Bunten" aus seiner grauen Zelle heraus in den Block diktieren: "Jetzt lerne ich, wie wichtig mir doch das Leben ist." Resozialisierung kann so anrührend sein!

Kontrolle der Schneehöhe

Was auch im Fall des nicht minder durchgeknallten Schauspielers Rolf Zacher gilt. Bei dem ist auch nie ganz klar, was er gerade eingeworfen hat - nur, dass es immer zuviel oder zuwenig ist. Auch Zacher weiß aus eigener Anschauung, dass schwedische Gardinen keine Goldkante haben. Doch der 67-Jährige begibt sich jetzt freiwillig in den Knast. Zumindest in jenen, den im Auftrag der ARD die Telenovela "Rote Rosen" verbricht, für die sich erwachsene Menschen in einem idyllischen Fernsehstudio in der Lüneburger Heide einsperren lassen. An der Serienarbeit schätzt Zacher nicht etwa die künstlerische Herausforderung, sondern vor allem, dass sie schnell vorbei ist: "Mir geht diese überflüssige Warterei beim Drehen so auf den Wecker", verriet er. Kleiner Tipp: Einfach mal eine Serie in den Bergen drehen - da kann man in den Pausen die aktuelle Schneehöhe kontrollieren.

Dafür wäre bestimmt auch Tim Mälzer zu begeistern, der jetzt zugab, sich in den vergangenen Jahren oft zum Affen gemacht zu haben: "Selbst die größten Albernheiten haben mich bekannter gemacht. Und ich fand das ja auch geil", sagte der Fernsehkoch dem "Spiegel". Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, möchte man meinen. Doch weit gefehlt: "Wir brauchen künftig keine Kochshows mehr", findet Mälzer - und tritt daher konsequenterweise im April die Nachfolge von Alfred Biolek an. Timissimo!

Mauer weggesungen

Wie gut, dass es auch noch solch unprätentiöse Vertreter wie Peter Maffay gibt. Der hat jetzt behauptet, dass seine Konzerte in der DDR mit dazu beigetragen hätten, dass die Mauer fiel. Da mag sogar was dran sein: Schließlich konnten die Menschen hinter dem Eisernen Vorhang sich weder wehren noch weglaufen. Wahrscheinlich hat genau das damals die Unruhen in der Ostzone ausgelöst.

War sonst noch was? Na klar: Madonna und ihr brasilianischer Gespiele halten die Welt weiter in Atem. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Papst mit ein paar klärenden Worten einschaltet. Die Schlagzeile "Madonna setzt Jesus vor die Tür" kann Benedetto schließlich nicht gänzlich kalt lassen. Genau das aber ist in dieser Woche passiert, nachdem Jesus in Rio neulich die Püppchen tanzen ließ. Doch der 22-jährige Schönling gibt sich unschuldig: "Meine Mama stand neben mir, und ich würde niemals mit einer Frau intim werden, wenn Mama in der Nähe ist!" Vor allem, wenn Mama 15 Jahre jünger ist als die eigene Freundin. Ödipus, ick hör' dir trapsen. Zu allem Überfluss ist nun auch noch Madonnas nächste geplante Adoption gefährdet: "Im Prinzip sind wir gegen die Entsendung unserer Kinder in zerbrochene Familien", heißt es aus dem zuständigen Ministerium in Malawi. Das lässt hoffen, denn auch Michael Jackson kündigte an, noch einmal Adoptiv-Papi werden zu wollen.

Posthum wurden jetzt sogar John F. Kennedy noch einmal Vaterfreuden zuteil. Eine 87-Jährige Österreicherin behauptet neuerdings, während eines gemeinsamen Wochenendes auf Kuba von ihm schwanger geworden zu sein. Nach den heißen Tagen in der Schweinebucht hieß es Anfang 1946 angeblich "Happy Birthday, Mr. President"... Der kleine Tony ist heute 63 und möchte endlich aus dem Kinderparadies abgeholt werden. Vielleicht sollte Madonna sich seiner annehmen und die Adoption beantragen. Kennedys Sohn oder Jesus - das kommt für Amerikaner doch ungefähr aufs Gleiche raus.


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