HOME

"Betende Hände" für die Philippinen: Wie Justin Bieber mit Grafitti Taifun-Opfern helfen will

Imagepflege oder echte Nächstenliebe? Nach zu lauter Party mit Polizeieinsatz macht Popsensation Justin Bieber auf barmherzig - und zeigt sich betend für die Taifun-Opfer.

Von Frank Siering, Los Angeles

Teenie-Schwarm Justin Bieber steht vor einer weißen Wand, den grauen Kapuzenpullover über eine Baseballmütze gezogen. Seine Augen sind geschlossen, die Hände zum Gebet gefaltet. Auf der Wand hinter ihm zu sehen: betende Hände und der Spruch: "Pray 4 Philippines", unterschrieben mit den Initialien: JB. Zusammen mit seinem Kumpel Milk Tyson hat Bieber das Wandgemälde, das in seiner Einfachheit eher an eine Schülerzeichnung aus der vierten Klasse erinnert, am Samstagabend mit ein paar Sprühdosen angefertigt.

Wie das US-Promiportal "TMZ" berichtet, sollen die Spraydosen und ein signiertes Foto des Bieber-Kunstwerks nun an den höchst bietenden Fan versteigert werden. Der Erlös soll an Taifun-Opfer in den Philippinengehen. Zusätzlich wolle der "Biebs" auch selbst in die Tasche greifen und einen "beachtlichen Betrag" an die Sturmopfer spenden.

Kritiker vermuten PR-Aktion

Die Fans zeigten sich am Wochenende jedenfalls begeistert, dass der Teenie-Star seine Berühmtheit für einen guten Zweck einsetzt. Wie "TMZ" weiter berichtet, will es Bieber angeblich nicht bei dieser einmaligen Aktion belassen. Freunde des 19-Jährigen sagten der Seite, er habe sich vorgenommen, für die Philippinen das zu tun, was Sean Penn für die Erdbeben-Opfer von Haiti leistet: als eine Art Heilsbringer zu fungieren, der sich unentwegt für die in Vergessenheit geratene Karibik-Insel einsetzt.

Kritiker hingegen wittern hinter der neuen "Tagging"-Aktion von Bieber eher eine ausgeklügelte PR-Aktion, die von den vielen Negativschlagzeilen der letzten Zeit ablenken soll. Ob das nun Fehltritte mit einem Gelegenheits-Model in Brasilien, Respektlosigkeit gegenüber Fans in Argentinien oder viel zu laute Partys in seinem Haus im kalifornischen Calabassas sind - Bieber scheint derzeit oft und gerne ins Fettnäpfchen zu treten.

Wenn die Polizei dreimal klingelt

Noch einen Tag vor dem Spendenaufruf hatte ein Nachbar die Polizei gerufen, weil Bieber gemeinsam mit Snoop Lion (ehemals Snoop Dog) wieder einmal zu laut gefeiert haben soll. Gleich dreimal musste die Polizei anrücken: Das erste Mal klingelten die Beamten gegen ein Uhr morgens. Zwei Stunden später standen sie wieder auf der Matte, um 5.30 Uhr zum letzten Mal. Nach Aussagen des schlaflosen Nachbarn waberte die ganze Nacht lang der Geruch von Marihuana durchs Millionärsviertel.

Nun also zeigt sich ein scheinbar geläuterter Bieber den Fans. Zumindest zum Wochenanfang. Bis zum Wochenende kann sich in der Zeitraffer-Welt von JB sicher noch einiges ändern ...