VG-Wort Pixel

"New York Times" "Nipplegate"-Skandal: Neue Doku verteidigt Janet Jackson – aber die will das gar nicht

Janet Jackson und Justin Timberlake
Janet Jackson und Justin Timberlake beim Super Bowl 2004
© Hahn Lionel/ABACA / Picture Alliance
Die "New York Times" klärt in einer neuen Doku über einen der größten Fernsehskandale der Nullerjahre auf: das sogenannte "Nipplegate". Janet Jackson scheint kein Fan des Films zu sein. Obwohl der zu ihrer Gunst ausfällt.

Manchmal kommt es vor, dass ein Skandal Jahre später mit ganz anderen Augen gesehen wird. Ein prominentes Beispiel ist "Nipplegate".

Als Justin Timberlake in der Super Bowl Halftimeshow 2004 Janet Jacksons Brust entblößte, sorgte das im prüden Amerika für einen Aufschrei, immerhin schauten auch Kinder zu. In einem Land, in dem jedes "Shit" gepiept wird, war der folgende Skandal wenig verwunderlich. 

Doku über "Nipplegate"

Und doch wird "Nipplegate" heute anders eingeschätzt. Denn der Fauxpas hatte hauptsächlich für Eine Folgen: Janet Jackson. An Justin Timberlake ging das Ganze relativ spurlos vorbei. Die "New York Times"-Doku "Malfunction: The Dressing Down of Janet Jackson" geht diesem Ungleichgewicht auf den Grund und offenbart, wie Jackson im Anschluss zur Persona non grata wurde. 

Eigentlich also gut für die Schwester von Michael Jackson. Denkt man. Doch wie ihr ehemaliger Stylist, Wayne Scot Lukas, erzählt, denkt Jackson ganz anders über den Film. "Sie möchte, dass diese Dokumentation verschwindet. Sie hat nicht um eine 'Free Janet'-Dokumentation gebeten. Sie ist nicht daran interessiert", sagte er "Page Six". In diesem Jahr lenkte die "New York Times" mit ihrem Film "Framing Britney Spears" die Aufmerksamkeit auf die "Free Britney"-Bewegung. Lukas und andere Beteiligte seien wohl gefragt worden, an der Aufarbeitung mitzuarbeiten. "Sie hat uns gebeten, es nicht zu tun. Sie möchte ihre Geschichte selbst erzählen", verdeutlichte er. 

Britney Spears postet Tanzvideo auf Instagram

Janet Jackson will ihre Geschichte erzählen

Das könnte darauf hindeuten, dass Jackson an ihrer eigenen Doku oder Ähnlichem arbeitet. Genug zu erzählen hätte sie. Denn den größten Schaden hatte sie nach "Nipplegate". Obwohl sie zu einer öffentlichen Video-Entschuldigung gezwungen wurde, in der sie betonte, es sei so nicht geplant gewesen, war sie für viele Branchengrößen Persona non grata. Diverse Unternehmen, darunter Viacom (denen MTV und Paramount gehört), der Fernsehsender CBS und diverse Broadcasting-Stationen setzten Jackson und ihren Katalog auf eine sogenannte "Blacklist".

Die Folge: Unzählige Fernseh- und Radiostationen hörten auf, ihre Musik zu spielen und ihre Videos zu zeigen. Während die Schwester des "King of Pop" vorher als Superstar galt, hatte die Sperrung auch eine negative Auswirkung auf ihre Chartplatzierungen. Kritiker bemerkten damals, dass Janet Jackson wohl schwerer bestraft würde, weil sie eine schwarze Frau ist. "Im öffentlichen Diskurs stand sie da wie die Initiatorin der anzüglichen Geste, wie eine intrigante Verführerin, die Timberlake manipulierte, um selbst wirtschaftlich erfolgreich zu sein", schrieb Shannon L. Holland damals in ihrem Buch "Women's Studies in Communication".

Insofern kann man es wohl nur begrüßen, dass die "New York Times" mit ihrer Doku den Anfang gemacht hat – auch wenn Jackson das selber nicht so sieht. 

Quelle: "Page Six"

ls

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker