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Interview

"Promi Big Brother"-Gewinner Jens Hilbert: "Ich hatte Angst, anzuecken und ausgegrenzt zu werden"

Die Zuschauer haben ihn ins Herz geschlossen, für ihn kam der Sieg völlig überraschend: "Promi Big Brother"-Gewinner Jens Hilbert über seine Ängste im Container, Mitbewohner Willi Herren und eine mögliche Dschungelcamp-Teilnahme.

Jens Hilbert

Jens Hilbert gewann die fünfte Staffel von "Promi Big Brother"

Herr Hilbert, wie haben Sie die Nacht nach dem "Promi Big Brother"-Finale verbracht?

Ich kam gegen fünf Uhr morgens im Hotel an. Dominik Bruntner und ich waren die letzten "Promi Big Brother"-Teilnehmer auf der Tanzfläche und haben ausgelassen mit dem gesamten Team gefeiert. Schließlich ging's ins Hotel, und dann bin ich dem einzigen Bedürfnis nachgekommen, auf welches ich in den letzten 14 Tagen verzichten musste: Krauleinheiten von meinem Freund Uli.

Haben Sie mit Ihrem Sieg gerechnet?

Niemals! Mich plagen oft Selbstzweifel und ich denke, dass ich nicht gut genug bin. Von daher habe ich nie an den Sieg geglaubt. Ich hatte in meinem Firmenkalender eigentlich ab dem 20. August wieder normales Business drin stehen. Da ich zwar im ersten Schritt über bunte Anzüge auffalle, aber im nächsten Schritt mit den leiseren Tönen brilliere, dachte ich, dass in jedem Fall Unterhaltung à la Knappik, Obert und Herren weit kommen würden. Das sagte ich auch beim Casting. Ich wunderte mich, dass die Macher mich überhaupt als Kandidat wollten, da ich mich eher als stinknormalen Unternehmer sehe und nicht als Comedy-Star mit Talenten wie eine Evelyn.

Gab es Momente, wo Sie alles hinschmeißen und freiwillig gehen wollten?

Ich gebe niemals aus leichtfertigem Grund auf. Ich dachte nach den ersten Tagen, als ich mich so gut ins Bewohner-Team eingefunden hatte, dass das schon ein Erfolg ist. Mit diesem Ergebnis war ich sehr zufrieden, aber da ging die Reise erst los. Später hatte ich Angst vor der Denunziation bei Challenges, Angst vor Nominierungen und der Unbeliebtheit, Angst, anzuecken und Angst, auf ganz großer Bühne ausgegrenzt zu werden. Schlussendlich habe ich dann Tag für Tag eine Angst nach der anderen abgearbeitet und überwunden. Ich bin sehr, sehr stolz auf mich.

Was haben Sie im Haus am meisten vermisst?

Den Rat meines Inner Circle von Menschen, denen ich hundertprozentig vertraue. Ich konnte zum ersten Mal über einen langen Zeitraum nur auf mich und meine Intuition setzen, ohne eine externe Meinung einzuholen, die mich bei schweren Entscheidungen unterstützt. Das war letztlich auch gut so, denn wie ich bemerkt habe, habe ich das ganz gut hinbekommen.

Mit wem haben Sie sich am besten verstanden?

Aus meiner Sicht hatte ich nicht wirklich Lieblinge, denn ich hatte mit jedem meine eigene, spezielle Beziehung, aus der ich Kraft geschöpft habe.

Wer ging Ihnen am meisten auf die Nerven?

Mir ging gefühlt niemand auf die Nerven. Ich habe vielleicht das ein oder andere Mal gedacht, das hätte die Person jeweils besser formulieren können, aber das habe ich dann sachlich geklärt und war deshalb nicht genervt.

Der Bewohner, der bei den Zuschauern am meisten polarisiert hat, war Willi Herren. Wie haben Sie ihn erlebt?

Ich habe Willi immer als Menschen erlebt, der sein Herz ab und an etwas, ich sage mal "hitzeblitzig" auf der Zunge getragen hat. Ich finde, er ist ein Mensch, der das Herz am rechten Fleck trägt. Aber die ein oder andere Lebenssituation hat bei ihm dazu geführt, dass er sich und anderen oftmals misstraut und vorschnell urteilt. Mir hat er immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden und das ist erstmal das, was ich positiv bewerten kann. Er bekommt im Nachgang nicht 100 Prozent für Loyalität und Aufrichtigkeit, aber ich habe ihm bereits vergeben.

Was machen Sie mit Ihrer Gage und dem Preisgeld von 100.000 Euro? 

Ich habe schon vor dem Start von "Promi Big Brother" in einem Facbookbeitrag angekündigt, dass ich meine Gage von 77.777 Euro an die Organisation "Ein Herz für Kinder" spenden werde. Von dem Preisgeld war da noch nicht die Rede, da ich im Traum nicht mit meinem Sieg gerechnet hätte. Aktuell überlege ich, einen Teil des Gewinns in die Gründung einer Stiftung zu investieren, die sich um Kinder kümmert, die in der Schule und in ihrem sozialen Umfeld ausgegrenzt und gemobbt werden - so wie ich als Junge.

Im Dschungelcamp könnten Sie erneut Geld für den guten Zweck verdienen. Würden Sie nächstes Jahr mitmachen?

Sag niemals nie. Die Anfrage hatte ich ja auch schon des Öfteren. Aber da ich noch mehr Angst vor Viehzeug wie Spinnen habe als vor luftigen Höhen, schließe ich das aktuell erstmal aus.

Jens Hilbert gewinnt die fünfte Staffel "Promi Big Brother"