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Tv-Kritik

"Promi Big Brother": Halbfinale: Willi wills wissen

Die Vorentscheidung zum "Promi Big Brother"-Finale dümpelte dahin - bis sich Willi Herren als Vertrauensmann bewarb. Eloy verpasst den Einzug ins Finale.

Promi Big Brother 2017: Diese 12 ziehen in den TV-Container

Wo beginnen? Bei dem Halbfinale einer "Promi Big Brother"-Staffel, die nahezu ohne Promis und Höhen und Tiefen auskam, dafür aber mit gleich zwei Moderatoren-Jochens. Gut, der eine Jochen kann schlecht zählen und der andere trägt einen Schnauzbart circa Berlin-Mitte anno 2013 auf, aber das reicht nicht.

"Promi Big Brother": Große Freude bei Willi Herren, er ist der erste Finalist

"Promi Big Brother": Große Freude bei Willi Herren, er ist der erste Finalist

A propos: Die Idee, die Kandidaten um den direkten Einzug ins Finale auf Dosen werfen zu lassen, war ungefähr so "spannend" (Jochen Bendel), wie einem 63-jährigen Schulhausmeister mit Rückenleiden dabei zuzusehen, wie er zeternd Unkraut auf der Tartanbahn jätet. Da kannste dich auf auch den Kopf stellen! Die Promis in "lustige" Tierkostüme zu stecken und sie darin ein Märchen erzählen lassen, in dem jeder Satz mit einem neuen Buchstaben des Alphabets anfangen muss? Joah, kann man machen. Ist dann halt auch langweilig. Zumal niemand auch nur ansatzweise den hypernervösen Irrsinn der späteren Dschungelkönigin Maren Gilzer erreichte, die in einer legendären Dschungelprüfung einst die Worte rief: "Ich kann nicht buchstabieren!"


"Promi Big Brother": Dominik Bruntner vergisst Satz

Die "Promi BB"-Insassen konnten. Nur der Mann, der sich noch eine Weile Mister Germany nennen darf, vergaß einen Satz mit P: "Praktisch, dass ich so einen großen Schnabel habe", wollte er sagen, denn sie hatten ihn in ein pinkes Flamingo-Kostüm gesteckt und man könnte da jetzt pseudo-philosophische Traktate darüber schreiben, dass es auch Kolonien von Gefangenenflamingos gibt und wie leichtfüßig sie dennoch ihr Schicksal meistern, aber der durchtrainierte Mister Germany stand da nicht mal auf einem Bein und was soll das dann? Stattdessen vergaß er seinen doofen Satz. Dafür gibt es auch ein Wort mit P: Pech.

Aber all das ist bei "Promi Big Brother" bloß Beifang, maue Minutenschinderei, die selten so unverhohlen präsentiert worden ist wie in dieser Staffel. Aber, bitte: Die Leute wollen, das was passiert! Tränen, Streit, Wut, Liebe, Kotze und ab und zu mal Nippel sehen. Für Letzteres zeigte sich dieses Mal eine Künstlerin namens Milo Moiré verantwortlich, die, wie man hört, sexuell voll selbstbestimmt ist und sich deshalb dauernd ausziehen oder ihen BH vergessen muss, aber mit kritisch-künstlerischem Hintergrund halt. Sie machte ihren Job dann auch recht ordentlich (Jens Hilbert: "Dir ist schon wieder kalt, Milo"), sieht man mal von den temporären Zwangsverhüllungen in der Duellarena ab.

Falsches Spiel von Will Herren?

War wirklich sonst gar nichts los? Doch. Ein Dialog, wie aus einem Drehbuch von "Köln 50667" abgepinselt: "Ich will kein Geld von dir! Nimm mich als Vertrauensperson. Es ist eine verfickte Branche. Ich versuche dich vor den Ratten einfach zu schützen!" Der, der sich da Mafia-mäßig um eine Rolle als Ehrenmann bewarb, sagte wenig später über die gleiche Person den lapidaren Satz: "Ich habe nur meinen Spaß mit ihr gehabt." Arme Evelyn, Ex-Bachelor-Ausgeschiedene! "Irgendwo werde ich finden, was ich suche" hatte sie nach ihrem abermaligen Ausscheiden noch gesagt und man möchte ihr zurufen: Das wünschen wir dir, aber versuch es doch mal außerhalb von TV-Studios!

Der wendehalsige Willi Herren zog dann als Erster ins Finale ein. 37 Dosen umgehauen. Ballermann bringt halt doch was im Leben. Da kann ganz Twitter dem ehemaligen "Lindenstraßen"-Schauspieler berechnende Hinterhältigkeit vorwerfen und wüten. Herren jubelte: "Finaaaale!" und warf weiter mit Herzhändchen um sich.

"Promi Big Brother": Eloy ist raus

Auf die unterirdische Aussage ihres so genannten Vertrauensmannes angesprochen, konnte sich Evelyn vor den beiden Jochens gerade mal zu der Aussage durchringen, sie sei "ein wenig enttäuscht". Sie drücke dem Willi aber ganz doll die Daumen fürs Finale. Weil: Er ist ja so ein guter Mensch. Und so ehrlich. Das Andere könne man ja dann später klären. Bei Trash-TV-erfahrenen Zuschauern kamen sofort schlimme Erinnerungen an die "Aussprache" zwischen Gina-Lisa und Honey beim letzten Dschungelcamp hoch.

Seinen sicher geglaubten Finaleinzug verpasste dann auch etwas überraschend der immer gut gelaunte Eloy, früher mal Weltstar in einer dieser Boybands, deren Namen man sich neben den anderen nie merken konnte. Stattdessen stehen nun neben dem Herren die Frau mit wenig an und der mysteriöse Millionär im Trainingsanzug im Finale. Ach, und der Mister Germany ist ja auch noch da, fast vergessen. Klar ist: Willi wills wissen. "Spannend!", würde Jochen Bendel behaupten.

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