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Tv-Kritik

"Promi Big Brother", Tag 10: Sag einfach ja zu dem Dreck

Der nächste Bewohner sollte längst raus sein. Doch alles kam ganz anders. Kein Ende der Lästerattacken gegen Sarah Knappik. Sex ist Thema Nummer Zwei. Nur nicht bei Evelyn. Die backt lieber ihre eigenen Brötchen.

Von Sylvie-Sophie Schindler

"Promi Big Brother", Tag 10

Leben und leben lassen im Container, so sieht's doch mal aus

Tag 10. Drei Bewohner sind weg. Inklusive Sarah Knappik. Die anderen indes überbieten sich in der Frage, wer hatte die bitterschlimmste Kindheit. Im Rennen Eloy de Jong, der von seinem Vater niemals nie ein "Ich liebe dich" gehört hat und Sarah Kern, die von ihrer Mutter niemals nie umarmt wurde. Nun aber bitte zusammenreißen und nicht herumflennen. Wenn's hart kommt, kann es nur noch härter kommen, und zwar dann, wenn Evelyn Burdecki wieder einen Anfall piepsstimmiger Verbaldiarrhoe bekommt. "Nur weil ich ein Brötchen habe, heißt das nicht, dass ich anders bin als die Männer", philosophiert die Burgerladen-Blondine. Hä? Aus dem Burdeckischen Lexikon: Brötchen nennt man das da "unten". Also das bei der Frau. "Muschi", sagt Claudia Obert geradeheraus. Ja, das ist die, aus deren Händen Weingläser wachsen.

Auf den eigenen Lorbeeren ruht es sich am besten

Muschi ist freilich nicht gleich Muschi. Bei Mitinsassin Milo Moiré geht es um mehr. Um viel mehr. Über deren weltweite Nackt-Performances schüttelt Claudia zwar nur den Kopf: "Was soll das wieder bringen?", aber Brain Burdecki hat den Durchblick: "Sein Brötchen in der Öffentlichkeit zu zeigen, ist Kunst." Keine Kunst, sondern einfach bäh ist, in Sachen Sarah Knappik weiterhin nachzutreten. Nach dem kollektiven Jubel über deren Auszug, lästert plötzlich auch Dominik Bruntner. Kein Wunder, Willi Herren hat ihn auch einer massiven Gehirnwäsche unterzogen. Das Mantra: "Sarah ist nicht real." Warum Dominik mit Sarah trotzdem gekuschelt hat, hat nun plötzlich nichts mit seinem Hormonhaushalt zu tun. "Es war schon schön, nicht alleine im Schlafsack zu schlafen", haut er raus. Die Frage ist, warum hat er sich dann nicht unter Zachis Decke gerollt.

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Bislang durchaus sympathisch, fast schon hätte man ihm ein Helfersyndrom unterstellt, mutiert nun auch Steffen von der Beeck zu einem, der die Arroganz esslöffelweise gefressen hat. Im Duell mit Sarah Knappik um die meisten Anrufer hatte er nur minimal die Nase vorn und feiert sich seither selbst. Sein aktuelles Motto-Shirt heißt "Held der Arbeit", und um dem alle Ehre zu machen, lässt er Eloy lieber den Vortritt, wenn es darum geht, zu einer Challenge anzutreten. Auch Willi drängelt sich nicht vor. Denn wer die Challenge verliert, muss aus dem Alles ins Nichts. Und weil im Nichts akute Zigarettenknappheit herrscht, kaut Willi, immer noch im Alles, lieber an seinen Nägeln herum als auch nur einen Finger krumm zu machen.

Alles oder nichts für Eloy

Es geht um Melonen. Die aus Wasser. Eloy soll sie reihenweise mit einem Spaten zerspalten, Kickbox-Weltmeister Michael Smolik erledigt das eben mal mit den Füßen. Wer ist schneller? Eloy ist es nicht. Als Verlierer muss er ins Nichts. Die Sache ist klar. Und dann doch wieder nicht. Big Brother zweifelt. Möglich, dass Eloy doch gewonnen hat. Da ein Messfehler vorliegen könnte, gibt es erstmal keinen Rausschmiss. Jeder Bewohner musste einen Bewohner aus seinem Bereich nominieren. Eloy, als Verlierer frisch ins Nichts übergesiedelt, wurde denn auch gleich von den Bewohnern des Nichts für den Auszug nominiert. Was aber, wenn Eloy doch ins Alles gehört? Wäre er dann auch nominiert? Wem das zu kompliziert ist, lässt es sich am besten von Professorin Burdecki erklären.

So bleibt also erstmal alles beim Alten. Milo trägt einen Tanga über ihrer Leggings, um zu signalisieren, dass sie endlich einen Orgasmus haben will. Nicht um der Lust willen, sondern um einen, wie sie sagt, schönen Teint zu bekommen. Claudia träumt weiter von Sex mit Dominik und lustwandelt mit zerzausten Haaren und halbvollem Weinglas durchs Alles. Jens Hilbert coacht jeden, der ihm irgendwie in die Quere kommt. Und Steffen flüchtet, so schnell er kann. Evelyn verkriecht sich mit Willi unter die Decke und befiehlt ihm, sich auszuziehen. Und Sarah und Eloy bilden weiter eine Selbsthilfegruppe. Die beiden Sauberkeitsfanatiker bekennen, dass sie neuerdings nicht mehr bei jedem Dreck durchdrehen. Sarahs Erkenntnis: "Die Welt geht weiter, auch wenn es nicht so sauber ist".