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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Angriff der Lolitas

Ruby zeigt gerne, was sie hat - und verdreht Senioren den Kopf. Auch Justin Bieber hat das Kopfverdrehen drauf - bei kleinen Mädchen. Und Liliana? Sie würde das gern können - bei klugen Männern.

Von Stefan Mielchen

Zahnspangenträgerinnen, Ihr müsst jetzt ganz stark sein! Teeniestar Justin Bieber hat zu Beginn der Woche erstmals offiziell Händchen gehalten. Und: Er steht auf Ältere! Bislang hatte der 17-Jährige stets behauptet, Selena Gomez sei nur eine gute Freundin. Doch die 18-Jährige hat ihn auf der Vanity-Fair-Party zur Oscar-Verleihung jetzt auch mal öffentlich rangelassen: Er legte den Arm um ihre Hüfte, sie ihre Hand auf sein Knie. Für amerikanische Teenager-Verhältnisse schon eine echte Orgie! Tags darauf hatte Justin Geburtstag, eine Feier gab's allerdings nicht. Wahrscheinlich findet Selena Topfschlagen doof. Dafür ist Justin jetzt seinen Pottschnitt los: Der berühmte Pilzkopf wurde für schlappe 550 Dollar von einem Figaro in so etwas wie eine Frisur verwandelt. Doch damit war in Sachen Selbstvermarktung noch nicht Schluss: Auf Anregung von Talklady Ellen De Generes versteigerte Justin das, was Friseur-Azubis normalerweise im Salon zusammenfegen. 40.000 Dollar brachte die Bieber-Locke ein - zu Gunsten einer Tierhilfsorganisation. Macht Sinn: Für Bieber gilt ja auch noch Welpenschutz.

Umschwärmt von Lustgreisen

Den muss Ruby Rubacuori nicht mehr beantragen. Wann die Dame defloriert wurde, ist nicht bekannt - dass sie der Generation Viagra den Kopf verdreht, um so mehr. Berlusconis Mädchen-Mätresse debütierte in dieser Woche beim Wiener Opernball und tanzte dabei allen auf der Nase herum. Richard "Mörtel" Lugner hatte sich in seiner grenzenlosen Fürsorge des Aschenputtels angenommen. Das zeigte sich in einem güldenen Ballkleid, trug einen Pelz um die Schultern und das Herz auf der Zunge: "Ich kann keinen Walzer, nur Bauchtanz" hatte Ruby bereits im Vorfeld wissen lassen. Was die Hoffnungen von Ballgast Bob Geldof nährte: "Sie schläft gerne mit älteren Männern, vielleicht habe ich eine Chance", sabberte der selbsternannte Gutmensch, er hatte aber schlechte Karten. "Mörtels" Eskorte dürfte sich am Morgen danach über die lustgreisen Säcke kaputt gelacht haben. Auch ohne vollen Körpereinsatz tüchtig abgesahnt - Geld verdienen kann so schön sein! "Ich bin keine Nobelpreisträgerin, und ich bin auch keine besonders begabte Schauspielerin", hatte Ruby noch zugegeben. "Ich weiß natürlich, dass ich nur wegen des Skandals bekannt bin."

Eine Selbsterkenntnis, die man auch Ihrer Durchtriebenheit Liliana Matthäus wünscht. Die geschiedene Spielerfrau schläft bekanntlich nicht nur gerne mit älteren Männern, sondern bevorzugt neuerdings auch potenzielle Nobelpreisträger. "Nicht lachen, aber ich stehe eigentlich total auf intelligente Männer", sagte sie diese Woche zur allgemeinen Erheiterung dem Internetportal "20min.ch". Worauf Loddar das Lachen im Halse stecken geblieben sein dürfte. Denn in seiner Selbstwahrnehmung ist er natürlich lange nicht so doof, wie seine Ex ihn aussehen lässt. Im Nachtreten stellt sich Liliana zwar recht geschickt an, das Verursacherprinzip hat sie allerdings noch nicht begriffen: "Das negative Bild von mir in der Presse hat mich sehr verletzt", sagte sie in dem Interview ebenfalls. Ein Satz, der runtergeht wie eine Rücktrittserklärung von Karl-Theodor.

Dicke Collins in enger Corsage

Auch in der Erwachsenenwelt war diese Woche allerhand los. "Denver"-Star Joan Collins etwa wäre um ein Haar aus allen Nähten geplatzt. Die 77-Jährige hatte ihre mittlerweile recht stattliche Plauze in ein Kleid gepresst, das sie unter normalen Umständen wie eine Wurst hätte wirken lassen - wäre da nicht ein Korsett gewesen, das sämtliche Röllchen und Rollen nach innen drückte. Und zwar so, dass akuter Schnappatmungsalarm ausgelöst wurde. Collins, die Schöne und das Biest in einer Person, klagte über Ohnmachtsanfälle und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Dort wurde die etwas andere Hollywood-Diät schnell beendet. In einer Notoperation wurde einfach die Corsage geöffnet. Dafür hätten sich

Da hat es Top-Model Marcus Schenkenberg besser: Bei ihm stehen die Damen noch Schlange. Der schöne Schwede muss zwar mittlerweile auch mit der "SuperIllu" reden, findet aber mit 42 immerhin noch interessante Dinge im Briefkasten: "Ich bekomme Unterhöschen, BHs und solches Zeugs zugeschickt", beschrieb er sein Luxusproblem. Eine Frau habe ihn sogar gebeten, in eine Dose zu atmen und ihr diese dann zuzuschicken. "Ich habe, ehrlich gesagt, überlegt, in die Dose zu pupsen", gab Schenkenberg zu Protokoll. Ob man das wirklich wissen wollte?

War sonst noch was? Na klar: Auch in Frankfurt versuchte man sich in dieser Woche an so etwas wie einem Opernball. Allerdings fehlte der Starappeal hier weitgehend, sieht man mal von Mutter Beimer ab oder von Dunja Rajter, die ihr faltiges Dekolleté in die Kameras hielt und damit versuchte, so etwas wie Glamour zu verbreiten. Auch Dschungel-Nervensäge Indira Weis durfte natürlich nicht fehlen, um tiefe Einblicke zu gewähren. "Was ist das hier bitte für eine Hammer-Stimmung!" wurde sie mit dem zitiert, was sie wohl für gepflegte Ball-Konversation hielt. Da wundert es nicht, dass Schirmherrin und First Lady Bettina Wulff kurzfristig absagte. Nicht mal Sabine Christiansen war zu der hessischen Provinzsause gekommen, gleichwohl gab es vor der Alten Oper Proteste. "Millionärssteuer statt Schuldenbremse", forderten die Demonstranten. Angesichts der geballten C-Prominenz eigentlich unnötig: "Schuldenbremse statt Gerichtsvollzieher" hätte es besser getroffen.