HOME

Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Boris' Beichte und Danielas Dirndl

Unser Bobbele bekommt eine Papst-Audienz und will über Verhütung sprechen. Seit der Besenkammer-Affäre ja auch für ihn ein heikles Thema. Daniela Katzenberger hingegen sorgt sich um die Dirndl-Preise.

Von Stefan Mielchen

Es dürfte eine Begegnung auf Augenhöhe werden: Wimbledonsieger Boris Becker und Papst Benedikt XVI. werden sich voraussichtlich schon im Oktober zum Fachsimpeln treffen. Allerdings will Bobbele den Heiligen Vater nicht mit Geschichten über seine Zeit als gottesfürchtiger Messdiener in Leimen beglücken. Becker möchte vielmehr mit dem Pontifex über Verhütung sprechen, wie er der Kirchenzeitung "Bunte" beichtet. Man darf gespannt sein, wer hier wem etwas beibringt. Allzu große Töne kann Patchwork-Papa Boris bei dem heiklen Thema jedenfalls nicht spucken - der Besenkammer sei dank. Aber vielleicht übernimmt ja auch Frau Becker die Gesprächsführung, wenn sie und Boris dem Papst die Privataudienz gewähren. Lilly erklärte im gleichen Interview: "Boris weiß, wie man Mädchen macht" - was bislang allerdings (siehe Besenkammer) nur außerehelich galt und Benedetto brennend interessieren dürfte. Überdies kündigte Lilly an, von den speziellen Kenntnissen ihres Gatten alsbald wieder profitieren und noch zwei Kinder machen zu wollen: bumm-bumm, Boris!

Bumm-bumm hätte es in dieser Woche um ein Haar auch in den beliebten Münchner Bussibussi-Kreisen gemacht. Doch Angela Wepper packte nur die verbale Giftspritze aus: "So kann der Gnom nicht mit mir umgehen", ließ sie ihren geliebten Gatten via "Bild" wissen. Aus gutem Grund, hatte der alte Fritz doch seine 36 Jahre jüngere Geliebte auf die Wiesn mitgeschleppt - was für ein Affront! "Unverschämt, dass er sie hier mitbringt", reagierte die gehörnte Ehefrau in "Bild" gereizt. Fritzens Gspusi wiederum versuchte die Wogen zu glätten und unterbreitete einen Vorschlag zur Güte: "Eine Scheidung wäre doch jetzt die logische Konsequenz", flötete die Unschuld vom Lande. Doch ganz so einfach wird unterm Wepperschen Dirndl nicht gejodelt: "Niemals!", gab Angela ihrer Kontrahentin zu verstehen. "Das Geschenk mach ich denen garantiert nicht!"

Brust oder Dirndl? Für die "Katze" eine Frage des Preises

Riesengaudi also beim Oktoberfest, das in dieser Woche die größte Versammlung verdienter Truthahnhälse in seiner 200-jährigen Geschichte erlebte: Regine Sixt hatte zur "Damen-Wiesn" geladen, und 950 Frauen waren dem Ruf der Charity-Lady gefolgt. "Eingeladen werden nur Frauen, die etwas auf die Beine gestellt haben, beruflich oder privat", erklärte Sixt die Gästeliste mit der höchsten Botoxkonzentration nördlich des Äquators. Dass Uschi Glas als erfolgreiche Kosmetikproduzentin dabei war, wollen wir noch mal durchgehen lassen. Aber was genau hat Chiara Ohoven eigentlich auf die Beine gestellt, dass sie mit von der Partie sein durfte? Reichen bis zum Bersten aufgespritzte Lippen als Leistungsnachweis etwa schon aus? TV-Blondine Daniela Katzenberger war nicht geladen, amüsierte sich aber trotzdem prächtig. Ihr Holz vor der Hütt'n reicht für so manche kalte Winternacht, aber beim Thema Dirndl ist die 23-Jährige wählerisch: "Ich hab eins anprobiert, das sollte 2500 Euro kosten", empörte sie sich. "Unglaublich, da krieg' ich ja eine Brust für!"

Während München ein Prosit der Gemütlichkeit anstimmt, dürfte Paris Hilton in dieser Woche einen kurzen Stoßseufzer der Dankbarkeit von sich gegeben haben: Nachdem sie bei einer Verkehrskontrolle mit einem Päckchen Koks erwischt wurde, verknackte sie ein Gericht lediglich auf Bewährung, 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit inklusive. Das ist zwar besser als Knast. Doch kaum in Freiheit, musste das It-Girl erfahren, wie nahe Glück und Pech beieinander liegen: Auf dem Weg zu einer Promo-Tour durch Asien hielten sie die japanischen Behörden erst zwei Tage lang fest, dann hieß es: Futschijama - Einreise verweigert wegen der Drogenstrafe! Vielleicht sollte Paris es beim nächsten Mal mit Afrika versuchen: Schnee am Kilimanjaro soll ja auch ganz hübsch sein.

Zahnspangengeschwader wegen Tokio Hotel und Justin Bieber am Rande der Ohnmacht

Apropos kein Hotel in Tokio. Die Woche hatte zumindest eine gute Nachricht zu bieten: Bill Kaulitz und sein Bruder Tom wollen Deutschland den Rücken kehren! Die beiden Jungs werden im November nach L.A. ziehen, um dort an neuen Songs für Tokio Hotel zu arbeiten. Und als ob diese Meldung das deutsche Zahnspangengeschwader nicht schon an den Rand einer kollektiven Ohnmacht getrieben hätte, stürzten Millionen pubertierender Girlies weltweit in die nächste existenzielle Krise: Teenie-Sänger Justin Bieber, 16, wurde beim Knutschen mit einer gleichaltrigen Kollegin erwischt - auf dem Autorücksitz! Offenbar dürfen beide noch nicht vorne sitzen.

War sonst noch was? Na klar! Die Eltern des kleinen Damian-Dion haben sich wieder vertragen und knutschen künftig nicht mehr fremd. "Jetzt springe ich über meinen Schatten und gebe ihr noch eine Chance", ließ Dschungelcamper Nico Schwanz die Nation in dieser Woche wissen, nachdem Freundin Juliett aus Versehen einen anderen geküsst hatte. Das war ihr bekanntlich erst passiert, nachdem Nico ihr per SMS mitgeteilt hatte, dass Schluss sei. Doch nun ist die Mauer in den Köpfen des ostdeutschen Traum(a)paares eingerissen: Juliett gab klein bei, schrieb Nico zwecks Wiedervereinigung einen romantischen Liebesbrief, er verzieh ihr großzügig über die Medien. So sehen große, wahre Gefühle aus? Da bleibt man staunend zurück - und fragt sich fassungslos: lieber schwanzgesteuert oder einfach ganz bescheuert?