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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Ein bisschen schwanger gibt's nicht

Gleich zwei Promi-Namen beherrschen diese Woche die pränatalen Schlagzeilen: Beckham und Bohlen. Noch weiß man nicht, welches Kind mehr zu bedauern ist.

Von Stefan Mielchen

Dieter Bohlen, der potente Poptitan. Eigentlich kein Ding, hätte er nicht via "Bild" angedroht: "Wenn man älter wird, hat man doch viel mehr Zeit, sich mit seinen Kindern zu beschäftigen." Eben das ist das Problem. Ob es dem Kindeswohl dient, wenn der Erzeuger stundenlang an der Krippe sitzt und "Cherie, Cherie Lady" summt? Der altersweise Papa ist sicher: "Für ein Kind zählt immer nur die Zuwendung, die es von den Eltern bekommt." Wenn die so aussieht wie jene, die Bohlen seinen DSDS-Kandidaten zuteil werden lässt, darf sich der Nachwuchs auf allerlei gefasst machen.

Das gilt auch bei Beckhams. Es ist noch nicht lange her, da posaunte es aus Victoria heraus: "Ich möchte in diesem Jahr weniger Champagner trinken. Aber das muss man erst mal schaffen!" Vickys guter Vorsatz für 2011 wird schneller in die Tat umgesetzt, als gedacht: Die Heilige Familie ist mal wieder in anderen Umständen - und die Welt darf sich wohl darauf freuen, vom ersten Ultraschall bis zur Durchtrennung der Nabelschnur ganz nah dabei zu sein. Posh platzt förmlich vor Begeisterung: "Wir sind alle so glücklich und sehr aufgeregt" twitterte sie in dieser Woche - mit sieben hysterischen Ausrufezeichen! Ihr größter Wunsch ist nach drei Söhnen endlich ein Mädchen. Eine kaliumreiche Ernährung, Petersilie, Salat und Spinat sollen's richten. Perfekt wäre es natürlich, wenn die Kleine schon tätowiert zur Welt käme, mit angewachsenen Gucci-Highheels und faltenfreien Gesichtszügen. Eine echte Beckham eben.

Zickenkrieg in der Playboy-Mansion

Apropos Geburt: Auch Schäfer Heinrich ist gerade Vater geworden und musste deshalb seine Teilnahme am Dschungelcamp absagen. In der Neujahrsnacht hatte eine seiner Kühe gekalbt. In der Hektik hatte Heinrichs Mutter Johanna einen Eimer mit kochendem Wasser im Stall umgestoßen. Der Schäfer hatte blöderweise seinen Fuß dazwischen. Jetzt liegt Heinrich flach - und das Camp ist um eine Attraktion ärmer. An dummen Kühen herrscht dort freilich kein Mangel.

Im kalifornischen Häschenstall von "Playboy"-Gründer Hugh Hefner herrscht derweil totaler Zickenkrieg! Der Grund: Der 84-jährige Lustgreis hat sich jüngst mit der 60 Jahre jüngeren Crystal Harris verlobt - und Ex-Freundin Holly Madison (immerhin schon 31) schäumt vor Wut. Die Damen werfen sich gegenseitig feindseliges Verhalten vor, wenn sie sich auf Hefners Anwesen "Playboy Mansion" über den Weg hoppeln. Kein Wunder: Beide Bunnys dürften darauf spekuliert haben, als künftige Busenwitwen ein Vermögen zu erben. Hefner selbst ist mittlerweile zwar fast blind - aber untenrum noch halbwegs fit. Das erklärt wohl auch, dass er seine Crystal ausgerechnet auf einer Halloween-Party kennengelernt hat. Sie studierte damals Psychologie. Er studiert nun ihre inneren Werte.

Noch eine Horrormeldung erschüttert die Nation: Großschauspielerin Christine Neubauer hat sich nach 20 Jahren überraschend von Ehemann Lambert Dinzinger verabschiedet: "Diese Trennung ist die Trennung eines Ehepaares, als Familie bleiben wir zusammen", hieß es in einer etwas verschwurbelten öffentlichen Erklärung, die Weltstars in einer solchen Situation nun mal verbreiten müssen. "Was für ein Schock!" schallte es sogleich aus der fassungslosen "Bunte"-Redaktion. Doch mal ehrlich: Überraschend kam das alles nicht. Ein Vollweib, das an gefühlten 365 Tagen im Jahr zwischen Alpenglühen und Afrika vor der Kamera steht, dürfte sich um Nebensächlichkeiten wie Mann und Sohn kaum gekümmert haben. Wenn die beiden Mutti sehen wollten, mussten sie zuletzt wohl eher zur Fernbedienung greifen.

Ist König Juan Carlos der nächste Papa?

Ungeahnten Vaterfreuden sieht offenbar König Juan Carlos entgegen. Nach dem Schweden-Porno droht nun auch Spaniens Hochadel ein Skandal: "Bastarde und Burbonen" ist derzeit die Klatschlektüre auf der iberischen Halbinsel. In dem Buch behauptet ein Historiker recht unverblümt, dass der Monarch zwei uneheliche Kinder habe. Immerhin, so viel Etikette muss sein, soll es sich bei den Müttern um Maria Gabriela von Savoyen und Gräfin Olghina Robilant handeln - die Jugendliebe des Königs und eine Affäre aus den 50er-Jahren. Damit hat der König immerhin halbwegs standesgemäß fremdgevögelt. Auch ein Don Juan Carlos weiß eben, was er dem spanischen Hofzeremoniell schuldig ist.

War sonst noch was? Na klar: Hamburgs Johnny Cash für Arme, Gunter Gabriel, gab in dieser Woche ebenfalls den treusorgenden Papa. Nach einem nächtlichen Ausflug in Berlin fuhr er seinen Sohn Benjamin noch nach Hause. Blöd nur, dass Gabriel zuvor tüchtig gebechert hatte. Noch blöder, dass er bei diversen Ampeln Rot mit Grün verwechselte. Kein Wunder also, dass die Polizei ihn anhielt und mit 1,14 Promille aus dem Auto holte. "Fettsack, geh weg von meinem Edelkörper" will Gunter einem Beamten entgegnet haben. Das Ende vom Lied: Der 68-Jährige konnte in der Ausnüchterungszelle "Komm' unter meine Decke" anstimmen. Am Morgen danach zeigte der gütige Gunter immerhin Reue: "Wenn ich nicht besoffen gewesen wäre, hätte ich ihn nie beleidigt", kommentierte er seine Beamtenpöbelei. Verantwortlich für das ganze Elend ist Unschuldsengel Gabriel, der sich als Alkoholiker bezeichnet, natürlich nicht selbst: "Die anderen haben mir immer Malteser und Rotwein nachgeschenkt. Irgendwann habe ich den Überblick verloren", beteuert er. Das nennt man wohl trockenen Humor.