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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Sängerkrieg der Schlagerbarden

Südafrikanische Föhnwelle gegen Armani-Rocker: Howard Carpendale und Marius Müller-Westernhagen liefern sich derzeit einen Kleinkrieg. Dafür haben diese beiden sich wieder lieb: Tatjana Gsell und Prinz Foffi.

Von Stefan Mielchen

Früher war alles anders. Da wurde ein ordentlicher Sängerwettstreit noch auf der Wartburg ausgetragen, Richard Wagner komponierte dazu die passenden Songs wie eine Art früher Ralph Siegel - und alle waren zufrieden. Heute muss man für dergleichen musikalische Scharmützel nicht mehr in die Ostzone reisen. Es reicht, die einschlägigen Tageszeitungen aufzuschlagen: Dort hat die weichgespülte südafrikanische Föhnwelle Howard Carpendale dem vom Straßenrocker zum Armani-Strizzi mutierten Marius Müller-Westernhagen vor wenigen Tagen den musikalischen Burenkrieg erklärt. Und seither ist die Nation gespalten in Fremde oder Freunde.

Westernhagen hält Carpendale "Kunstlosigkeit" vor und lästert, dass dieser nicht mal selbst komponiere. Ob es die Menschheit indes weitergebracht hat, dass Westernhagen Mitgröl-Songs wie "Sexy" unters Volk warf, die nur besoffen über die Lippen gehen, sei dahingestellt. Carpendale zickte jedenfalls zurück: Howie forderte Marius auf dem Höhepunkt des Konflikts jetzt zum Duell - "Helau again"! Jeder solle eine Stunde vor dem gleichen Publikum singen und dieses am Ende entscheiden, wer der Bessere sei. Mal ehrlich, Jungs: Wenn sich zwei abgehalfterte Pop-Opis wie ihr auf ein solches Niveau begeben, dann geht's doch in Wahrheit nur darum, wer den Längsten hat. Und das will nun wirklich keiner wissen.

Die Busenfront macht mobil

Nicht mal eine wie Tatjana Gsell, die kürzlich noch Koksalarm in Köln auslöste und diese Woche schon wieder um höheren Beistand bittet. "Foffi und ich nähern uns wieder an", erklärte die Busenwitwe gegenüber der "Bunten" ihre jüngsten Adelsavancen. Seine Faltigkeit Ferfried von Hohenzollen, 67, und Ihre Aufgespritztheit Tatjana, 38, sollen sogar angeblich wieder ein Paar sein, was bei Hofe aber noch dementiert wird. "Er war immer gut zu mir und ich war immer gut zum ihm" beschreibt die Gsell ihre Dialektik der Aufzehrung. Da steht der großen Versöhnung scheinbar nichts mehr im Wege. Nicht einmal der Volksmund, denn der wusste es schon längst: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Auch ansonsten ist einiges los an der Busenfront in dieser Woche. Pamela Anderson beispielsweise soll sich heftig übernommen haben. Allerdings nicht beim Silikonshopping, sondern beim Bau ihrer Villa in Malibu. Die gestrandete Baywatch-Nixe schuldet mehreren Baufirmen große Summen Geldes. Zusammen mit ihren Steuerschulden kommt bereits ein Sümmchen von über einer Million Dollar zusammen - Zwegat, ick hör' dir trapsen! Die 42-Jährige Blondine schweigt zu alledem und machte das, was sie als Rettungsschwimmerin nie durfte - sie ist erst einmal abgetaucht.

Ganz im Gegensatz zu Oberweitenwunder Brigitte Nielsen, die in regelmäßigen Abständen aus der Versenkung auftaucht - wobei keiner wirklich weiß, warum. Nach ihrem Oberflächenrecycling ist die runderneuerte Dänin nun wieder im Prekariats-TV im Einsatz, um mit B-Promis wie Hillu Schwetje (Ex-Schröder) zu klären, wer sich auf dem RTL-Tanzparkett am besten erniedrigen lässt. Doch die mediale Resteverwertung scheint Nielsen nicht auszulasten: mit 46 will die seit einigen Jahren trockene Spritschleuder jetzt noch einmal Mutter werden! "Im Sommer wollen wir es mit künstlicher Befruchtung versuchen", kündigte das ehemalige Playmate an - und man darf wohl fest davon ausgehen, dass auch bei einer In-Vitro-Fertilisation wieder ein Fernsehteam auf Schritt und Tritt mit von der Partie ist oder zeigt, wie Nielsens Gatte Nr. 5 das Becherchen füllt. Ihr operatives Geschäft im TV ("Aus Alt mach Neu") erklärte die Nielsen mit den 15 Jahren Altersunterscheid zu ihrem Mattia: "Weil ich Angst habe, ihn zu verlieren, wenn ich wie ein altes, schrumpeliges Weib aussehe." Daran gemessen dürfte sich der Gatte alsbald aus dem Staub machen.

Britney Spears schwingt sich zur Frauenrechtlerin auf

Apropos Schönheitskorrekturen: Ausgerechnet Britney Spears schwingt sich neuerdings zur modernen Sufragette auf. Frauen sollen selbst wählen dürfen, wie makellos sie sich präsentieren wollen. Und deshalb zeigte Brit jetzt Fotos von sich mit Vorher-Nachher-Effekt. Dellen, Speck, Wassereinlagerungen - dank Photoshop ahnt die Weltöffentlichkeit ja nicht ansatzweise etwas vom wahren Zustand der Sängerin, wofür den Erfindern der Bildbearbeitung größter Dank gebührt. Spears zeigte jetzt auch die ungeschönten Aufnahmen, und dies angeblich aus ganz und gar uneigennützigen Motiven: "So will ich Frauen den Druck nehmen, perfekt auszusehen." Nee, is' klar, mit PR in eigener Sache hat eine solche Aktion natürlich nichts zu tun...

War sonst noch was? Na klar: Angela Merkel besuchte Hollywood - doch Bruce Willis und Nicole Kidman schlugen ihre Einladung zum Essen schnöde aus. Stattdessen musste die Kanzlerin mit Hans und Franz vorlieb nehmen: So nennt bekanntlich die gnädigerweise erschienene Heidi Klum ihre Brüste. Und auch der wandelnde Altherrenwitz Thomas Gottschalk gab sich die Ehre beim Empfang in seiner Wahlheimat L.A.: "Ich bin hier der deutsche Botschafter der guten Laune", behauptete der spaßbefreite Unterhaltungsdinosaurier. Wetten, dass nicht!?

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.