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Abgewatscht, der satirische Wochenrückblick Räche sich, wer kann

Auge um Auge, Zahn um Zahn - nicht nur bei Königs: Die Queen rächt sich mit einer fleischfressenden Pflanze an Helen Mirren, Dschungelkönig Peer Kusmagk an "Intriga" und Ariadne an ihrem Joghurt-Prinzen Lothar Matthäus.
Von Stefan Mielchen

Da haben die Obamas in dieser Woche ja noch mal richtig Glück gehabt: Barack und Michelle waren zum Staatsbankett im Buckingham Palace geladen und verließen die königlichen Gemächer anschließend ohne bleibende Schäden. Zum Dinner gab es dem Vernehmen nach weder spanische Gurken noch andere Lebensgefährlichkeiten. Das jedoch scheint bei Windsors keine Selbstverständlichkeit zu sein. Denn just in dieser Woche enthüllte ein britischer Forscher, dass die Royals früher Kannibalen waren! Das liegt zwar schon eine Weile zurück, aber bei der traditionsbewussten Queen weiß man ja nie. Bis ins 18. Jahrhundert galt es demnach auch bei Königs als schick, Menschenfleisch auf den Teller zu bringen. Noch unter Queen Victoria, der Ururgroßmutter von Elizabeth II., konnten Gäste nicht sicher sein, ein Bankett nicht als Teil der Menüfolge zu erleben.

So weit mochte Lizzy bei den Obamas nun nicht gehen, dennoch wird die Queen auf ihre alten Tage immer wunderlicher: Zur Eröffnung der Chelsea Flower Show trug sie in dieser Woche statt einer ihrer gefürchteten Hutkreationen lediglich ein Haarnetz mit Schleifen - nur die Lockenwickler hatte sie in der Frühe offenbar noch fix rausgenommen. Der Palast entschuldigte sich für den Anblick, doch die ersten Königstreuen fragen sich bereits, ob sie beim nächsten Mal dann ohne Zähne kommt. Bei der Blumenschau wurde übrigens auch eine Pflanze auf die Königin getauft: Allerdings auf Helen Mirren, die als Elizabeth-Darstellerin einen Oscar einheimste. Blöderweise handelte es sich bei dem prämiierten Grünzeug um eine fleischfressende Dschungelpflanze, die sich von Ratten ernährt. Als hätte die wahre Queen hier ihre Finger im Spiel gehabt.

Lothar Matthäus, der Joghurt-Freak

Dass nichts über gesunde Ernährung geht, scheint auch der in dieser Woche wieder unvermeidliche Lothar Matthäus verinnerlicht zu haben. Loddars Ex Ariadne attestierte ihm jetzt eine "Joghurt-Macke" - als ob dies der Kern seines Problems sei. "Lothar sortiert seinen Joghurt im Kühlschrank nach Ablaufdatum. Wenn ich mir einen nahm, der mir schmeckte, aber erst eine Woche später ablief, flippte er total aus", berichtete die 24-Jährige dem Magazin "In". Doch nicht nur deshalb war sie bei Matthäus schnell wieder out. Ihm hätten an ihr die "Wow-Effekte" gefehlt, behauptet Ariadne, weshalb sie sich auf Lothars Geheiß die Nase operieren lassen sollte. Da sich die Studentin auf selbiger aber nicht herumtanzen ließ, war nach kurzer Zeit schon wieder Schluss. Macht nix: Seit dieser Woche geistert eine Junge Polin als Loddars Neue durch die Gazetten, deren Name (frei nach Roland Kaiser) Programm sein dürfte: Joanna - geboren, um Liebe zu geben.

Apropos schlimme Leute: Der Wendler hat sich in dieser Woche mit einem großen "Donnerwetter" zurückgemeldet. So heißt zumindest sein neues Album, das Musik zu nennen dann doch eine kleine Übertreibung wäre. Wie man Exkremente zu Edelmetall macht, hat der Stimmungssänger dennoch bewiesen, weshalb er zur Vorstellung der Platte nicht etwa in ein Luxushotel bat, sondern ganz bescheiden in seine kleine Privatbehausung: 1.500 Quadratmeter Wohnfläche und 150.000 Quadratmeter Grundstück nennt der Plattenmillionär jetzt sein eigen. "Gestüt Wendler" heißt die Hütte, in welcher der 39-Jährige seine Pferdchen laufen hat: zehn schwarze Andalusier. Er sei jetzt der J.R. von Dinslaken, sagt der Rancher vom nördlichen Kohlenpott. Zumindest die Schmierigkeit eint ihn mit seinem Vorbild, aber so etwas sieht der Wendler naturgemäß anders. "Alle haben immer dieses Proleten-Bild von mir", beschwerte er sich in dieser Woche.

Ein neuer Bauch für Mama Katzenberger

Dabei sind die wahren Proleten immer die anderen! Wie hieß noch mal der letzte Dschungelkönig? Richtig: Peer Kusmagk. Den hat man binnen kürzester Zeit zu recht wieder vergessen, weshalb er sich nun öffentlich mit der ebenfalls ad acta gelegten Indira Weis streiten muss. Dabei fallen ganz hässliche Wörter: "Hure" und Schlampe" soll Kusmagk die 31-Jährige bei einer Disko-Eröffnung genannt haben. Das tut man nicht, und deshalb zeigte Indira den bösen Peer wegen Beleidigung an. Doch Majestät wollen das nicht auf sich sitzen lassen: "Ich habe mir auch schon überlegt, Indira anzuzeigen", ließ Kusmagk via "Bild" wissen, um das intellektuelle Niveau der Auseinandersetzung noch ein Stück weiter gegen Null zu treiben: "Ich habe gerade ihren Song im Radio gehört. Das ist Körperverletzung."

Doch wenn es danach ginge, dürfte man auch den Fernseher nicht mehr einschalten. Bei RTL konnte sich die Mutter von Daniela Katzenberger jetzt einen lange gehegten Traum erfüllen. "Meine Mama hätte gerne einen neuen Bauch", ließ die Blondine die erstaunte Nation in dieser Woche wissen. Da man bei RTL aber weder die Darsteller noch das Publikum überfordern darf, wurde statt Bewegung und gesunder Ernährung kurzerhand eine Fettabsaugung verordnet: 3,5 Kilo durfte Iris Klein zur besten Sendezeit verlieren. In der nächsten Woche wird sich die Katzenmutter dann bestimmt revanchieren und einem Gehirnchirurgen vor laufender Kamera zuraunen: "Meine Tochter hätte gerne einen neuen Kopf."


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