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Ärger in Hollywood: Richard Gere soll "Pretty Woman" beleidigt haben

Die US-Medien sind entrüstet: Richard Gere soll seinen Kultfilm "Pretty Woman" in einem Interview als "dumme Komödie" bezeichnet haben. Sein Sprecher muss Schadensbegrenzung betreiben.

Von Frank Siering, Los Angeles

Sie ist bis heute die Blaupause für die perfekte romantische Komödie: Die Geschichte um "Pretty Woman" hat nicht nur Julia Roberts für ganze Folgegenerationen unsterblich gemacht, auch Richard Gere wird heute noch oft und gerne auf den Streifen von 1990 angesprochen. So angeblich auch unlängst in einem Interview für ein australisches Magazin.

"Woman's Day" wollte den mittlerweile 62-jährigen Schönling beim Sundance Filmfestival interviewt haben. Und was der nette Mr. Gere da angeblich gesagt haben soll, löste über Nacht einen Sturm der Entrüstung in der Entertainment-Welt aus. So habe Gere angeblich zu Protokoll gegeben, dass er ausgerechnet "Pretty Woman" zu den Filmen zähle, die "mir weniger gut gefallen. Leute fragen mich nach dem Film, aber ich habe ihn so gut wie vergessen", wird Gere da zitiert. "Es war einfach eine dumme romantische Komödie", fährt er in klassischer Dolchstoß-Stimmung fort.

Das reichte, um ganz Hollywood in sofortige Alarmstimmung zu versetzen. Von der "New York Daily News" über die "Washington Post" bis hin zur "LA Times" und allen Entertainment-Sendungen im TV, ganz Amerika zeigte sich schockiert. Der Tenor war überall der gleiche. Wie kann er nur, warum Richard Gere, wieso dieser Film? - "Pretty Woman" hat in den USA noch heute - mehr als 20 Jahre nach der Premiere - einen Kultstatus, bei dem nur ganz wenige Kinofilme mithalten können. Vielleicht sah sich Geres Sprachrohr, Mega-Publizist Alan Nierob, auch deshalb gezwungen, sofort in die Offensive zu gehen. "Alles Blödsinn", wiegelte Nierob am Dienstag Nachmittag ab. "Er hat dieser australischen Publikation kein Interview gegeben."

Die Fakten bleiben unklar

Also alles eine Zeitungsente? - Wieder einmal ein gefälschtes Interview im Umlauf? "Nicht so schnell", konterte sofort ein Sprecher von "Woman's Day". Und legte nach: "Wir stehen zu unserer Story. Unser Reporter Henry Meller hat mit Mr. Gere beim Sundance Film Festival gesprochen." Fakt ist, dass Gere tatsächlich beim Sundance Film Festival war. Er hat dort seinen neuen Film "Arbitrage" gegenüber Pressevertretern promotet. Ob der ergraute Hollywoodstar in der Eile und in der Menge der Interviews also einfach vergessen hat, was er gesagt hat?

In seinem neuen Film spielt Gere einen korrupten Finanzier, dem ordentlich auf die Finger geklopft wird. "Damals in 'Pretty Woman'", so Gere, "wurden diese Typen so glanzvoll dargestellt, das war einfach falsch", wird er zitiert. Und weiter: "Heute sind wir Gott sei Dank viel skeptischer, wenn es um solche Männer geht." In "Pretty Woman" spielte Gere den erfolgreichen Geschäftsmann Edward Lewis, der sich in eine Prostituierte (Julia Roberts) verliebt.

stern.de sprach unlängst in Los Angeles mit Roberts während eines Pressetermins für ihren neuen Film "Spieglein, Spieglein" über eine mögliche Neuauflage von "Pretty Woman". Die Chancen auf ein Remake seien demnach, so Roberts, "so groß wie die Wahrscheinlichkeit, dass ich hier und jetzt ein Kind gebäre". Die dreifache Mutter könne es sich einfach nicht mehr vorstellen, "noch einmal in diesen Nuttenstiefeln durch die Gegend zu laufen". - Eine ehrliche Antwort von einer Frau, der durch diesen Film der Aufstieg zur wohl berühmtesten Schauspielerin der Welt gelungen ist.