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Mitch Winehouse streut Gerüchte Lass Amy endlich in Ruhe!


Seit Jahren tingelt Mitch Winehouse mit privaten Geschichten über seine Tochter Amy durch die Talkshows. Das hört auch nach ihrem Tod nicht auf: Jetzt enthüllte er, seine Tochter sei schwanger gewesen.
Ein Kommentar von Sarah Stendel

Es ist einer der unbequemsten Szenen im aktuellen Dokumentarfilm "Amy": Mitch Winehouse besucht seine Tochter Amy Winehouse auf der Karibikinsel St. Lucia. Die Sängerin erholt sich gerade von einem Drogenentzug, will endlich fernab der Öffentlichkeit zur Ruhe kommen. Und was macht ihr Vater? Er schleppt ein TV-Team an und zerrt sie vor die Kamera - was Amy ganz offensichtlich nicht behagt.

Mitch Winehouse hatte bereits zu Lebzeiten seiner Tochter ein umstrittenes Image. Kritiker warfen ihm vor, den Namen seiner Tochter für seine eigene Gesangskarriere zu missbrauchen, sich zu sehr in die Öffentlichkeit zu drängen - immer bereit, über äußerst private Dinge zu plaudern. Im australischen Frühstücksfernsehen kam es jetzt wieder zu so einem Moment. Es ging um die Frage, ob Amy Winehouse zum Ende ihres Lebens viel allein gewesen sei.  "Sie war mit Reg (Traviss) zusammen, sie wollten heiraten. Ich sollte euch das vermutlich nicht sagen, aber Amy dachte einmal sogar, dass sie schwanger sei", gab Mitch Winehouse im Interview überraschend preis. Und hat damit wieder einmal eine Grenze überschritten.

Warum Schlagzeilen mit privaten Details?

Schon klar: Winehouse hat gute Absichten. Dass er zum Beispiel Geld für die Stiftung sammelt, die die Familie nach Amys Tod in ihrem Namen gegründet hat, ist zweifellos richtig und wichtig. Die "Amy Winehouse Foundation" kümmert sich unter anderem um drogenabhängige Jugendliche und gibt an Schulen Aufklärungs-Vorträge.  Dass er dafür die Aufmerksamkeit der Medien braucht, leuchtet ein. Doch es ist die Art und Weise, wie er es tut, die der guten Sache vielleicht mehr schadet als nutzt. Warum mit Enthüllungen aus Amys Privatleben für Schlagzeilen sorgen? Warum das intime Detail, seine kranke Tochter dachte kurz vor ihrem Tod, sie sei vielleicht schwanger? Amy Winehouse hat oft gesagt, dass sie den Trubel um ihre Privatperson nicht mag und damit nur schwer zurecht kommt. Positive Geschichten aus guten Zeiten, weitere Charity-Auktionen von Amys Bühnenoutfits oder einfach ihre Musik hätten sicherlich denselben Effekt.

Doch Mitch Winehouse geht es nicht nur um Spenden, er steht im Gegensatz zu seiner Tochter gern im Mittelpunkt. Es ist sein Image, das ihm Sorgen macht. Die Macher des Films wollten ihn so schlecht wie möglich dastehen lassen, schimpfte er im "Guardian". Rechtliche Schritte hat er längst eingereicht. Doch das genügt ihm nicht. Im Interview mit dem australischen Morgenmagazin kündigte er an, gemeinsam mit Reg Traviss bereits an einer neuen Amy-Dokumentation zu arbeiten. "Keiner, der ihr nahe stand, war im Film", sagt Winehouse. Familie, Freunde, ihr damaliger Partner - sie alle sollen jetzt in seiner Version zu Wort kommen. Nur seine Tochter selbst kann er für seine Gegendarstellung nicht mehr vor der Kamera befragen. In Ruhe gelassen wird Amy Winehouse trotzdem nicht.


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