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Anders gegen Bohlen: Klage als PR-Gag abgeschmettert

Thomas Anders will Geld von Dieter Bohlen: Schmerzensgeld in Höhe von exakt einer Million Euro. Doch das Gericht hat eine Klage von Anders nun als "PR-Gag" zurückgewiesen.

Der Musiker Thomas Anders ist mit einer millionenschweren Schmerzensgeldforderung gegen seinen ehemaligen Bandpartner Dieter Bohlen gescheitert. Das Berliner Landgericht wies die Klage am Donnerstag zurück. Der Vorsitzende Richter Michael Mauck nannte das Vorgehen von Anders einen "PR-Gag". Die gewünschte Höhe von exakt einer Million Euro deute darauf hin, dass es Anders nur um öffentliche Aufmerksamkeit gegangen sei. Es soll sich um die bislang höchste Schmerzensgeldforderung in der deutschen Unterhaltungsszene handeln.

Anders fühlte sich durch Passagen in Bohlens Buch "Hinter den Kulissen" verleumdet. Beide waren jahrelang als Duo namens "Modern Talking" erfolgreich aufgetreten. Die umstrittenen Behauptungen Bohlens wurden in der zweiten Auflage gestrichen. Im Juni 2004 hatte Anders einen juristischen Erfolg gegen Bohlen erzielt: Das Berliner Landgericht untersagte dem Buchautor, bestimmte Aussagen zu wiederholen. Obwohl keine weitere Auflage geplant ist, hat Bohlens Verlag dagegen Rechtsmittel eingelegt.

Gegenseitige Beschuldigungen

Im Berufungsverfahren vor dem Berliner Kammergericht sind die beiden Sänger für den 15. April persönlich geladen. Gegen das Buch hatten auch andere Prominente geklagt. Es musste danach in Teilen geschwärzt werden. Nach Berechnungen von Anders-Anwalt Christoph Meyer-Bohl fuhr das Werk einen Gewinn von zwei Millionen Euro ein. "Wenn jemand weiß, dass ein Gericht für so eine Behauptung nur 50.000 Euro gibt, kann man das ja gleich einkalkulieren." Nur wegen der öffentlichen Debatte über das Buch sei die erste Auflage so erfolgreich gewesen.

Der Verlag von Bohlen argumentierte, Anders habe die Klage absichtlich hinausgezögert, um so Werbung für seine Musik zu machen. Die Managerin von Anders erklärte am Rande des Prozesses, es sei ungewiss, ob die beiden je wieder zusammen auftreten würden. Sie beteuerte aber auch, Anders habe nicht geweint über Bohlens Behauptungen in dem Buch.

AP / AP
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