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Anne-Frank-Haus Amsterdam: Justin Bieber blamiert sich mit Gästebucheintrag

In Werberkreisen heißt es gern: besser schlechte PR als gar keine PR. Demnach ist für Justin Bieber alles in Ordnung, auch wenn das halbe Internet über seinen egozentrischen Gästebucheintrag lacht.

Rein PR-technisch ist die "Believe"-Tour von Justin Bieber bisher nicht wirklich ideal verlaufen. Verbale Entgleisungen gegenüber Paparazzi, extrem verspätete Konzerte, heulende Fans und wütende Eltern, ein süßes Kapuzineräffchen in Zoll-Gewahrsam und nun das: Am Freitag besuchte Bieber das Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Offensichtlich war der 19-Jährige beeindruckt von der Geschichte des jüdischen Mädchens.

Allein richtig artikulieren konnte Bieber seine Gefühle nicht. Ins Gästebuch des Museums schrieb er: "Es ist wirklich inspirierend, hierher kommen zu können. Anne war ein tolles Mädchen. Ich hoffe, sie wäre ein Belieber geworden." Belieber nennen sich die hartgesottenen Fans des Sängers selbst.

Das Museum veröffentlichte anschließend den Gästebucheintrag auf seinem Facebook-Account, wo ihn eine Reporterin der BBC fand und über Twitter verbreitete. Daraufhin folgte eine Flut von Kommentaren, in denen Biebers Kommentar bestenfalls als Fauxpas bezeichnet wurde, meist aber die geistige Reife des Künstlers in aller Deutlichkeit bezweifelt wurde. Mehr als 3000 Kommentare und jeweils Dutzende Antworten erhielt der Eintrag. Das Presseecho fiel weltweit ähnlich vernichtend aus.

Anne-Frank-Haus bleibt gelassen

Ein Vertrauter des Sängers sagte dem Magazin "Us Weekly", dass Bieber mit seinem Eintrag nicht Anne Frank ins Lächerliche ziehen wollte. Im Gegenteil: "Er wollte auf keinen Fall beleidigend auftreten. Er war von der ganzen Erfahrung einfach sehr bewegt."

Das Museum selbst reagierte ziemlich gelassen und verständnisvoll. Man sei froh, dass der Sänger sich für einen Besuch Zeit genommen hätte. Man verbinde die Aktion mit der Hoffnung, dass der Besuch des Popstars und sein Interesse auf seine jungen Fans abfärben wird.

Anne Frank wurde 1929 in Frankfurt am Main geboren und verlebte hier ihre Kindheit. 1940 tauchte die Familie unter. Ab 1942 lebte sie versteckt vor den Nazis in einem schmalen Hinterhaus in Amsterdam. Im August 1944 flog das Versteck auf und die Familie wurde einen Monat später deportiert. Mit gerade einmal 15 Jahren starb Anne Frank an Typhus im KZ Bergen-Belsen. Nach Kriegsende veröffentlichte Otto Frank das Tagebuch seiner Tochter.

ono/Bang
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