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Streit um Kapuzineräffchen: Tierschützer attackieren Justin Bieber

Justin Biebers Äffchen ist gerade einmal 14 Wochen alt, wurde auf Tournee mitgeschleppt - und vom deutschen Zoll beschlagnahmt. Tierschützer sind wütend. Der Affe sei kein lebendiges Kuscheltier.

Der Affe des Teeniestars Justin Bieber hat nun auch Tierschützer auf den Plan gerufen. Sie sind dagegen, dass der Sänger sein Kapuzineräffchen überhaupt wiederbekommt - auch wenn er die erforderlichen Unterlagen nachreicht. Bestraft werden soll er auch.

Schließlich habe er ein Tier gehalten, dass viel zu früh von der Mutter getrennt wurde, argumentieren Tierschützer. Auch habe er bei der Einreise nach Deutschland gegen das Artenschutzgesetz verstoßen, weil er keine Papiere für das Tier hatte. Für die Verstöße müsse der Sänger bestraft werden, teilte der Deutsche Tierschutzbund am Mittwoch in Bonn mit.

Die Maximalstrafe für einen solchen Verstoß liegt laut Bundesnaturschutzgesetz bei 50.000 Euro. Die Tierschutzorganisation "Animal Public" kritisierte, dass Bieber den viel zu jung von der Mutter getrennten Affen als "lebendiges Kuscheltier" mit auf Tournee nehme. Das sei Tierquälerei.

Der Zoll hatte das 14 Wochen alte Kapuzineräffchen am Gründonnerstag am Münchner Flughafen beschlagnahmt, als Bieber zu seinem ersten Deutschland-Konzert der aktuellen Tournee anreiste. Ihm fehlten die nötigen tierseuchen- und artenschutzrechtlichen Dokumente. Knapp vier Wochen hat der 19-jährige Sänger Zeit, die Unterlagen nachzureichen. Dann bekommt er seinen Affen zurück - sonst soll das Tier in einen Zoo kommen.

Der Affe kommt womöglich in einen Tierpark

"Aus Tierschutzsicht sollte er das illegal eingeführte Tier auf keinen Fall behalten dürfen", sagte Thomas Schröder, Chef des Deutschen Tierschutzbundes. Der Verein erwarte auch, "dass er seinen großen Einfluss bei Facebook und Twitter nutzt, sich zu entschuldigen und sich zukünftig stärker für den #link;Tierschutz;Tierschutz# einzusetzen". "Bieber muss sich seiner Verantwortung auch als Vorbild für viele Jugendliche stellen", forderte Schröder. Der Tierschutzbund erwarte, dass der Sänger unabhängig von einer Geldbuße für alle Kosten aufkomme. Der Verbandspräsident mahnte zudem, Wildtiere gehörten grundsätzlich nicht in private Hand.

Vier Tierparks in den USA, Großbritannien und den Niederlanden haben schon angeboten, den Affen aufzunehmen. In private Hände werde das Äffchen nicht gegeben, sagte der Leiter des Münchner Tierheims, Karl-Heinz Joachim. Derzeit kümmere sich ein Tierpfleger als ständige Bezugsperson um das Äffchen.

Am Mittwoch habe sich das Tourmanagement des kanadischen Sängers im Münchner Tierheim gemeldet und um die Kontaktdaten der Behörden sowie um Informationen über die notwendigen Unterlagen gebeten, sagte Joachim weiter. Das Tourmanagement bestätigte den Kontakt, wollte aber keine weiteren Auskünfte geben.

Laut Tierschutzbund ist nun zu klären, wie Bieber überhaupt ohne Papiere für den Affen aus den USA ausreisen konnte.

anb/DPA / DPA