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Ausverkauf bei Kennedys: Ein Schaukelstuhl für 73.000 Euro

Um am Mythos des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy teilzuhaben, zahlen Fans einen hohen Preis: Auf einer Auktion bei Sotheby's wurde JFKs Schaukelstuhl für fast 100.000 Dollar versteigert.

Ein Schaukelstuhl des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy hat bei einer Auktion von Sotheby’s in New York den Spitzenpreis von 96.000 Dollar (73.000 Euro) erzielt. Sein Wert war auf 4000 bis 6000 Dollar geschätzt worden. Der Schaukelstuhl, der Kennedy für seine chronischen Rückenschmerzen verordnet worden war, gehörte zur Sommerresidenz der Familie in Hyannis Port (Massachusetts).

Bei der zweiten und letzten Kennedy-Auktion versteigert Sotheby’s alles, was vom Nachlass der Kennedys noch geblieben ist. Zum Auftakt des dreitägigen "Ausverkaufs" am Dienstag blieb nicht ein einziges Los zurück. Ein Aquarell von Ogden Pleissner mit dem Titel "The Breakwater" erzielte mit 37.000 Dollar (28.400 Euro) den zweithöchsten Preis. Sein Schätzwert hatte etwa ein Drittel des Höchstgebotes betragen. Kennedy hatte das Bild 1965 von Nachbarn geschenkt bekommen.

Fünf Versteigerungen

Um möglichst vielen Interessenten die Chance zu geben, ein Stück aus dem Erbe des Präsidenten und seiner Witwe Jacqueline Kennedy Onassis zu erwerben, verteilte Sotheby’s die insgesamt 691 Lose auf fünf getrennte Versteigerungen. Sammler können unter Kunstwerken, Büchern, Fotos und Hausrat auswählen. Einige Dekorationsobjekte und Möbel stammen noch aus den 1000 Tagen der Kennedys im Weißen Haus.

Bei der ersten Auktion vor neun Jahren hatte der Mythos der Präsidentenfamilie die Preise in astronomische Höhen getrieben. Verehrer, unter ihnen Arnold Schwarzenegger, hatten bis zum 800fachen des Schätzpreises gezahlt. Die einzige Überlebende der Familie, Caroline Schlossberg Kennedy, sah sich nach dem Tod ihres Bruders John Junior vor sechs Jahren "aus Platznot" zu einer letzten Auktion gezwungen.

DPA / DPA