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Autobiografie von Arnold Schwarzenegger: Die unglaublich wahre Lebensgeschichte des Terminators

Arnold Schwarzenegger hat seine Memoiren geschrieben. Er verspricht dem Leser unbekannte Details und viele Überraschungen. "Wenn mein Leben ein Film wäre, so würde das niemand glauben."

So viel steht fest: Die Karriere von Arnold Schwarzenegger hat ihren Höhepunkt überschritten. Vielleicht ist sie sogar schon vorbei. Natürlich sieht Schwarzenegger das nicht so. Ein Terminator kennt keinen Schmerz - und kein Rentenalter. An einen Ausstieg aus dem Showbusiness oder Rückzug aus dem öffentlichen Leben denkt Schwarzenegger kein Stück, auch will er sich weiter politisch engagieren – zum Beispiel beim Klimaschutz.

Seine Autobiografie, die kommende Woche in den USA und Deutschland in den Buchhandel kommt, betrachtet der Wahl-Amerikaner deshalb auch nicht als literarischen Abgesang auf sein Lebenswerk. Im Gegenteil läuft er gerade jetzt zur Hochform auf. Für seine Memoiren mit dem bezeichnenden Titel "Total Recall: My Unbelievably True Life Story" (Totale Erinnerung: Meine unglaublich wahre Lebensgeschichte) rührt er die Werbetrommel ohne Unterlass. Sogar zur Frankfurter Buchmesse will der Wahl-Amerikaner kommen.

Schwarzenegger ist vermutlich der weltweit bekannteste lebende Österreicher und trotzdem weiß man nicht viel über ihn außer die Eckdaten und zahlreiche Klischees: Seine Ziele verfolgte er mit Leidenschaft, harte Arbeit sowie eiserner Willen sind seine Markenzeichnen. Was Schwarzenegger anpackte, war von Erfolg gekrönt. Er wurde mehrfacher Bodybuilder-Weltmeister bei den Amateuren und Profis und brachte es zum Gouverneur von Kalifornien. Sieben Jahre führte er den Westküstenstaat. Immer wieder legte er sich mit seiner Partei, den Republikanern, an, insbesondere beim Thema Klimaschutz. All das ist bekannt, auch wie er seine Ehe zu Fall brachte. Der 65-Jährige verspricht auf 642 Seiten mehr: unbekannte Details aus seinem Leben und viele Überraschungen.

"Sind Sie für die Story, die Sie nicht kennen, bereit?"

"Wenn mein Leben ein Film wäre, so würde das niemand glauben", tönt Schwarzenegger in einem Werbespot. Stolz listet er seine Verdienste auf: vom stärksten Bodybuilder der Welt zum Hollywood-Star und Gouverneur von Kalifornien. "Diese Geschichte kennen Sie", grinst der Terminator. "Sind Sie für die Story, die Sie nicht kennen, bereit?" Eine Minute und 20 Sekunden schlägt der Film-Star die Werbetrommel auf der Webseite des US-Verlags Simon and Schuster für seine Memoiren, die in Deutschland bei Hoffmann und Campe erscheinen.

"Zwei Jahrzehnte lang" hätten ihn Verlage in den Ohren gelegen mit dem Wunsch, eine Autobiografie zu schreiben. Dass Simon and Schuster den Zuschlag erhielt, liegt sicher auch daran, dass der Verlag 1977 schon Schwarzeneggers erste Lebenserinnerungen "The Education of a Bodybuilder" veröffentlicht hatte, in der er vor allem die Jahre als Sportler beschrieb.

Flankiert wird das Erscheinen von "Total Recall" von einem biografischen Fernsehbeitrag bei CBS mit dem programmatischen Titel "Terminator". Produzent Richard Bonin erklärte dazu: "Die Schwierigkeit dabei ist, etwas zu streichen." Mit anderen Worten: Schwarzeneggers Leben ist voller Höhepunkte, zu viele für 60 Minuten Sendezeit. In dem Beitrag geißelt sich der Schauspieler für seine Affäre mit einer Haushälterin, die er zur Mutter machte. "Ich denke, es war die dümmste Sache, die ich in der ganzen Beziehung gemacht habe." Mit der Beziehung meint er die Ehe mit Maria Shriver, die sich als Folge der Affäre von "Arnie" trennte. "Es war schrecklich", bekennt der Geläuterte. Er habe seiner Frau und seinen Kindern damit großen Schmerz zugefügt. Shriver, die aus der berühmten Kennedy-Dynastie stammt, hatte die von ihr eingereichte Scheidung mit "unüberbrückbaren Differenzen" begründet. 25 Jahre hatte die Ehe gehalten.

Schwarzenegger hofft auf Happy End mit seiner Ex-Frau

Nicht einmal der Terminator konnte verhindern, dass vorab schon durchsickerte, was alle wissen wollen: Wie kam die Sex-Affäre mit seiner Haushälterin ans Licht? Wie hat er Ehefrau Maria Shriver den unehelichen Sohn gestanden? Die "New York Daily News" organisierte ein Vorabexemplar von Schwarzeneggers Memoiren. Shriver habe bis zum Ende seiner Gouverneurs-Amtszeit 2011 gewartet und ihn dann zur Rede gestellt, zitierte die Zeitung kürzlich aus dem Buch. Es passierte in einer gemeinsamen Therapiesitzung. "In der Minute, in der wir uns hinsetzten, drehte sich die Therapeutin zu mir und meinte: „Maria wollte heute hierherkommen und etwas zu einem Kind fragen - ob Sie ein Kind mit der Haushälterin Mildred gezeugt haben"", gibt Schwarzenegger preis. "Es stimmt", habe er dann die Affäre zugegeben.

Er habe "Mist gebaut", dabei sei Shriver doch eine "perfekte Ehefrau", will sich Schwarzenegger in der Sitzung entschuldigt haben. Er bedauere in seinen Memoiren, dass er die Existenz seines Sohnes 15 Jahre lang vor Shriver verheimlicht habe. Und er berichtet angeblich, dass er mit der langjährigen Haushälterin im Gästehaus der Familienvilla Sex hatte, als Shriver mit den Kindern im Urlaub war. Der uneheliche Sohn blieb zunächst unter Verschluss, die Haushälterin gab ihren Ehemann als Vater aus. Doch die wachsende Ähnlichkeit mit Schwarzenegger war nicht zu leugnen. "Ich erkannte, dass es kaum Zweifel daran geben konnte, dass er mein Sohn war", wird der Autor zitiert.

Warten auf das nächste Kapitel

Arnold Schwarzenegger glaubt nach eigenen Angaben immer noch an ein Happy End. Er hoffe, dass sie wieder zusammenfinden. "Das könnte man Nichtwahrhabenwollen nennen", schreibt Schwarzenegger. "Aber so arbeitet mein Kopf eben".

Wenn überhaupt, dann wäre das Stoff für ein zweites Buch. Derzeit geht jeder seinen eigenen Weg. Schwarzenegger stürzt sich auf Filmrollen. Zuletzt griff er in "The Expendables 2" zur Waffe. Der Western "The Last Stand" mit Arnie als alternder Kleinstadt-Sheriff, ist bereits im Kasten. Mit Stallone dreht er den Thriller "The Tomb" und er hat auch schon den Zuschlag für "Ten" erhalten. Darin geht es um eine korrupte Elitegruppe von Drogenfahndern, die sich mit den gefährlichsten Drogenkartellen der Welt anlegt.

Schwarzeneggers Höhenflüge und Abstürze würden reichlich Stoff für einen Hollywood-Film liefern. Das letzte Kapitel ist bestimmt noch nicht geschrieben.

tso/dpa/AFP