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Bespitzelungsaffäre Abgehörte Sienna Miller bekommt 100.000 Pfund


Ihre Mobilbox wurde systematisch abgehört, um Details aus ihrem Privatleben auszuspäen: Sienna Miller wurde vom britischen Klatschblatt "News Of The World" bespitzelt. Jetzt erhält sie zumindest eine Entschädigung.

Es waren Belanglosigkeiten, die Jude Law auf die Mailbox des Mobiltelefons seiner damaligen Freundin gesprochen hatte. Es ging um einen gemeinsamen Urlaub. Sienna Miller hörte die Nachricht ab - und wunderte sich. Nur wenige Tage später las sie Details eben dieser Nachricht im englischen Klatschblatt "News Of The World". Sie änderte ihre Mobilfunknummer, doch auch das half nichts. Zwischen 2005 und 2007 veröffentlichte die Zeitung in insgesamt elf Artikeln Dinge, die darauf schließen ließen, dass Millers Mailbox angezapft worden war.

Es ist die größte Abhöraffäre des Landes. Die Zeitungsgruppe News International hat inzwischen zugegeben, Miller und zahlreiche andere Prominente bespitzelt haben zu lassen. Jetzt bekommt die Schauspielerin Sienna Miller als erstes von zahlreichen Opfern eine Entschädigung. In einer außergerichtlichen Einigung hat sich Miller auf eine Schadensersatzzahlung von 100.000 Pfund (rund 111.000 Euro) verständigt.

Bericht über Prinz William ließ Bespitzelung auffliegen

Die seit Jahren schwelende Affäre hatte bereits den früheren Redaktionsleiter des Blattes und späteren Regierungssprecher von Premierminister David Cameron, Andy Coulsen, beide Ämter gekostet. Mehrere Journalisten waren sogar in Haft genommen worden. Der Skandal war aufgeflogen, nachdem die Zeitung 2006 über eine Knieverletzung von Prinz William berichtet hatte. Darüber hatte er ausschließlich privat und über Mobiltelefon gesprochen.

Schauspieler, Mitglieder der Königsfamilie, Sportler und Politiker fühlen sich als Opfer der Abhöraffäre. Neben Sienna Miller wurden unter anderem Schauspielerin Gwyneth Paltrow, Londons Bürgermeister Boris Johnson, Paul McCartneys Ex-Frau Heather Mills und der frühere englische Fußballstar Paul Gascoigne genannt.

Mindestens 16 weitere Klagen gegen die Zeitung oder gegen die Londoner Polizei wegen deren Ermittlungsarbeit sind noch anhängig. Einige Fälle wurden außergerichtlich beigelegt. Der renommierte Londoner Medienanwalt Mark Stephens geht davon aus, dass neben der "News of the World" fast alle britischen Boulevardzeitungen in die Affäre verwickelt sein könnten.

mai/DPA DPA

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