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Schockierende Details Britney Spears: Missbrauch mit richterlicher Anordnung

Britney Spears
Britney Spears' Aussagen vor Gericht schockieren
© Kay Blake / Picture Alliance
Via Telefon hat Britney Spears selbst vor Gericht in Los Angeles ausgesagt und sich gegen ihren Vater und die Vormundschaft gewehrt. Warum ihre Geschichte so empört. 

Mit jeder ihrer Aussagen hat Britney Spears am Mittwoch bestätigt, was Anhänger der "Free Britney"-Bewegung seit Jahren sagen: Sie lebt wie eine Gefangene, darf keine Entscheidung selbst treffen, steht unter ständiger Kontrolle ihres Vaters und Vormunds, Jamie Spears. 

Britney Spears: Schockierende Aussagen über Vormundschaft

Dieselben Anhänger hatten genau auf diesen Ausgang des Tages gehofft: Dass Britney selber spricht, nicht ihr Anwalt, und dass sie sagt, wie es ihr wirklich geht. Als die ersten Aussagen öffentlich wurden, waren drei Gefühle innerhalb der Fangemeinde vorherrschend: Schock, dass alle Befürchtungen sich bewahrheiteten, Hoffnung auf ein Ende und vor allem Wut über die Beteiligten. 

Denn eines ist klar: Britney Spears wurde über Jahre missbraucht, seelisch und körperlich und die Gerichte in den USA haben zugeguckt. Die Anwesenden können nicht behaupten, sie hätten nicht gewusst, was die Sängerin durchmacht. Schließlich war die Aussage am Mittwoch nicht die erste, die Spears getätigt hat. Seit einigen Jahren schon ließ die heute 39-Jährige die Richter wissen, wie sie selbst die Vormundschaft sieht. Erzählte, dass sie gezwungen wurde, zu performen und eine Anstalt für psychische Gesundheit zu besuchen. Sie – beziehungsweise ihr Anwalt – betonte schon 2014, dass Spears Angst vor ihrem Vater habe und sagte, er habe ein Alkoholproblem. 

Jetzt offenbarte sie darüber hinaus, dass sie keine weiteren Kinder haben dürfe. Ihr wurde verboten, zum Arzt zu gehen, um ihre Spirale zu entfernen. Eine erwachsene Frau darf nicht über ihren eigenen Körper entscheiden. Es ist ein Skandal, der nicht nur Britneys Fans wütend machen sollte. 

Jahrelanger Missbrauch

Die große Frage bleibt: Warum fanden Spears' Bitten und Aussagen über all die Jahre so wenig Gehör? 

Eine Vormundschaft existiert zum Schutz einer Person, die sich nicht selbst helfen kann. Britney Spears, die in den vergangenen Jahren gleich mehrere Alben veröffentlichte und auf Stadiontourneen ging, fällt wohl kaum in diese Kategorie. "Ich sollte nicht in einer Vormundschaft sein, wenn ich arbeiten und für mich selbst sorgen und andere Leute bezahlen kann. Das macht keinen Sinn. Die Gesetze müssen geändert werden. Ich habe gearbeitet, seit ich 17 Jahre alt war", sagte sie selbst.

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Traumatisiertes Missbrauchsopfer

Nun sah sie sich erneut gezwungen, ihr Inneres nach Außen zu kehren. Wie schon so oft in ihrem gläsernen Leben. 

"Ich habe gelogen und der ganzen Welt erzählt, dass es mir gut geht und ich glücklich bin", sagte sie am Mittwoch. "Es ist eine Lüge. Ich habe einen Schock erlitten. Ich bin traumatisiert", fuhr sie fort. "[Mir wurde beigebracht,] es vorzutäuschen, bis man es schafft, aber jetzt sage ich Ihnen die Wahrheit, okay? Ich bin nicht glücklich. Ich kann nicht schlafen ... Ich bin deprimiert. Ich weine jeden Tag", verriet die Musikerin. 

Spears ist ein traumatisiertes Missbrauchsopfer, das niemandem trauen konnte, weil die ihr am nächsten stehenden Personen sie systematisch ausgenutzt und kontrolliert haben. Hinter all dem steht vor allem Geld, denn Vater Jamie verdiente sich als Britneys Vormund eine goldene Nase. Dass die zuständigen Richter die Situation nicht besser eingeschätzt und sie geschützt haben, gleicht einem Versagen auf ganzer Linie.

Der "Free Britney"-Bewegung, die von vielen Menschen als hysterische Fangemeinde abgetan wurde, muss Abbitte geleistet werden. Denn, das wurde spätestens am Mittwoch klar: Die Anhänger hatten mit allem recht. Spears selbst kann man nur wünschen, dass sie ihr persönliches Gefängnis verlassen kann, eine Familie gründen wird und ihre Selbstständigkeit zurückgewinnt. 


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