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Britney Spears: Sex sells

Sex oder jedenfalls das Versprechen davon verkauft sich immer. Deshalb lautet auch das neue Motto von Pop-Prinzessin Britney Spears: Ausziehen!

Britney Spears gibt offenbar alles, um ihr neustes Album "In The Zone" zu promoten, das in der nächsten Woche erscheinen wird: Die ehemals als unschuldig verkaufte Pop-Prinzessin ließ sich für Magazine wie "Rolling Stone" und der britischen "Elle" oben ohne ablichten, und das Titelbild von "Esquire" zeigt sie nur mit einem weißen Pulli und hochhackigen Schuhen bekleidet. Ihr legendärer Zungen-Kuss mit der 45-jährigen Madonna live während der Verleihung der MTV-Preise war eine solche Sensation, dass eine Andeutung davon auch gleich in das Music-Video zur ersten Single-Auskopplung "Me Against The Music" eingebaut wurde. Für negative Schlagzeilen sorgt Spears, wenn die Paparazzi sie wieder mit einem Drink oder einer Zigarette in der Hand erwischen.

Standhafte Jungfrau ade

Für die ehemals standfeste Jungfrau, die auf ihrem letzten Album "Britney" noch erklärt hatte "I am Not A Girl, Not Yet A Woman", scheint dies das ultimative Zeichen zu sein: Schaut her, ich darf jetzt rauchen, trinken, mich ausziehen und öffentlich küssen. Das Schulmädchen-Image von "Oops I did it again", das vor allem ganz junge Mädchen im Kinderzimmer begeisterte, ist längst dahin: "Ich werde erwachsen. Ich bin 21 und kann nicht ewig mit meinen Puppen spielen", schleudert sie ihren Kritikern trotzig in einem "New York Times"-Interview entgegen.

Für ihr Image heißt das vor allem: viel Haut. Den Müttern ihrer ehemaligen Fans wird es nicht gefallen, dass Britneys Erwachsenwerden vor allem mit noch mehr Nacktheit und Körperkult zu tun hat. Für das sich noch zu entwickelnde Image der Pop-Prinzessin ist es jedoch nur konsequent: Ihre kurzen Tops und lasziven Tanz-Bewegungen haben schon früher Männerfantasien bedient, ebenso wie ihr Auftritt mit einer echten Schlange als eindeutiges Phallus-Symbol bei dem Song "I Am A Slave 4 U" (auf dem Album "Britney"). Für "In The Zone" wird Spears jetzt aggressiv sexy vermarktet.

Konkurrentinnen schlafen nicht

Das muss auch sein: Gleichaltrige Rock- und Pop-Sängerinnen wie die Kanadierin Avril Lavigne oder Pink, die in dieser Woche mit dem Album "Try This" in die Plattenläden kommt, graben ihr das Wasser ab. Sie sind keine Püppchen, die es direkt vom Mickey-Maus-Club zu TRL (Total Request Live) auf MTV geschafft haben. Sie schreiben ihre Texte selbst und verweigern sich - zumindest offiziell - dem Schönheits-Ideal. Pink ("Get The Party Started") macht sich nichts daraus, wenn Medien sich abfällig darüber äußern, dass ihre Taille auch nicht mehr so flach sei, wie früher: "Die Leute wissen, dass ich nicht Barbie bin und das ist okay. Du musst nicht unbedingt dünn und schön sein - du brauchst nur Charme und Persönlichkeit, Baby", sagte sie in einem Magazin-Interview.

Was nicht heißt, dass sie ihren Körper nicht auch zur Schau stellt: Mit bauchfreien Tops und einem Auftritt ohne BH - wie die rebellische Rockerin Janis Joplin, die sie bewundert. Auch die 19- jährige Avril Lavigne lässt sich nicht reinreden: "Mir ist egal, was die anderen denken. Ich ziehe an, was mir gefällt, ich tue das, was ich für richtig halte, und ich mache die Musik, die ich will."

Ausziehen!

Britney Spears’ Kollegin Christina Aguilera (22) hat schon lange verstanden, dass es gegen solche Konkurrenz nur ein Mittel gibt: Ausziehen. Sex oder jedenfalls das Versprechen davon verkauft sich immer. Aguileras Outfits waren schon immer extrem knapp bemessen. Nur war das nicht ganz so skandalös, wie bei der "heiligen" Britney. Die versucht es jetzt ansatzweise ebenfalls mit Persönlichkeit: "Keiner kann mir etwas sagen. Ich bin dickköpfig." Um kurz darauf zuzugeben, dass ihr großes Vorbild Madonna sei. "Ich hör ab und zu auf Madonna, aus irgendeinem Grund höre ich auf sie. Ich weiß, das klingt dumm."

Vielleicht doch nicht zu dumm, schließlich gab sich Madonna am Anfang ihrer Karriere auch nicht gerade scheu. Und bevor sie sich mit Kinderbüchern versuchte ("The English Roses") erschien das Buch "Sex" mit sehr freizügigen Bildern von ihr. Der gemeinsame Kuss auf der MTV-Bühne wurde nicht umsonst von vielen als die Weitergabe der Fackel von einer Generation zur nächsten interpretiert. Madonnas Karriere hat sich jedoch über die Jahrzehnte als sehr wandelbar erwiesen. Wohin sich Britney Spears und ihre Kolleginnen noch entwickeln können, nachdem sie sich ausgezogen haben, bleibt abzuwarten.