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Doppelt verurteilt: Schwarzer Montag für Franjo Pooth

Zwei Richtersprüche an einem Tag für Pleite-Unternehmer Franjo Pooth: Erst verurteilte ihn das Amtsgericht Düsseldorf wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Anschließend entschied das Landgericht, dass Pooth der Stadtsparkasse Düsseldorf eine Millionen Euro zahlen muss.

Der Pleiteunternehmer Franjo Pooth muss eine Million Euro an die Stadtsparkasse Düsseldorf zahlen. Das teilte am Montag das Düsseldorfer Landgericht mit. Der Hintergrund: Der Ehemann von Werbestar Verona Pooth hatte sich im August 2006 verpflichtet, für die Geschäftsverbindlichkeiten seiner später Pleite gegangenen Firma Maxfield GmbH bis zu einem Betrag von 8,5 Millionen Euro selbstschuldnerisch zu haften. Die Stadtsparkasse hatte im Wege der Teilklage deshalb die Zahlung von einer Million Euro verlangt.

Das Gericht erklärte, Pooth habe die eingeklagte Teilforderung am Montag schriftlich anerkannt. Die Kammer habe deshalb im schriftlichen Verfahren ein Anerkenntnisurteil erlassen. Der ursprünglich für den Mittwoch angesetzte Verhandlungstermin wurde aufgehoben.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat Pooth ebenfalls am Montag wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Unternehmer als Inhaber der Elektronikfirma Maxfield, die in finanzielle Schieflage geraten war, einem Sparkassen-Vorstand eine Heimkinoanlage im Wert von über 8.800 Euro geschenkt hatte, um schneller an neue Kredite zu bekommen.

Die Richter werteten dies als "Vorteilsgewährung". Das Vorstandsmitglied sollte auf diese Weise "bei Laune gehalten werden", hieß es in der Urteilsbegründung.

Ein entsprechender Strafbefehl gegen Pooth sei am Montag ergangen, teilte das Amtsgericht Düsseldorf mit. Der Ehemann von Verona nahm den Strafbefehl an, eine öffentliche Hauptverhandlung bleibt ihm somit erspart. Franjo Pooth ist nun vorbestraft. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

DPA / DPA