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Familiendrama: Jennifer Hudsons Familie wurde beerdigt

Trauer in Chicago: Dort wurden der kleine Neffe, der Bruder und die Mutter von Oscar-Preisträgerin Jennifer Hudson beerdigt. Hudson selbst und ihre Schwester wohnten einer privaten Zeremonie bei. Etliche Promis kamen, um ihr Beileid persönlich zu bekunden.

Von Ulrike von Bülow

Am Sonntag hatte ihre Familie zu einem öffentlichen Gedenkgottesdienst in die "Pleasant Gift Memorial Baptist Church" in Chicago eingeladen: Angehörige und Freunde nahmen Abschied von Jennifer Hudsons Mutter, ihrem Bruder und ihrem kleinen Neffen, die vor zehn Tagen erschossen worden waren. Es wurde gesungen, das Lied "From Out Of Nowhere Jesus Found Me", und der Geistliche Quentin Washington, ein Verwandter Hudsons, hielt eine Rede: "Ihre Leben waren nicht nutzlos, ihr Vermächtnis lebt weiter. Im Himmel singen sie jetzt Halleluja", sagte er.

Carmen Williams, die Lehrerin von Hudsons Neffen Julian, der nur sieben Jahre alt wurde, las Beileidsbekundungen seiner Mitschüler vor. "Ich bin traurig“, hatte ein Junge geschrieben", "dass Julian nicht Präsident werden kann." Der kleine Julian, sagte seine Lehrerin, "war ein Vorbild, ein bester Freund. Man konnte ihm in die Augen sehen und wusste, er hatte die richtige Antwort parat."

Beerdigung ohne die berühmte Tante

Jennifer Hudson blieb dem öffentlichen Gedenkgottesdienst fern, ebenso ihre Schwester Julia, die Mutter von Julian. Jennifer Hudson, die für ihre Rolle in "Dreamgirls" im vergangenen Jahr einen Oscar gewann, hatte darum gebeten, dass man "in dieser schwierigen Zeit" ihre Privatsphäre berücksichtige. Sie wohnt in einem Hotel in Chicago, wo sie streng abgeschirmt wird. Ihr Verlobter David Otunga und mehrere Verwandte sind bei ihr.

Hudson und ihre Schwester verabschiedeten sich heute von ihren ermordeten Angehörigen - im Rahmen einer privaten Zeremonie in der "Apostolic Church of God", die am Montag Morgen um neun Uhr Ortszeit begann und an der zahlreiche Prominente teilnahmen: Oprah Winfrey, Missy Elliott, Queen Latifah, Usher oder Patti LaBelle waren nach Chicago geflogen, um der Schauspielerin beizustehen. Die Kirche in der South Dorchester Avenue war von der Polizei weiträumig abgesperrt worden, um Fotografen und Kamerateams fernzuhalten - und auch die Fans, die gekommen waren, um Jennifer Hudson ihr Beileid auszusprechen.

Durchgelassen wurden nur Gäste, die eine Einladungskarte vorweisen konnten, auf der stand: "Hudson Family Funeral". Jennifer Hudson wurde vor neugierigen Blicken geschützt und in einer schwarzen Limousine mit abgedunkelten Fenstern zur Kirche gebracht. Nach dem Gottesdienst sollten die Toten beigesetzt werden.

Ermittlungen der Polizei kommen nicht recht weiter

Jennifer Hudsons Mutter Darnell Donerson, 57, und ihr Bruder Jason Hudson, 29, waren am Freitag vor zehn Tagen im Haus der Familie in Chicago erschossen worden. Ihr Neffe Julian King wurde drei Tage später in einem abgestellten Auto entdeckt, ebenfalls erschossen. In der Nähe des Wagens fand die Polizei eine halbautomatische Pistole; die Untersuchung der Pistole ergab: Es war die Tatwaffe. Polizeichef Jody Weis sagte am Wochenende, man habe die Schusswunden der drei Opfer eindeutig der Pistole zuordnen können.

Die "Chicago Tribune" schreibt, die Waffe könne Hudsons erschossenem Bruder gehört haben: Ihm sei vor ein paar Monaten eine solche Pistole gestohlen worden. Als Auslöser der Tat wird ein Familienstreit vermutet; der Stiefvater von Julian, William Balfour, 27, ist in Polizeigewahrsam, seit die Leichen von Darnell Donerson und Jason Hudson gefunden wurden. Er wird jedoch nicht als Verdächtiger geführt, sondern wegen seiner Vorstrafen festgehalten.

Jennifer Hudson hat das Haus ihrer Familie seitdem nicht betreten; sie habe sich einmal dorthin bringen lassen, sagt einer ihrer Freunde, "aber sie konnte nicht hineingehen: Den Tatort zu sehen, das wäre zuviel für sie gewesen". Hudson habe einen starken Glauben: "Sie betet jeden Tag, jede Minute, und bittet Gott um Kraft, die ihr helfen möge, mit dem tragischen Verlust umzugehen."