Familientragödie Neffe von Jennifer Hudson ist tot


Jetzt ist es traurige Gewissheit: Der Neffe von Jennifer Hudson ist tot. Bei der auf dem Rücksitz eines Geländewagens gefundenen Kinderleiche handelt es sich um den kleinen Julian King. Die Oscar-Gewinnerin musste ihren Neffen in der Gerichtsmedizin identifizieren.

Nach drei Tagen bangen Wartens ist der verschwundene Neffe von Oscarpreisträgerin Jennifer Hudson am Montag erschossen in einem abgestellten Auto gefunden worden. Polizeisprecher Jody Weis teilte mit, dass es sich bei der in Chicago entdeckten Kinderleiche um den kleinen Julian King handelt. Nach Angaben der Zeitung "The Chicago Tribune" wies der Leichnam mehrere Schusswunden auf. Der Sohn von Hudsons älterer Schwester Julia galt seit Freitag als vermisst, nachdem seine Großmutter und sein Onkel in dem gemeinsam bewohnten Haus erschossen worden waren. Die Schauspielerin und Sängerin musste die Identität des Jungen in der Gerichtsmedizin bestätigen.

Nach Presseberichten sei Hudson sehr stark gewesen, als sie die Leiche des kleinen Julian sah: "Ja, das ist er", sagte sie und habe dann gebetet. Ihr Glaube müsse sie "durch diese schwierige Zeit führen", fügte sie hinzu. Das Kind habe eine Baseball-Shorts und ein weißes T-Shirt getragen, ihm sei mindestens einmal in den Kopf geschossen worden. Eine Autopsie soll die genaue Todesursache klären und Hinweise auf den Tatverlauf bringen. Die 27-jährige Hudson bat um Privatssphäre für sich und ihre Familie.

Stiefvater nicht mehr dringend tatverdächtig

Polizeisprecher Weis sagte, der 27 Jahre alte Stiefvater des Jungen, William Balfour, bleibe eine "Person von Interesse", werde aber weiter nicht als Tatverdächtiger geführt. Balfour ist unter anderem wegen versuchten Mordes vorbestraft und hatte sieben Jahre hinter Gittern verbracht. Die Polizei sah vorerst kein Motiv für die Tat. Jeder Spur werde weiter nachgegangen, versicherte Weis.

Das Auto, in dem die Kinderleiche lag, war am Montagmorgen nach Aufrufen der Polizei von Nachbarn bemerkt worden. Der weiße Geländewagen gehörte Julians Onkel, Hudsons erschossenem Bruder. Der Wagen war seit der Tat verschwunden. Die Polizei wollte Rückstände von den Einschüssen mit möglichen Spuren auf der Kleidung eines Tatverdächtigen prüfen, hieß es.

Hudsons Mutter Darnell Hudson Donerson, 57, und der Bruder Jason Hudson, 29, waren vermutlich bei einem Familienstreit in ihrem Haus in Chicago ermordet worden. Bei der Suche nach dem Jungen wurden Autofahrer auf den Schnellstraßen in und um Chicago mit Leuchtschriften aufgefordert, nach dem Kind Ausschau zu halten.

100.000 Dollar Belohnung ausgesetzt

Hudson hatte eine Belohnung von 100.000 Dollar ausgesetzt, sollte ihr Neffe lebend zurückkommen. Zuvor hatte sie sich bereits mit einem Hilferuf in ihrem Blog beim Internet-Netzwerk MySpace an die Öffentlichkeit gewandt. Ihrem Appell, bei der Suche zu helfen, fügte sie ein Bild des Jungen bei. Derweil legten Nachbarn von Hudsons Mutter vor dem Haus in Englewood Blumen und Teddybären nieder.

Jennifer Hudson wurde durch die Teilnahme an der Talentshow "American Idol" bekannt. Im vergangenen Jahr erhielt sie für ihren Auftritt in der Musical-Verfilmung "Dreamgirls" den Oscar für die besten Nebenrolle. Ihr Lied "Spotlight" ist derzeit der meistverkaufte Titel in den amerikanischen R&B/Hip-Hop-Charts. Hudson spielte auch in den Erfolgsfilmen "Sex and the City" und "The Secret Life of Bees" mit.

Mai/DPA DPA

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