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First Dog "Bo": Amerikas Befehlshaber an der Leine

Er ist sechs Monate alt, besitzt schwarzweißes Fell und versetzt eine ganze Nation in Verzückung: Bo, portugiesischer Wasserhund und seit einigen Tagen Mitglied der Familie Obama. Kaum hat "Bo" seine Pfoten ins Weiße Haus gesetzt, kommt schon das erste Buch über den First Dog auf den Markt.

Von Ulrike von Bülow, New York

Vor gut einer Woche zog Bo ins Weiße Haus, ein Portugiesischer Wasserhund, der neue Spielgefährte der Obama-Töchter Malia, 10, und Sasha, 7. Und als die Obamas, allen voran Vater Barack, der amerikanische Präsident, das tierische Familienmitglied dann im Garten ihres Wohnsitzes vorstellten, da sprach Mr. Obama: "Bo hat Star-Qualitäten." Wie Recht er damit hatte, zeigt sich schon jetzt: Die amerikanische Presse ist ganz vernarrt in den "First Dog" des Landes. Die bunten Klatsch-Blätter sind voll mit Fotos des Hundes und seiner beiden Besitzerinnen, alle freuen sie sich, dass Malia und Sasha sich freuen über den kleinen Bo, ein schwarz-weißes Kuscheltierchen.

"Bo ist ein Celebrity", bemerkte die "New York Times", und sorgte sich schon: "Ob er weiß, dass er der Top Dog ist?" Eilig fragte man einen Hundexperten, Stanley Coren, Professor der Psychologie und Autor des Buches "What Do Dogs Know?", der antwortete: "Nein, Hunde kennen keinen Ruhm. Aber sie können einschätzen, wie komfortabel sie es haben." Und so gesehen könne es passieren, dass Bo sich für etwas besonderes halte, schließlich habe der es im Weißen Haus ja sehr, sehr gut: Da werde er behandelt wie ein kleiner Prinz, und vielleicht glaube Bo, die Angestellten dort seien "seine Groupies", so der Hundeexperte.

Vermutlich dauert es nicht lange, bis der erste Bo-Fanklub gegründet wird. Sicher ist, dass Ende Mai bereits das erste Buch über den Hund der Präsidentenfamilie auf den amerikanischen Markt kommt: "Bo, America's Commander In Leash", so der Titel, Amerikas Befehlshaber an der Leine. Ein kleiner Verlag aus Virginia hat das Buch, das vor allem aus Bildern besteht, bereits vorproduziert, bei den Illustrationen aber immer ein Feld freigelassen für die Bilder des Hundes, da man bis vor wenigen Tagen ja nicht wusste, wie der Hund genau aussehen werde.

Nun wird Bo schnell eingearbeitet, damit das Buch rasch erscheinen kann: Bo erzählt darin Geschichten aus seinem neuen Zuhause, etwa, wie er mit dem Präsidenten Basketball spielt. Das Buch solle 14,95 Dollar kosten und sei bereits 50.000 Mal vorbestellt worden, teilte der Verlag mit. Malia und Sasha, die "First Daughters", kämen darin nicht vor - man wolle deren Privatsphäre schützen. Ein Privileg, das Bo wohl nicht mehr zuteil kommen wird.

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