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Friedensaktion: Schmutzige Schlüpfer für George W. Bush

Unterwäsche für den Weltfrieden: In einer spektakulären Aktion hat ein schwedisches Modelabel dem US-Präsidenten ein paar tausend getragene Slips vor das Weiße Haus gekarrt. Eine spezielle Auszeichnung aus dem alten Europa für den "weltweit größten Kriegstreiber".

Von Björn Erichsen

Schlüpfriger Gruß aus dem alten Europa für George W. Bush kurz vor dem Ende seiner Amtszeit: Als Zeichen der Missbilligung seiner Handlungen als "weltweit größter Kriegstreiber" hat die schwedische Modelabel "Björn Borg" im Rahmen seiner "Peace on Earth"-Kampagne dem scheidenden US-Präsidenten ein miefiges Präsent vor das Weiße Haus gelegt: Exakt 4828 gebrauchte Unterhosen, ein großer stinkender Haufen. Und wie das heutzutage nun mal so ist, gibt es auch ein Video dazu, das inzwischen im Internet kursiert. Die Reaktion des Weißen Hauses bisher: Natürlich keine.

"Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl, als wir mit all den Unterhosen vor dem Weißen Haus standen und plötzlich ein ganzes Heer von Polizisten vor uns hatten", sagt Per Hansson, Web-Director der schwedischen Firma "Farfar", der bei der Aktion in Washington hinter der Kamera stand zu stern.de. "Wir sind dann freundlich, aber sehr bestimmt gebeten worden, die Hosen wieder einzupacken. Das haben wir auch getan haben, aber das Video hatten wir im Kasten. Daher sage ich: Mission accomplished!"

4828 schmutzige Schlüpfer für US-Präsident George W. Bush

Und die Mission von "Björn Borg" ist eine durchweg friedliche. Seit Oktober letzten Jahres hatte die Firma ihre Kunden dazu aufgerufen, ihre alte Unterwäsche zuzuschicken. Bedingung: Sie sollte bloß nicht sexy sein. Es funktionierte: Fast 20.000 Slips erreichten die Firma bisher. Auf der Webseite des Unternehmens konnten die Besucher abstimmen, welcher "Kriegstreiber" den stinkenden Unterwäschegruß erhalten soll. Und da US-Präsident George W. Bush mit 4828 Stimmen nach sechs Monaten unangefochten auf Platz eins lag, bekam er exakt diese Anzahl an Slips vor die Tür gelegt.

"Mit der Peace on Earth" Kampagne wollen wir zeigen, dass jeder Einzelne von uns sich mit seinen Mitteln für etwas stark machen kann, was ihm wichtig ist. Im Falle von Björn Borg ist dieses Mittel eben Unterwäsche. Es stand den Teilnehmern der Aktion dabei völlig frei über den Empfänger zu entscheiden und nun haben wir sichergestellt, dass die Unterhosen zu der Person mit den meisten Stimmen geliefert wurden", erklärt Jimmy Johansson, Stellvertretender Geschäftsführer von "Björn Borg".

Die Kampagne läuft weiter. Auch weiterhin sind die Menschen weltweit aufgerufen, ihre getragene Unterwäsche nach Schweden zu schicken. Und so könnten vielleicht bald andere umstrittene Männer ein paar schmutzige Slips aus Schweden bekommen, die ebenfalls hoch platziert sind im Kriegstreiber-Ranking: Kubas Präsident Fidel Castro etwa, oder Venezuelas Staatschef Hugo Chavéz. Doch zunächst einmal wäre Osama bin Laden dran, der mit fast 4000 Stimmen auf Platz 2 liegt. Doch wie soll man dem Terrorchef die Schlüpfer zustellen? George W. Bush kann dabei auch nicht helfen, denn der hat ja bekanntermaßen keinen Schimmer davon, wo sich bin Laden gerade aufhält.