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Georgina Chapman: Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Harvey Weinstein: Noch-Ehefrau bricht ihr Schweigen

Lange hat Georgina Chapman zu den Vorwürfen gegen ihren Noch-Ehemann Harvey Weinstein geschwiegen. Jetzt äußerte sich die 42-Jährige erstmals und beteuert, von den Vorfällen nichts gewusst zu haben.

Harvey Weinstein und Georgina Chapman bei der Vanity Fair Oscar Party im Februar 2017

Harvey Weinstein und Georgina Chapman bei der Vanity Fair Oscar Party im Februar 2017

Getty Images

Mehr als ein halbes Jahr nach den ersten Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Harvey Weinstein hat sich seine Noch-Ehefrau Georgina Chapman erstmals ausführlich geäußert. "Es gab einen Teil von mir, der schrecklich naiv war. So naiv", erklärte die britische Designerin im Modemagazin "Vogue". Sie selbst habe aber nichts von den Vorfällen gewusst. "Das macht es so unfassbar schmerzhaft: Ich glaubte, eine glückliche Ehe zu führen. Ich liebte mein Leben."

Seit vergangenen Oktober werfen dutzende Frauen Weinstein öffentlich vor, sie belästigt, misshandelt oder vergewaltigt zu haben. Die Enthüllungen legten den Grundstein für die weltweite #MeToo-Debatte über sexuelle Übergriffe. Der ehemalige Filmproduzent räumte zwar Fehlverhalten ein, wies Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex aber wiederholt zurück.

"Ich bin eine Frau in einer beschissenen Situation"

Chapman reagierte damals auf die ersten Berichte, trennte sich und kündigte die Scheidung an. "Ich wusste, dass ich weg und die Kinder hier rausbringen muss." Sie habe damals innerhalb von fünf Tagen fünf Kilo abgenommen und sich lange nicht vor die Tür getraut. "Ich will nicht als Opfer gesehen werden, denn das bin ich nicht. Ich bin eine Frau in einer beschissenen Situation, aber damit bin ich nicht alleine."

Chapman und Weinstein sind seit 2007 verheiratet und haben einen Sohn und eine Tochter im Alter von fünf und sieben Jahren. "Was werden die Leute zu ihnen sagen? Sie lieben ihren Vater", sagte die 42-Jährige und brach dabei der Reporterin zufolge in Tränen aus. Heute erlebe sie Momente der Wut, der Konfusion und der Fassungslosigkeit.

Modehighlight in New York: Met Gala: Großer Gott, was für Kostüme!
Die Kopfbedeckung von Rihanna (in Maison Margiela) erinnerte an die Mitra des Papstes. Das Motto der diesjährigen Met-Gala lautete "Himmlische Körper: Mode und die katholische Vorstellungskraft" und musste extra von der Kirche abgesegnet werden.

Die Kopfbedeckung von Rihanna (in Maison Margiela) erinnerte an die Mitra des Papstes. Das Motto der diesjährigen Met-Gala lautete "Himmlische Körper: Mode und die katholische Vorstellungskraft" und musste extra von der Kirche abgesegnet werden.

DPA

Die Britin führt zusammen mit einer Freundin das Modelabel Marchesa. Nach dem Weinstein-Skandal gab es Boykott-Aufrufe, viele Prominente wollten nicht mehr mit dem Namen des früheren Hollywood-Moguls in Verbindung gebracht werden. Bei der Met-Gala in New York trug Schauspielerin Scarlett Johansson vor wenigen Tagen nun erstmals wieder ein Kleid der Marke.

Der Anwalt Weinsteins erklärte unterdessen in einem BBC-Interview, sein Mandant fühle sich "einsam und wütend". Die Anschuldigungen mehrerer Frauen entsprächen nicht der Wahrheit.

Harvey Weinstein: Chronologie der Vorwürfe sexueller Belästigung und mutmaßlicher Vergewaltigung


jum/DPA