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Globe-Gewinner Jeffrey Tambor: "Wir müssen über Transgender sprechen"

Kann man Papa noch lieben, wenn er plötzlich eine Frau ist? Die Serie "Transparent" behandelt diese Frage und bekam dafür einen Golden Globe. Darsteller Jeffrey Tambor fordert mehr Akzeptanz.

Jeffrey Tambor als Maura in einer Szene der Serie "Transparent"

Jeffrey Tambor als Maura in einer Szene der Serie "Transparent"

Er war der ewige Nebendarsteller, jetzt ist er in die erste Reihe aufgerückt: Jeffrey Tambor hat als bester Schauspieler in einer Comedyserie einen Golden Globe bekommen. In "Transparent", einer Eigenproduktion von Amazon, gibt er einen älteren Familienvater, der nach Jahren der Geheimniskrämerei endlich als Frau leben möchte. In einem Interview sagt Jeffrey Tambor, er wünsche sich mehr Gespräche über das Thema in der Gesellschaft.

"Ich kenne 15, 16 Schauspieler, die transgender sind, und viele auch hinter der Kamera. Die waren vor ein paar Jahren einfach noch nicht sichtbar", sagt der 70-Jährige. "Das Wichtigste ist, dass wir kommunizieren, uns begegnen, sprechen. Dann löst sich das ganze Problem in Luft auf." Bei der Akzeptanz von Menschen, die ihr Geschlecht wechseln wollen, seien die westlichen Gesellschaften aber schon ein erhebliches Stück vorangekommen.

"Nur die Alten sind ängstlich"

Auf einen Papa mit langen Haaren und Frauenklamotten haben seine fünf Kinder ganz cool reagiert, berichtet der 70-Jährige: "Meine acht Jahre alte Tochter hat mich bei den Dreharbeiten besucht und war etwas verwirrt und fragte 'Daddy, was passiert hier?' Aber das hielt etwa fünf Minuten. Die Kinder verstehen das und nehmen das als völlig normal hin. Es sind nur die Alten, die ängstlich sind."

Internetfernsehen zeigt mehr Mut

Seit ein paar Jahren bringen Internetdienste wie Netflix, Amazon und Hulu Bewegung in den amerikanischen Fernsehmarkt. Es gibt mehr Ideen, mehr Mut - auch zu schwierigen Themen.

"Die Revolution ist da und die Protagonisten - Schreiber, Schauspieler, Regisseure - orientieren sich viel mehr an den Streamingdiensten als am herkömmlichen Fernsehen", sagt Tambor. "Letzte Nacht war wieder ein Meilenstein. Die Welt ist ein bisschen anders geworden."

lie/DPA / DPA
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