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Graciano Rocchigiani: Rocky schlägt zu

Dem ehemaligen Boxweltmeister Graciano Rocchigiani droht erneut das Gefängnis. Am Wochenende hat er angeblich einem Taxifahrer im Streit die Nase blutig geschlagen.

Zwei Jahre nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis hat Ex-Boxweltmeister Graciano Rocchigiani wieder eine Strafanzeige wegen Körperverletzung am Hals: Er soll am Sonntagabend einem Berliner Taxifahrer im Streit um die Rechnung die Nase blutig geschlagen haben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Sie bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Das neue Verfahren fällt in "Rockys" dreijährige Bewährungszeit, so dass er womöglich erneut ins Gefängnis muss.

Streit wegen eines 200-Euro-Scheins

Der Taxifahrer hatte gegen 19.20 Uhr über Notruf die Polizei alarmiert. Zuvor hatte er, wie er der Polizei berichtete, den 41-jährigen Boxer, der auf ihn einen angetrunkenen Eindruck machte, von einer Pizzeria zum Weihnachtsmarkt am Schlossplatz ins östliche Zentrum gebracht. Als Rocky mit einem 200-Euro-Schein bezahlen wollte, kam es laut Polizei zum Streit, weil der Taxifahrer nicht wechseln konnte und auch kein Kartenlesegerät hatte.

Angeblich, so gab es der Fahrer zumindest bei der Polizei an, wollte er sogar auf sein Geld verzichten und wegfahren, weil ihm die Sache unheimlich wurde. Doch da soll ihm der Boxer den Weg abgeschnitten und zugeschlagen haben. Der Fahrer hatte anschließend laut Polizei nicht nur Nasenbluten, sondern auch ein blaues Auge und Verletzungen an Schläfe und Jochbein. Er brachte Rocchigiani nach Angaben des Präsidiums mit Pfefferspray zur Räson, bevor sechs Beamte den Boxer in Gewahrsam nahmen und zur Blutprobe brachten.

Rockys Fäuste gelten als Waffen

Widerstand gegen die Beamten habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Der Anzeige des Taxifahrers wegen gefährlicher Körperverletzung - bei einem Berufsboxer gelten auch die Fäuste als Waffe - steht Rockys Gegenanzeige wegen des Pfeffersprays gegenüber.

Der Boxer war im November 2002 mit dreijähriger Bewährungszeit aus der Haft entlassen worden. Dort saß er unter anderem wegen eines Angriffs auf Polizisten im Jahr 2001. Er hatte die Beamten angegriffen, als sie ihn schlafend in einem fremden Auto fanden. Damals war Rocchigiani betrunken gewesen.

AP / AP