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Prozess gegen den Filmmogul: "Ich hatte Angst vor ihm": Jessica Mann sagt gegen Harvey Weinstein aus

Vor Gericht überkamen sie die Emotionen: Das mutmaßliche Harvey-Weinstein-Opfer Jessica Mann hat ausgesagt - und den Filmproduzenten schwer belastet.

Jessica Mann sagt im Prozess gegen Harvey Weinstein aus

Jessica Mann sagt im Prozess gegen Harvey Weinstein aus

AFP

Es war ein bewegender Auftritt: Am Freitag (Ortszeit) hat die zweite Hauptzeugin vor dem Gericht in Manhattan gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein ausgesagt, die Schauspielerin Jessica Mann. Dabei brach die 34-Jährige bereits vor ihrer Befragung in Tränen aus und hatte erkennbar Mühe beim Sprechen. 

Was sie dann zu sagen hatte, bringt den Angeklagten Weinstein weiter in Bedrängnis: Mann berichtete von dem ersten Treffen um die Jahreswende 2012/2013. Sie habe sich überreden lassen, ihn in einem Hotelzimmer zu massieren. Bei späteren Treffen habe Weinstein die Frau körperlich bedrängt und zum Oralsex gezwungen. 

Sie traf Harvey Weinstein 2013 in New York

Im März 2013 habe Weinstein sie in einem Hotelzimmer in New York vergewaltigt, schilderte Mann weiter. Im November 2013 habe sie Weinstein erneut vergewaltigt, nachdem sie ihm gesagt habe, dass sie einen Freund habe. Sie habe das damals nicht weiter erzählt. "Ich hatte Angst vor Harvey", sagte die 42-Jährige vor Gericht. Sie habe ihren damaligen Freund schützen wollte, der ebenfalls Schauspieler ist. 

Weinsteins Verteidiger argumentierten, die sexuelle Beziehung sei einvernehmlich gewesen, und legten dazu mehrere E-Mails vor, die Jessica Mann nach der mutmaßlichen Vergewaltigung an Weinstein geschrieben hatte.

Mann, die unter anderem in den Filmen "This Isn't Funny" (2015), "Cavemen" (2013) und "Drudge" (2013) mitgespielt hat, sagte, sie habe die Mails aus Angst vor der Macht des Filmproduzenten geschrieben. 

Der Prozess dauert bis März

Bereits Montag hatte die Produktionsassistentin Mimi Haley gegen den Filmproduzenten ausgesagt - und ihn dabei ebenfalls schwer belastet. Die 42-Jährige schilderte unter Tränen, der Angeklagte habe sie 2006 zwei Mal zu Oralsex genötigt. Sie sei damals jedoch nicht zur Polizei gegangen, da sie aus Finnland in die USA eingewandert sei und Angst hatte, abgeschoben zu werden. Weinsteins Anwalt Damon Cheronis sprach dagegen von einer "einvernehmlichen Beziehung".

Der Prozess gegen Harvey Weinstein soll noch bis Anfang März dauern. Die Hauptzeuginnen der Anklage sind Mimi Haley und Jessica Mann.

Verwendete Quelle: "Hollywood Reporter"

che