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Verurteilter Vergewaltiger Strafmaß verkündet: Harvey Weinstein muss für 23 Jahre ins Gefängnis

Harvey Weinstein
Harvey Weinstein ist ein verurteilter Vergewaltiger
© TNS/ABACA / Picture Alliance
Kaum ein Fall hat für so viel Aufsehen gesorgt wie der Prozess gegen Harvey Weinstein. Nach dem Schuldspruch in zwei von fünf Anklagepunkten hat der Richter jetzt das Strafmaß bekannt gegeben. 

Ende Februar ist Harvey Weinstein in New York in zwei von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen worden: Vergewaltigung in einem minder schweren Fall und schwere sexuelle Nötigung. So hat die zwölfköpfige Jury entschieden. Heute hat der Richter James Burke das Strafmaß verkündet. Harvey Weinstein muss für 23 Jahre ins Gefängnis.

Harvey Weinstein: Strafmaß in New York verkündet

Weinstein wurde in einem Rollstuhl in das Gericht in New York geschoben und wandte sich US-Medienberichten zufolge zum ersten Mal seit Beginn des Prozesses selbst an den Richter: "Ich fühle große Reue gegenüber euch allen. Ich fühle große Reue gegenüber allen Frauen. Ich fühle wirklich Reue für diese Situation. Ich fühle es tief in meinem Herzen. Ich versuche es wirklich, ich versuche wirklich, ein besserer Mensch zu sein." Die Vorwürfe hätten ihn "verwirrt". Die zwei Frauen, auf deren Vorwürfen der Prozess beruhte, legten unter Tränen noch einmal ihre Sicht der Dinge dar.

Die vergangenen Tage hat der ehemalige Filmproduzent bereits in einer Zelle im Gefängnis auf Rikers Island verbracht. Vor dem Haftantritt hatte er sich in einem New Yorker Krankenhaus einer Herz-OP unterziehen lassen. Weinsteins Anwälte hatten zuletzt gefordert, ihr Mandant solle nicht länger als fünf Jahre ins Gefängnis müssen. Er würde sonst hinter Gittern sterben, hieß es. 

Das Urteil im Februar war viel mehr als das nüchterne Ende eines Gerichtsprozesses. Denn das Verfahren war das große Finale eines jahrelangen Kampfes von Weinsteins Opfern gegen ihn selbst, die öffentliche Wahrnehmung und am Ende auch die Justiz. Gleichzeitig ist es - so hoffen viele derer, die sich in der #MeToo-Debatte eingesetzt haben - der Anfang einer neuen Zeit. Denn dass Weinstein tatsächlich verurteilt würde, damit hatten nur wenige Menschen gerechnet. 

Die Anklage gegen Harvey Weinstein war durchaus riskant

Die Anklage der New Yorker Staatsanwaltschaft war, gelinde gesagt, riskant. Denn zwei der Frauen, die vor Gericht gegen den 67-Jährigen ausgesagt haben, pflegten nach seinen Verbrechen noch Beziehungen zu ihm. Obwohl so ein Verhalten nicht unüblich ist nach sexuellen Übergriffen, ist es für die Strafverfolgung problematisch. Dazu kommt, dass die Ermittler um Joan Illuzi kaum physische Beweise hatten – Ergebnisse von medizinischen Untersuchungen zum Beispiel.

ls / dpa

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