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Jackson-Leibarzt: Dr. Murray darf weiter praktizieren

Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray darf in Kalifornien weiterhin seinen Beruf ausüben. Das Gericht wies einen Antrag auf Berufsverbot zurück. Der eigentliche Prozess gegen Murray steht noch immer aus.

Vielen Michael-Jackson-Fans gilt dessen Arzt als Mörder des gefeierten Popstars. Ein gefordertes Berufsverbot für Conrad Murray hat die kalifornische Justiz nun jedoch zum zweiten Mal abgelehnt. Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Privatarzt von Michael Jackson darf in Kalifornien weiterhin Patienten behandeln.

Richter Michael Pastor vom Superior Court in Los Angeles wies den Antrag der Staatsanwaltschaft auf ein Berufsverbot für den 57-jährigen Murray zurück. Die Anklage habe kein Recht, Murray an der Ausübung seines Berufes zu hindern, so die Begründung. Murray hatte angegeben, nicht in Kalifornien praktizieren zu wollen, aber in Texas und Nevada.

Ob und wann sich der Kardiologe wegen des Todes von Michael Jackson am 25. Juni 2009 vor Gericht verantworten musss, ist weiterhin unklar. Richter Pastor hat in dieser Sache für den 23. August eine Voranhörung anberaumt. Wie der Onlinedienst "tmz" berichtet, könnte der Termin jedoch verschoben werden.

Fans fordern "gerechte Strafe"

Der Kardiologe soll Michael Jackson nach einer schlaflosen Nacht am Morgen des 25. Juni 2009 erst Beruhigungs- und Schlafpillen gegeben und ihm dann ein Narkosemittel gespritzt haben. Letzteres, das zur Betäubung bei Operationen eingesetzte Propofol, habe zu Jacksons Tod geführt, so der Befund der Gerichtsmedizin. Murray ist gegen eine Kaution von 75.000 Dollar auf freiem Fuß. Er praktiziert seit dem Tod von Jackson nur noch in Texas und Nevada. Seine Anwälte fürchteten, dass beide US-Bundesstaaten folgen würden, sollte Kalifornien ihm die ärztliche Zulassung entziehen.

Fans des "King of Pop" hatten sich anlässlich des Gerichtstermins schon am frühen Montagmorgen (Ortszeit) vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles versammelt. Auf Plakaten und in Sprechchören verlangten sie "eine gerechte Strafe" für "Michaels Mörder". Wegen der großen Nachfrage von Journalisten aus aller Welt verloste das Gericht die Sitzplätze in Richter Pastors Kammer.

Vorwürfe gegen Mutter Jackson

Wie schon bei früheren Gerichtsterminen waren auch diesmal die Eltern des Popstars, Katherine und Joe Jackson, sowie die Geschwister La Toya, Jermaine und Randy anwesend. Vater Joe hatte seiner Frau in einem Interview des britischen Boulevardblattes "News of the World" vorgeworfen, den Tod des berühmten Sohnes nicht verhindert zu haben. Er habe sie mehrfach gebeten, zu Michael zu ziehen und ihn von seiner Tablettensucht zu befreien. Katherine Jackson wies die Kritik über ihren Anwalt als Unfug zurück.

Conrad Murray plädiert nach wie vor auf "nicht schuldig".

DPA/sal / DPA