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Von Ghosting bis Conscious Uncoupling Und, wie heißt deine Art der Hollywood-Trennung?

Ben Affleck und Jennifer Garner haben sich getrennt - und das ganz klassisch verkündet.
Ben Affleck und Jennifer Garner haben sich getrennt - und das ganz klassisch verkündet.
© AFP PHOTO/VALERIE MACON
Ben Affleck und Jennifer Garner haben ihre Scheidung verkündet. Was fehlt, ist ein plakativer Begriff, der das 'Wie' beschreibt. 

"Nach viel Nachdenken und sorgfältiger Überlegung haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, uns scheiden zu lassen." Man werde mit Liebe und Freundschaft für den anderen weitergehen - und sich gemeinsam der Kindererziehung widmen.

Wenn man schon das Ende seiner Ehe öffentlich vermelden muss, dann wohl so wie Jennifer Garner und Ben Affleck. Mit technischen, eher kühlen Worten, in denen, ja, wie immer, Platz für allerlei Spekulation ist. Die aber den entzweienden Liebenden, der Unterkühlung der Liebe, gerecht werden. Irgendwie. 

Aber in Hollywood, da ist das nicht immer so. Da wird das Ende der Beziehung zweier Berühmtheiten nicht einfach vermeldet. Sondern nach Begriffen gesucht, die erahnen lassen, wie sich beide Lebwohl gesagt haben. Das 'wie?' wird zur eigenen Geschichte, zum Politikum. Und waren es vielleicht früher allenfalls die Rosenkriege, die thematisiert wurden, emotional und hochunprofessionell, so klingt das heute eher nach Optimierung des eigenen Lebens als nach Schmerz. Gwyneth Paltrow, ganz Geschäftsfrau, mit rundumdesinfiziertem Leben, hat ein Stichwort gleich selbst vorgegeben. 

Gwyneth Paltrow- die Frau für das bewusste Entkuppeln.
Gwyneth Paltrow - die Frau für das bewusste Entkuppeln.
© Alberto E. Rodriguez/Getty Images/AFP

Conscious Uncoupling. Das klingt schon nach püriertem Spinatheckselzeug. Und nach Yoga statt Heulerei, um mit der Trennung klarzukommen, die Trauer herauszuturnen. Bewusst. Alles muss bewusst sein. So wie man den Zucker aus seiner Ernährung verbannt, so verbannt man den Partner aus dem Leben. Beides ungesund für mich.

Etwas komplizierter wird es beim Ghosting, zumindest für die Aufrichtigen. Es soll ja vorkommen, dass man ganz plötzlich, völlig unerwartet feststellt: Es passt einfach nicht. Weil da kein Gefühl ist. Weil er fremdgeht, oder sie. Oder noch bei den Eltern wohnt. Wer sich Diskussionen ersparen will, meldet sich einfach gar nicht mehr. Und wird zum Phantom, also zum Geist.

Charlize Theron soll genau das getan haben. Keine SMS mehr von Sean Penn beantwortet, keine Anrufe. Dass die beiden zusammengewohnt haben sollen, macht diese Art der Trennung nicht unwesentlich komplizierter. Katie Holmes soll Tom Cruise übrigens ähnlich abserviert haben. Damals hieß das aber noch "trockenlegen". 

Charlize Theron hat sich einfach nicht mehr gemeldet bei Sean Penn. Ghosting nennt sich das.
Charlize Theron hat sich einfach nicht mehr gemeldet bei Sean Penn. Ghosting nennt sich das.
© Loic Venance/AFP

Ghosting scheint nicht nur etwas für Hollywoodstars zu sein, sondern wird auch gleich als Trend ausgerufen. Passt ja zu dieser ewig sprunghaften Generation Y. Jene, die sich ihre Lebensabschnittspartner ja sowieso nur noch aus Apps zu sich wischen. Und sowieso nie Verantwortung übernehmen wollen für irgendwas.

Garner und Affleck seien also vorgewarnt. Bei den Worten Trennung oder Scheidung wird es wohl nicht bleiben. Das wäre schlicht zu altmodisch.


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