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Julia Roberts als Hexe Pretty Woman ganz fies


Julia Roberts kehrt als gemeine Königin in einer neuen Verfilmung von Schneewittchen in die Kinos zurück. Böse Zungen behaupten, diese Rolle komme ihrem wahren Wesen ziemlich nahe.
Von Frank Siering, Los Angeles

Die Anekdote macht noch heute die Runde in Hollywood. Eine japanische Journalistin wollte von Julia Roberts wissen, wie sie denn so als Mutter sei. Die 43-jährige Roberts habe daraufhin mit den Augen gerollt und losgefeuert: "Lern du erstmal ordentlich Englisch, bevor du mich so etwas fragst." ­ Autsch, gar nicht so "Pretty Woman"-mäßig, völlig unangemessen für "America's Sweetheart".

Die Öffentlichkeit kennt eine andere Julia Roberts. Eine, die so herzlich und offen lachen kann, dass einem das Herz übergeht. Eine, die in ihren Rollen so romantisch daherkommt, dass sich Männer wie Richard Gere, Tom Hanks oder Hugh Grant Hals über Kopf in sie verlieben. Nun liegen diese Filmlieben aber schon ein paar Jahre zurück. Und auch die liebe Frau Roberts hat Hollywoods magische Altersgrenze von 40 längst überschritten. Die Rollen der Liebhaberin werden an jüngere Kolleginnen vergeben, das Filmcredo ist seit einigen Jahren arg verblasst.

Die wahre Julia Roberts

Sicher, Roberts ist dreifache Mama, hat mit Haus und Hof ordentlich zu tun. Und Geld muss die Oscargewinnerin, die einst 20 Millionen Dollar für eine Filmrolle kommandierte, schon lange nicht mehr verdienen. Aber das liebe Ego, das treibt sie dann doch immer mal wieder vor die Haustür und auf das Filmset.

So wie auch jetzt wieder. Sie ist demnächst in dem Streifen "Fireflies in the Garden" zu sehen. Und in einer neuen Verfilmung von Schneewittchen spielt Roberts die "Evil Queen". So böse, dass Regisseur Tarsem Singh unlängst über Roberts Charakter sagte, sie sei wie "die Katze, die den Kanarienvogel verspeist".

"Nach außen", so heißt es in einer ersten Interpretation im Fachblatt Entertainment Weekly, "zeigt sie sich heuchlerisch freundlich und zieht es vor, sich die eigenen Hände nicht selbst schmutzig zu machen." Heuchlerisch freundlich?­ Das kommt den Roberts-Kritikern bekannt vor.

Als Teenager nur Durchschnitt

"Sie ist eine Frau, die weiß, wann sie zu lächeln hat. Und das ist immer dann, wenn das Rotlicht der TV-Kameras angeht", fasst ein französischer TV-Reporter seine Begegnungen mit der 43-Jährigen zusammen. Und ein Setarbeiter erinnert sich daran, wie er von Roberts "zusammengestaucht wurde, weil ich ein Foto von ihr für meine Nichte gemacht hatte. Sie verlangte, dass ich die Bilder sofort lösche", so der Arbeiter weiter.

Diese Seite von Julia Roberts freilich bekommt das TV-Publikum in aller Welt nicht zu sehen. Im Gegenteil. In einem Interview mit der Entertainment-Show "Access Hollywood" zeigte sich Roberts in dieser Woche wieder einmal von ihrer besten Seite.

Sie erinnerte sich an ihre Tage als junge Schülerin und wie sie "eigentlich nur guter Durchschnitt war. Nicht besonders beliebt, nicht unbedingt unbeliebt". Sie bezeichnete sich als "Spätentwicklerin", die auch die Jungs erst "sehr spät entdeckten".

Die böse Hexe in ihr

Ihre erste große Liebe war die Musik. In der High School spielte sie Klarinette und Klavier. Ein ganz normales junges Mädchen halt. So sieht sich Roberts gerne. Dieses Image gefällt ihr.

Die anderen Geschichten, die zwischen Los Angeles und New York herumwirbeln, jene, die davon erzählen, dass Roberts niemals nur eine Limousine, sondern immer gleich drei verlangt, um die Paparazzi in die Irre zu führen, diese Anekdoten sind natürlich nur böse Gerüchte. "Julia ist ein herzensguter Mensch", attestiert auch ihr guter Freund und Kollege Tom Hanks.

So gut, dass sogar Lily Collins, sie spielt Schneewittchen, ordentlich Angst vor ihr haben soll. Collins selbst sagt, "Julia ist eine unglaubliche Frau, aber wenn sie auf der Leinwand zu sehen ist, dann entwickelt das Publikum sehr schnell echte Sympathien für Schneewittchen." ­Julia Roberts kann eben auch richtig fies sein. Bleibt die Frage, ob das wirklich alles nur gespielt ist?


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