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Späte Reue Justin Timberlake entschuldigt sich bei Britney Spears: Chronik einer bitteren Promi-Trennung

Britney Spears, Justin Timberlake
Britney Spears und Justin Timberlake bei den American Music Awards 2002
© epa afp Nicholson/ / Picture Alliance
"Ich habe versagt": Auf Instagram hat sich Justin Timberlake bei seiner Exfreundin Britney Spears entschuldigt. Die überraschende Reue kommt nach einer neuen Dokumentation über Spears, die ein schlechtes Licht auf Timberlake wirft.

Es tue ihm zutiefst leid, er habe versagt, er wolle nicht mehr von Sexismus profitieren: Mit einem Instagram-Post hat sich Justin Timberlake bei seiner Exfreundin Britney Spears entschuldigt. "Die Zeiten in meinem Leben, in denen meine Taten zum Problem beigetragen haben, in denen ich außer der Reihe gesprochen habe oder mich nicht für das Richtige ausgesprochen habe, tun mir sehr leid", heißt es da unter anderem. Auslöser für die Reue ist ein aktueller Dokumentarfilm der "New York Times", der seit über einer Woche für Schlagzeilen sorgt. Die Doku beleuchtet unter anderem den sexistischen medialen Umgang, dem Spears in ihrer Karriere ausgesetzt war. Und sie verweist auch auf Timberlakes Rolle nach der bösen Trennung des einstigen Traum-Paars. Aber wie kam es zu einer der schmutzigsten Promi-Trennungen der Nullerjahre? 

Angefangen hat alles denkbar harmlos: Timberlake und Spears lernten sich am Set des "Micky Mouse Clubs" kennen, 1992 war das, beide waren zwölf Jahre alt und standen gemeinsam für die Kindersendung vor der Kamera. Schon damals sei er verliebt in sie gewesen, wird er später erzählen. Doch erst einmal trennen sich ihre Wege: Timberlake versucht nach dem Ende der Show sein Glück mit der Boygroup N'Sync, die vom Erfolg der Backstreet Boys träumte, und auch Spears will als Sängerin auf der Bühne stehen. Spears' Megahit "Baby One More Time" kommt im Januar 1999. Den Videoclip zur Single spielt MTV in Dauerschleife, Spears tanzt darin im Schulmädchenuniform in einem Klassenzimmer, singt eindeutig zweideutige Textzeilen. Es ist der Startschuss eines Images, das ihr zum Verhängnis werden soll. Denn die Boulevard-Medien kennen keine Grenzen. 

Britney Spears postet Tanzvideo auf Instagram

Britney Spears wird von Justin Timberlake öffentlich beschuldigt

In der Doku werden Ausschnitte aus Interviews von damals gezeigt, die junge Britney muss sich Fragen zu ihrer Jungfräulichkeit gefallen lassen, sagt öffentlich, dass sie mit dem Sex noch warten will. Dann kommt die Sensations-Nachricht: Britney Spears ist nicht mehr Single! Sie und Timberlake machen ihre Beziehung 1999 öffentlich. Vor allem er profitiert vom großen Namen Spears, gilt in der öffentlichen Meinung damals als toller Kerl, weil er Amerikas Liebling abbekommen hat. Die beiden ziehen zusammen, tingeln über die roten Teppiche, 2001 treten sie sogar gemeinsam beim Super Bowl auf. Spears und Timberlake waren laut amerikanischen Gesetz noch nicht mal volljährig und schon ganz oben angekommen. Doch es folgt der tiefe Fall - zumindest für Britney Spears.

Im März 2002 wird die Trennung des Paares öffentlich und Timberlake nutzt jede Gelegenheit, um sich als Opfer dazustellen. Immer wieder deutet er in Interviews an, dass Britney ihn betrogen hätte. Schnell ist sie von den Medien als Schuldige ausgemacht und muss sich großen Anfeindungen stellen. "Was hast du ihm nur angetan?", wird sie in Interviews gefragt. Timberlake gibt hingegen damit an, mit Spears geschlafen zu haben - und stellt sie damit als Lügnerin dar. Spears' Image erleidet einen großen Schaden, sie gilt in der Öffentlichkeit als Schlampe und Timberlake heizt das Narrativ munter weiter an. Denn für ihn lohnt es sich: Seine Solokarriere drohte gerade zu floppen, da veröffentlicht er im Dezember 2002 den Hit "Cry Me A River", einen Liebeskummersong über einen Betrug, im Video ist eine Britney-Doppelgängerin zu sehen.

Seit 2008 lebt Britney Spears unter Vormundschaft

Timberlakes Karriere und Privatleben bleiben unbeschadet, für Spears geht es böse weiter. Sie heiratet den Tänzer Kevin Federline, bekommt Kinder, wird immer aggressiver von Paparazzi verfolgt, und in den Medien als schlechte Mutter dargestellt. Timberlake hingegen ist sich auch vier Jahre später nicht zu schade, weiter über seine Exfreundin herzuziehen. Die Single "What goes around comes around" erscheint 2006 passend zu Spears' Ehe-Aus und den sich häufenden wütenden Paparazzi-Fotos, die von ihr die Runde machen.

Denn Spears ist mit ihrer Kraft am Ende, hält die Anfeindungen nicht mehr aus und erleidet einem Zusammenbruch. Justin Timberlake singt dazu auf einem Konzert zum Intro von "Cry Me A River" die Worte "Ich glaube, sie ist verrückt" - genau wie die Boulevard-Medien es zu diesem Zeitpunkt darstellen. 2008 muss Britney Spears in eine Klinik, steht seither unter der Vormundschaft ihres Vaters. 

Erst jetzt kommt Timberlake, nach all den Jahren und nachdem er einen Shitstorm auf Social Media erwischt, auf die Idee, seine Rolle in der Geschichte zu betrachten. Es ist das bittere Ende einer All-American-Lovestory. Bei Janet Jackson hat sich Timberlake im gleichen Atemzug übrigens ebenfalls entschuldigt - doch das ist eine andere Geschichte.

sst

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