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Kanye West: Polizist verpasst "Gott" einen Denkzettel

Kanye West hält sich bekanntlich für Gott. Einem Polizisten war seine neueste Prahlerei zu viel. In einem offenen Brief verschaffte er seinem Ärger Luft - und sprach damit vielen aus dem Herzen.

Von Ellen Ivits

Der Rapper Kanye West leidet bekanntlich nicht an mangelndem Selbstbewusstsein. Er vergleicht sich gerne mal mit Michelangelo und Richard Wagner, bezeichnet sich selbst als Genie und hält sich allgemein für einen Gott. Sein Größenwahn scheint grenzenlos zu sein. Jetzt verglich er in einem Interview mit "SyturdayNightOnline" seinen Job mit der Arbeit von Polizisten und Soldaten.

Seine Konzerte würden von ihm die gleiche Opferbereitschaft verlangen wie Kriegseinsätze von Soldaten. Über seine "Yeezus"-Tour" erzählte er: "Auf der Bühne gebe ich alles und bringe mein Leben buchstäblich in Gefahr. Ich mache mir Sorgen um meine Familie und denke das ist genauso als wäre ich ein Polizist oder im Krieg." Um die Gefahren zu erkennen, muss man schon Fantasie haben: "Du gehst jeden Tag raus, um deinen Job zu machen, und du weißt, dass dir jederzeit etwas passieren kann. Verbal, indem die Presse dich zerreißt oder dass die Leute dich nicht mehr mögen …oder du rutschst auf der Bühne aus", klagt West. Besonders das Erklimmen eines Attrappen-Bergs während seiner aktuellen Show macht ihm offensichtlich Angst: "Der Berg ist wirklich, wirklich hoch!" Ein Youtube-Video dokumentiert die "lebensgefährliche" Showeinlage.

"Auf in den Kampf mit den Taliban!"

David Oliver wollte diesen Vergleich nicht unkommentiert stehen lassen. Der Polizist aus der US-Kleinstadt Brimfield veröffentlichte auf Facebook einen gepfefferten Brief an Kanye West. Dort heißt es: "Ich möchte dir für deinen täglichen Lebenseinsatz für uns alle danken. Ich weiß, das Rapper-Dasein ist hart ... Dein Job ist echt gefährlich. Nur wenige Menschen sind sich dessen bewusst, dass wenn man richtig schnell rappt, ohne Luft zu holen, man ohnmächtig werden und sich den Kopf stoßen kann."

Mit köstlichem Sarkasmus geht es weiter: "Da das Leben als Rapper dich an Gefahren gewöhnt hat, fordere ich dich eindringlich dazu auf, deine Karriere als Superstar zu beenden und dem Militär beizutreten. Ich fände es toll, wenn du dich als Freiwilliger für einen Afghanistan-Einsatz meldest ... Wenn die Taliban anfangen auf dich zu schießen, könntest du aufstehen und rappen ... Ich bin sicher, sie werden ihre Waffen wegwerfen und sich ergeben. Wahrscheinlich könntest du alle Kriege nur dank deines Star-Daseins beenden."

Nicht nur für Oliver ist der Vergleich mit Polizeibeamten und Soldaten, die ihr Leben tatsächlich riskieren, geschmacklos. Die meisten Facebook-User geben dem Polizeioffizier Recht und danken ihm für seinen Appell. Sein Post hat schon mehr als 148.000 Likes.

Großer Zuspruch im Netz

Viele sind froh, dass jemand West endlich in die Schranken gewiesen hat. Ein Nutzer schreibt: "Jemand musste diesen selbstsüchtigen Trottel auf seinen Platz verweisen ... Mr. West sollte sich schämen und vielleicht sollte er auf seinem Plastik-Berg bleiben. Wenn er runter fällt, wird er jedenfalls lange auf einen Krankenwagen warten."

Immer wieder sorgt West mit skurrilen Äußerungen für Aufsehen. Ein Lied seines Albums "Yeezus", eine Mischung aus seinem Spitznamen Yeezy und Jesus, lautet "I Am a God". "Ich habe diesen Song geschrieben, weil ich ein Gott bin ... Ich glaube nicht, dass man das weiter erklären muss", erklärte er den Titel. In einem anderen Interview sagte er: "Ich bin der einflussreichste Künstler unserer Generation. Ich bin der leibhaftige Shakespeare. Walt Disney, Nike, Google." Es scheint als ob es drei Dinge gibt, die unendlich sind: das Universum, die menschliche Dummheit - und Kanye Wests Größenwahn.